14.03.2020 - 15:51 Uhr
TeunzOberpfalz

Für jeden Fuß den passenden Schuh

Welche Fußkrankheiten es gibt und was sich dagegen tun lässt – mit diesem Themenbereich befasst sich ein Vortrag beim Teunzer Frauenbund. Die Veranstaltung im Pfarrheim stößt auf enorme Resonanz.

Orthopädieschuhmachermeister Horst Schedel erklärte die Fußkrankheiten nicht nur theoretisch, sondern legte auch Hand an, maß Fußgrößen nach und gab Tipps zum passgenauen Schuh.
von Tobias KrafczykProfil

Im voll besetzten Vortragssaal informierte Horst Schedl, Meister der Orthopädie und Schuhtechnik aus Weiden, über die häufigsten Fußkrankheiten und beantwortete viele Fragen. Seine Botschaft: Durch eine Kombination aus dem richtigen Schuh und verschiedenen Übungen zur Dehnung und Kräftigung der Muskulatur lassen sich viele Operationen vermeiden.

Nahezu jeder Mensch komme grundsätzlich mit gesunden Füßen auf die Welt und dabei solle es möglichst auch bleiben. Deswegen verdiene jeder Fuß den passenden Schuh. Schedel hatte eine Reihe an Musterschuhen im Gepäck. Viele Menschen würden zu schmale Schuhe tragen, führte der Referent aus. Bei der Beratung für den richtigen Schuh spielten für ihn Zehenfreiheit und Sohlenbeschaffenheit die wichtigste Rolle.

Mithilfe eines Fußskelettes veranschaulichte er die Bewegungsabläufe und die häufigsten Fußerkrankungen. Beim "Hallux Valgus", der Verformung der Großzehe, sei es die größte Herausforderung, den richtigen Schuh zu finden. Bei einer Verformung von bis zu 15 Grade sei diese in der Regel gut zu therapieren. Mithilfe eines Gummibandes zeigte er verschiedene Übungen und die Zuhörer nahmen diese Tipps dankbar an und machten mit.

Beim "Hallux Rigidus" hingegen handle es sich um eine Einschränkung der Beweglichkeit im Großzehengrundgelenk. Diese sei oft äußerst schmerzhaft, habe gravierende Folgen für den gesamten Bewegungsapparat und sei sehr häufig Ursache für viele Hüftprobleme. Hier sei eine Operation oder die konservative Versorgung mit Einlagen und die richtigen Schuhe zu empfehlen. Selbst könne man mit dem Daumen die große Zehe nach oben ziehen, für einige Minuten die Dehnung halten und dabei Bewegung nach oben und unten ausführen.

Auch beim Spreizfuß sei der wichtigste Punkt der Schuhkauf. Für ein überschätztes Problem hielt der Referent, der auf 20 Jahre Berufserfahrung zurückblickt, den Plattfuß. Als Übung empfahl er, sich beispielsweise beim Zähne putzen auf die Zehenspitzen zu stellen oder sich immer wieder mal auf Zehenspitzen „anzuschleichen“. Gegen den sogenannten Hohlfuß sollte man sich kürzere Schritte angewöhnen. Die Ursache dafür seien häufig zu hohe Spannungen im Körper, die häufig mit Stress einhergingen.

Das Schlechteste, was man dem Fuß antun könne, seien Absätze. Geradezu ideal sei das barfuß Gehen. Im bestmöglichen Barfußschuh habe man viel Platz für die Zehen. Der Schuh sollte über keinen Absatz verfügen. Von Zehenschuhen hielt der Experte nichts, Zehensocken mit oder ohne Grip seien besser. Als Ursache für den „echten Fersensporn“ nannte Schedel Überbelastung oder Kalziumübersättigung. Eine Einlage, bei welcher der Druckpunkt verändert und gepolstert wird, helfe meistens. Für seine Ausführungen erhielt er viel Applaus und positive Rückmeldungen.

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