28.11.2019 - 12:13 Uhr
TeunzOberpfalz

Mit einem Nein auf dem Weg in die Freiheit

Nein zu sagen ist eine Kunst, die gelernt werden will. Auf humorvolle und unterhaltsame Weise zeigt Referentin Marianne Moosburger beim Frauenbund Teunz, dass ein klares Nein häufig die liebevollste Antwort ist.

Die Vorsitzende des KDFB-Teunz, Sandra Fuchs, bedankt sich mit einem kleinen Präsent in Form von Eine-Welt-Waren, bei der Referentin Marianne Moosburger.
von Tobias KrafczykProfil

Vorsitzende Sandra Fuchs hieß im Teunzer Pfarrheim zahlreiche Zuhörer willkommen. Bereits im Vorfeld war deutlich spürbar, dass das Thema Nein-Sagen vor allem Frauen unter den Nägeln brennt. Sind doch sie es, die sich oftmals im Spannungsfeld zwischen Beruf und Familie befinden. Selbstverwirklichung oder Achtsamkeit gegenüber sich selbst, bleibt dabei häufig auf der Strecke.

Den Umbruch der Gesellschaft sieht Referentin Marianne Moosburger als Ursache für diese Zerrissenheit. Veränderte Aufgaben und Rollenerwartungen, verlängerte Lebenserwartung, wachsende Mobilität, veränderte und schnellere Kommunikationsmöglichkeiten sowie unterschiedliche Emanzipationsprozesse fördern die Wahlmöglichkeiten. Mussten sich Frauen in früherer Generation mit ihrem Schicksal abfinden, haben sie heute das Problem der Entscheidung. Gefördert werde die innere Zerrissenheit auch vom zunehmenden Zwang, jede Entscheidung begründen zu müssen.

Die eigene Rollendefinition kritisch zu hinterfragen, das legte die Referentin ihren Besuchern mehrmals ans Herz. „Sie können für eine Person nicht alles sein“ und die vierfache Mutter meinte damit, dass Beziehungen klar definiert sein müssen. Ist man beispielsweise für sein Kind ausschließlich in der Mutterrolle lässt sich für die Aufgaben, die eine Freundin übernimmt, ohne schlechtes Gewissen Nein sagen. Möchte man dagegen für sein Kind auch die beste Freundin sein, werde dies nicht gelingen. Ihre Aussagen untermauerte Marianne Moosburger mit zahlreichen Anekdoten aus ihrem Leben.

„Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen, ist der erste Weg zur Freiheit“, so zitierte Moosburger Nicolas Chamfort „und die unabdingbare Voraussetzung dafür ist Selbstbewusstsein“ ergänzte sie und gab zehn wertvolle Tipps, die sich einfach umsetzen lassen. Gefühle und Gedanken, Bitten und Erwartungen immer auszusprechen, mit Kränkungen fertig zu werden, ein Netz sozialer Kontakte, nicht immer so sein zu wollen wie andere und die Fähigkeit, es auch einmal genug sein zu lassen, würden den Weg zum klaren Nein erleichtern.

Gehirn und Herz und die Kombination aus Respekt und Liebe in Einklang zu bringen, das wurde während des Vortrages mehr als deutlich, kann durchaus gelingen. Den Teilnehmern blieb im Gedächtnis, dass ein klares Nein oft die liebevollste Antwort ist, die man geben kann, vorausgesetzt das Nein enthält Klarheit, Festigkeit und Aufrichtigkeit.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.