18.03.2019 - 12:19 Uhr
ThansteinOberpfalz

Weitere Bausteine fürs neue Dorf

Auf weiterhin großes Interesse stoßen die Planungen für die Dorferneuerung in Thanstein: Über 50 Bürger hören interessiert zu, als beauftragte Planer erste Entwürfe vorstellen. Ein Raunen lösen die Kosten für das geplante Bürgerhaus aus.

Ungebrochen ist das Interesse der Bevölkerung an den Planungen für die Dorferneuerung in Thanstein. Über 50 Bürger haben sich versammelt, um den Ausführungen der Planer zu lauschen.
Architekt Christian Schönberger erläutert die Pläne für den Umbau des alten Schulhauses zum "Bürgerhaus".

Zufrieden registrierten Bauoberrat Martin Stahr (Amt für Ländliche Entwicklung) und die Vorstandschaft der Dorferneuerung Thanstein den großen Publikumszuspruch. Vor über 50 interessierten Bürgern stellten die Planungsbüros erste Entwürfe vor, die auf Basis der Ideen und Konzepte aus den Themenabenden erarbeitet worden waren. Das Ende der Planungsphase sei damit aber noch erreicht erklärte Stahr, und appellierte an die Dorfgemeinschaft, sich weiter aktiv einzubringen.

Zunächst erläuterte Architekt Christian Schönberger die Pläne für das Hochbauprojekt „Bürgerhaus Thanstein“ (Alte Schule). Diese stellten, gerade wegen des Umfelds mit vielen historischen Gebäuden, eine besondere Herausforderung dar. Die Ursachen für das aktuelle Entwässerungsproblem habe eine topographische Aufnahme mit Mauerschnitten bei einer Neuvermessung aufgezeigt. Künftig solle eine Drainage das Wasser vor dem Mauerwerk ableiten.

Der Architekt stellte die Planung Stockwerk für Stockwerk vor. Im unteren Bereich soll die Jugend Räume bekommen, im Erdgeschoss sind zwei Mehrzweckräume vorgesehen, die verschiedene Gruppierungen nützen können. Der Zugang zum Gebäude soll barrierefrei möglich sein, genauso wie im Obergeschoss, das aus Richtung Burgturm über eine Rampe erschlossen werde. Im Obergeschoss sollen ein Technikraum und ein multifunktionales Archiv mit Vitrinen Platz finden. Das Heizsystem soll per Wärmepumpe energieeffizient ausgeführt werden.

Die Aufstellung der Kosten sorgte dann für ein Raunen im Saal: Die Summe aller notwendigen Rohbauarbeiten, für Innenausbau, Gebäudetechnik sowie für Baunebenkosten bezifferte der Planer deutlich höher, als die ursprünglich im Dorferneuerungsplan angesetzten 950 000 Euro. Schönberger erklärte, bewusst auf qualitative Einsparungen verzichtet zu haben, um langfristig Folgekosten zu vermeiden. Befragt zu einem Neubau als Alternative entgegnete er, dass sei damit zwar rund 15 Prozent einsparen lassen, jedoch könne dann weniger Förderung abgegriffen werden könnte. Der Erhalt der Altsubstanz sollte bei derartigen Projekten Priorität haben. Die Mehrkosten könnten über andere Förderprogramme kompensiert werden, erklärten die Verantwortlichen.

Stellen Sie sich vor ihre Heimat ist wunderbar, und Sie sind schuld daran.

Bauoberrat Martin Stahr

Bautechniker Bernhard Preischl ging auf die Planung der Straßenzüge Tradweg, Bründlsteinweg, Burgstraße und Schlossberg ein, die erneuert werden sollen. Er zeigte Engstellen auf und verwies auf die Nutzung von Granitkleinsteinpflaster als Randstreifen. Beispielsweise soll der Gehweg rund um den Dorfplatz als Mehrzweckstreifen bündig mit der Straße ausgeführt werden. Die Angleichung von Privatflächen sei förderfähig ist und im Zuge der Straßensanierung oft kostengünstig. Zur Begrünung sollen unter anderem Rasenfugensteine verwendet und beispielsweise bei der Erneuerung des Gehwegs in der Eibensteinstraße Bäume neu gepflanzt werden.

Immense Schäden seien bei einer Kanalbefahrung entdeckt worden, die zu einem Großteil erneuert werden müsste. Als "größte Schwierigkeit" habe sich der Straßenzug Schlossberg herausgestellt, hier könne teilweise eine Mindestbreite von drei Metern nicht vermieden werden. Bei den Pflasterflächen im Burgbereich und Kirchumfeld stellte er ein System mit Innenentwässerung vor, das schon bei anderen Projekten positiv umgesetzt worden sei.

In einem Ausblick informierte Projektleiter und Bauoberrat Martin Stahr, dass die Büros die Planungen nun fortführen und diese dann der Vorstandschaft der Teilnehmergesellschaft vorstellen werden. Die ersten konkreten Baumaßnahmen seien im Jahr 2020 geplant. Es könnten jederzeit noch Meinungen und Ideen mit eingebracht und mit der Vorstandschaft um den örtlichen Beauftragten Franz Mühlbauer Konktakt aufgenommen weden. In regelmäßigen Abständen seien weitere Versammlungen zum aktuellen Planungsstand vorgesehen.

Pläne für Dorfplatz und Burg-Areal:

Landschaftsplaner Gottfried Blank erläutete die Planung für Dorfplatz, Kirchplatzes und Burg-Umfeld. Er habe die bei den Themenabenden ausgearbeitete Variante des Dorfplatzes den Vermessungsergebnissen angepasst und für den nördlichen Teil neben den Sitzstufen eine weitere Ebene mit Sitzgruppe und einer E-Bike-Ladestation vorgeschlagen. Diskutiert wurde darüber, ob ein Maibaumschacht realisiert werden soll, denn inmitten des Platzes sei der Zugang schwierig. In Gesprächen sei man mit dem Landratsamt wegen einer Überquerungsmöglichkeit der Kreisstraße im Hinblick für die Errichtung einer neuen Seniorenwohnanlage. Öffentliche Toiletten könnten per Anbau an das SRK-Heim geschaffen werden. In Sachen Zugänglichkeit und Reinigung besteht hier noch Klärungsbedarf, die Vorstandschaft will zeitnah eine Lösung mit Verein und Bürgern ausarbeiten. Beim Kirchplatz zeigte Gottfried Blank, dass der Zugang vom Zehentstadel wegen hoher Kosten und großem Aufwand – nicht wie ursprünglich geplant – im Grundstück des Pfarrheims verlaufen sollte. Ein Handlauf am Zaun könnte ausreichen, um den Aufstieg für ältere Leute zu erleichtern. Von der Dorfmitte kommend wünschten sich einige Besucher eine erleichterte Überquerung der Hanglange hin zum barrierefreien Eingang. Für den Burgbereich berichtete der Planer von "guten Gesprächen", eine neue geradlinige Straßenführung der Burgstraße sei wahrscheinlich. Zur Erhaltung des mittelalterlichen Flairs soll ab dem Torbogen im ganzen Bereich des Burgumfelds ein Pflasterbelag als Untergrund zur Ausführung kommen. (mnt)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.