Teunz
07.01.2026 - 10:19 Uhr
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Förderpreis macht's möglich: 40.000 Euro für Kitzrettung, neue Hecken und Baumpuzzle

Der Verein "Wildtierrettung Oberpfälzer Woid" aus Teunz kann sich über knapp 40.000 Euro von der vbw-Stiftung freuen. Was macht der Verein und wofür wird das Geld verwendet? Wir fragten bei der Vorsitzenden Andrea Süß nach.

Andrea Süß aus Teunz strahlt. Die Jägerin und DJV-Naturpädagogin ist Vorsitzende des Vereins "Wildtierrettung Oberpfälzer Woid" und kann sich für das Natur- und Artenschutzprojekt "Woidhoamatlieb" über einen Spendenscheck in Höhe von 39.475 Euro freuen. Anlass war die erste Förderpreis-Verleihung der neuen vbw-Stiftung "Lebensgrundlagen Bayern", in Trägerschaft der vbw (Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft).

Laut Pressemitteilung der Bezirksgruppe Oberpfalz wurden 18 Projekte zu sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit aus allen Regionen Bayerns ausgezeichnet und dabei Förderpreise mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 600.000 Euro übergeben. Der festliche Abend fand im Dezember 2025 im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München statt.

Welche Ziele hat der 2022 gegründete Verein "Wildtierrettung Oberpfälzer Woid"? Und was wird mit der stolzen Summe von knapp 40.000 Euro unternommen? Oberpfalz-Medien fragte bei der Vorsitzenden Andrea Süß nach, welche den Preis auf der Bühne zusammen mit weiteren Vorstandsmitgliedern und ihrem Jagdhund "Nandl" in Empfang nahm.

"Zu den Kernthemen unseres gemeinnützigen Vereins zählen neben der Jungwildrettung, das aktive Engagement in die Verbesserung der Lebensräume des Niederwilds sowie die Naturpädagogik für Kinder und Jugendliche", beschreibt Andrea Süß die Zielsetzung. Sie ist in einer Teunzer Jägersfamilie aufgewachsen, war mit Vater Hans Biersl schon früh im Revier unterwegs. Seit 2017 ist sie selbst ausgebildete Jägerin und betont: „Ich habe von Kindesbeinen an gelernt, das Leben im Einklang mit den Jahreszeiten zu gestalten.“ Diese Erfahrung will sie im Verein weitergeben und hat dabei nun für das Natur- und Artenschutzprojekt "Woidhoamatlieb" eine hohe Fördersumme zur Verfügung.

Geld für neue Drohnentechnik

"Ein großer Teil des Förderpreises fließt in neue modernste Drohnentechnik für Einsatzbereiche in den Landkreisen Schwandorf und Cham", erläutert Andrea Süß und betont: "Seit der Vereinsgründung konnten bereits vier Drohnen für die Jungwildrettung angekauft werden." Die Wärmebildtechnik sei hier die Basis für das Auffinden von Jungwild wie Rehkitze, Hasen und Gelegen von Bodenbrütern. "Zusammen mit meinem Mann Günter und meiner Gordon Setter Hündin Nandl stehen wir ab Ende April mit einer Drohne in Einsatzbereitschaft, um in Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort, die Jungwildrettung in den von uns betreuten Jagdrevieren abzusichern." Über die Jahre seien sie so ein eingespieltes Team mit den Landwirten geworden, die tatkräftig unterstützen.

Ein weiterer großer Teil der Fördergelder geht laut Andrea Süß in den Bereich der Naturverbesserung. "Auch hier teilen sich die Fördergelder auf die Flächen der aktiven Vereinsmitglieder in den beiden Landkreisen auf, da diese Zugriffsmöglichkeiten auf Grundstücke in der Natur haben." Geplant sei der Ankauf von Obstbäumen, Wildobst- und Klimabäumen, "die in der Natur an unterschiedlichen Bereichen eine Nahrungsergänzung für die Bienen und für das Wild, aber auch für die Menschen bieten".

Laut der Vereinsvorsitzenden werden Hecken gepflanzt, die später einmal Lebensbereiche und Nahrung durch ihre Früchte beinhalten. Außerdem ein Anliegen der Jägerin: "Waldränder werden mit Hecken zu den Feldern und Wiesen hin abgestuft und dienen als Windbremse." Insbesondere in Zeiten der Klimaerwärmung "leiten Hecken den warmen Fönwind, der selbst nach einem Regen die Erde im Sommer bereits nach kürzester Zeit wieder austrocknen lässt, ab und tragen so durch den Erhalt der Feuchtigkeit zum Überleben des Waldes bei".

Imkeranzüge für Kinder

Herzstück des Projekts "Woidhoamatlieb" ist allerdings die Naturpädagogik: Kindergruppen und Jugendvereine erleben Artenvielfalt vor Ort und lernen die Schätze des Waldes kennen. Deshalb geht laut Andrea Süß ein weiterer Teil des Förderpreises in den Bereich der Umweltbildung, "die mir als DJV-Naturpädagogin sehr am Herzen liegt". Geplant sei die Anschaffung verschiedenster Unterrichts- und Ausstattungsmaterialien, wie Baumpuzzle, Fährten und Spurenstempel. "Aber auch Imkeranzüge, um mit den Kindern an meinen Bienen, die ich in einer kleinen Naturimkerei in Bienenkugeln halte, gefahrlos arbeiten zu können."

Diese Vielfalt der Themen spiegelte sich auch in der Projektbeschreibung des Vereins für die erfolgreiche Bewerbung um den Förderpreis. "Die Stiftung fördert das Projekt, weil es Tierwohl, Biodiversität, Klimaschutz und Bildung für nachhaltige Entwicklung auf innovative Art und Weise verbindet. Und weil sich das ganzheitliche Natur- und Artenschutzprojekt ,Woidhoamatlieb' für den Erhalt und Aufbau vielfältiger Lebensräume im Oberpfälzer Wald einsetzt", heißt es in der Pressemitteilung der vbw-Stiftung.

"Ideen mit konkreten Nutzen"

Übrigens: Mit insgesamt 600.000 Euro wurden Projekte aus den Bereichen Bildung, Jugendhilfe, Wohlfahrt, Naturschutz, Tierschutz, Katastrophenvorsorge, Heimatpflege und Sport prämiert. Bertram Brossardt, Vorstandsvorsitzender der vbw-Stiftung und Hauptgeschäftsführer der vbw, unterstrich in seiner Laudatio: „Wichtig ist, dass die Idee dahinter gut ist und einen ganz konkreten Nutzen für die Gesellschaft hat. Denn diese Maßnahmen stärken auch unsere Wirtschaft.“ Außerdem sei das Engagement vieler Preisträger ehrenamtlich. „Gerade in Bayern hat diese Form der gesellschaftlichen Teilhabe eine lange Tradition. Ich bin überzeugt: Auch deshalb ist der Freistaat ein so starker Wirtschaftsstandort.“

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Teunz11.06.2021
Hintergrund:

Verein "Wildtierrettung Oberpfälzer Woid e.V."

  • Gründung: 27. Juli 2022
  • Vereinssitz: Teunz
  • Vorstandschaft: Andrea Süß (Vorsitzende), Christoph Rudolf (stellv. Vorsitzender), Rosa Rötzer (Schriftführerin), Günter Süß (Schatzmeister)
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