20.11.2019 - 13:35 Uhr
TeunzOberpfalz

Knapp an einer Katastrophe vorbei

Schneemassen und Starkregen haben Österreich seit einer Woche im Griff. Auch in Zell am See im Salzburger Land beschäftigen Lawinen, Muren und Sperrungen die Feuerwehr. Die Teunzer Wehr hat ihren Freunden Hilfe angeboten.

Eine Mure verschüttete die Straße bei Zell am See (Pinzgau). Nach den Schneemassen setzte am Wochenende Starkregen in Österreich ein, wobei es noch immer keine Entwarnung gibt. Die Feuerwehr Teunz verfolgt die Einsätze der befreundeten Wehr und würde bei Bedarf auch helfen.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Die Feuerwehr Teunz und die Feuerwehr Zell am See verbindet seit vielen Jahren eine Freundschaft. Der Kontakt ist intensiv und Besuche mehrmals im Jahr die Regel. Mit Besorgnis verfolgen viele Teunzer deshalb die Nachrichten über die Wetterkapriolen und dramatischen Ereignisse im Nachbarland. Kommandant Andreas Brandstätter ist täglich mit Ortsfeuerwehrkommandant Peter Onz in Verbindung: "Letzte Woche hatten sie so viel Schnee wie noch nie. Dann kam der Regen." Und Brandstätter ergänzt: "Es hat die Region ganz schön übel erwischt." Jetzt habe zwar der Regen nachgelassen, "aber es ist alles aufgeweicht und sie wissen nicht, wo wieder etwas abrutscht".

Letzte Woche hatten sie so viel Schnee wie noch nie. Dann kam der Regen.

Andreas Brandstätter, Kommandant der FFW Teunz ist täglich im Kontakt mit der Partnerwehr Zell am See

Am Wochenende hatte sich die Situation drastisch zugespitzt. Statt der prognostizierten Regenmengen von 40 Liter pro Quadratmeter waren es 90 Liter Starkregen. Das führte zu großen Verwüstungen, welche Helfer und Bevölkerung noch immer fordern. Laut Presseberichten hat sich die Hochwassersituation rund um Zell am See (Pinzgau) mittlerweile entschärft; ein neuer Anstieg der Pegelstände ist nicht zu erwarten.

Das Problem sind jetzt aber die gefährlichen Murenabgänge rund um die Bezirkshauptstadt. "Wir haben unsere Hilfe angeboten", berichtet der Teunzer Kommandant, der ebenso wie viele seiner Kameraden die Einsatzberichte genau verfolgt. Wie bekannt wurde, musste der Zeller Bürgermeister Andreas Wimmreuter am Montagmorgen zu Fuß in sein Büro im Rathaus gehen. Er wohnt außerhalb der Stadt, deren Zentrum seit Sonntagabend aufgrund Hochwasser gesperrt ist. Dies sei erstmals seit 1966 wieder der Fall. Auch die Straße über Thumersbach war am Wochenanfang durch einen Murenabgang nicht passierbar. Häuser mussten evakuiert werden.

"Wie mir gesagt wurde, sind Kindergarten und Schule geschlossen. Das volle Programm halt", sagt Andreas Brandstätter. Er lobt den Einsatz der befreundeten Feuerwehrkameraden, die bestens vorbereitet gewesen seien. Ein Wiedersehen gibt es spätestens im März 2020 bei der schon traditionellen Teilnahme am Internationalen Feuerwehrskirennen im Skigebiet Zell am See-Kaprun. Die Oberpfälzer haben dabei weniger die Pokale im Visier. Sie freuen sich schon auf das Treffen in geselliger Runde.

Helfer und Bevölkerung müssen mit teils starken Verwüstungen zurechtkommen. In Zell am See blieben Schule und Kindergarten geschlossen.
Freundschaft:

Bei Feiern dabei

Die Feuerwehr Teunz und die Feuerwehr Zell am See feiern ihre Jubiläen und anderen Anlässe miteinander. Als im September 2018 das neue Teunzer Einsatzfahrzeug seiner Bestimmung übergeben wurde, wurde ein österreichischer Brauch übernommen: Das Löschgruppenfahrzeug erhielt mit der Gattin des Landesfeuerwehrkommandanten Leo Winter eine Patin und wurde auf den Namen "Erika" getauft. Dabei war auch Peter Onz, Kommandant der Zeller Wehr anwesend.

Murenabgänge sind ein großes Problem.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.