27.11.2018 - 14:11 Uhr
Thansüß bei FreihungOberpfalz

Glühwein fließt bei Thansüßer Kirwa

Die 18 Paare sind ganz klar das Aushängeschild der Thansüßer Kirwa. Das 400-Seelen-Dorf ist trotz des Novembergraus in Feierlaune. Doch zuvor steht ein Kraftakt an.

Sie tragen wesentlich zum Erfolg der Kirwa bei: Die 18 Kirwapaare erhalten für den Bandltanz Sonderapplaus.
von Siegfried BockProfil

Bereits um 6.30 Uhr fuhr der harte Kern der Kirwajugend am Samstag in den Wald, um die von Stefan Blind gespendete Fichte einzuholen. Dazu wurden Bratwürste gegrillt, und noch vor dem Baumaufstellen gab es warmen Leberkäs zur Stärkung und dazu Tee statt Alkohol. Kirwamoila flochten derweil sternförmige Kränze.

Dann hievten 40 Mann unter dem Kommando von Feuerwehrchef Philipp Grünbauer das 27 Meter hohe Prachtexemplar mit Muskelkraft und Schwalben in gut einer Stunde in die Senkrechte. Drum herum wurde das Tanzpodium errichtet. Mit einer Lichterkette an der Spitze leuchtet das Kirwawahrzeichen bei Dunkelheit. Auch am Abend stimmte einfach alles: Im Schützenheimsaal lieferte das Haidmühlner Wurschtwasser Orchestra die richtigen Partyhits, um das Publikum, darunter Kirwaleit aus Freihung, Seugast und Großschönbrunn, schnell aus der Reserve zu locken. Nach dem Thansüßer Motto "Jung, wild, voller Freid" herrschte auch am von Feueröfen umgebenen Pils- und Glühwein-Pavillon sowie in der neuen Kellerbar Hochbetrieb.

Nach nur kurzer Nachtruhe hieß es: "Wer feiert, kann auch in die Messe gehen." In der evangelischen Katharinenkirche intonierte der Posaunenchor den Hymnus von Reinhard Gramm. Mit der biblischen Figur des Zöllners Zachäus, der wie ein unschuldiges Kind auf einen Baum klettert und sich freut, von Jesus entdeckt zu werden, erläuterte Pfarrer Matthias Weih, wie wichtig es sei, sich eine gewisse Kindlichkeit zu bewahren. Seine unbändige Freude bringe den Zöllners dem Himmel nahe und überwinde die Ausgrenzung. "Auch bei den Kirwapaaren ist eine solch unbändige Freude zu spüren. Damals wie heute verschmilzt diese Freude alle gesellschaftlichen Grenzen."

Bei der vom Freihunger Kirchenchor mit neuen geistlichen Liedern begleiteten Festmesse in der Filialkirche St. Katharina betonte Pfarrer Bernhard Huber anhand einer Geschichte von Bert Brecht, dass Jesu Königtum wohlwollend und gut sei. "Wenn das Rad keine Mitte hat, eiert es. Darum brauchen wir eine Mitte, wie sie die heilige Katharina, dargestellt mit einem Rad, in Gott gefunden hat."

In Decken gehüllt trafen die 18 Kirwapaare nach der Generalprobe in Konradinsgrund auf zwei von Heiner Müller per Traktor gezogenen Anhängern ein. Rund 250 Zuschauer umringten, teils mit Glühweintassen in der Hand, das Podium. Das 45-minütige Tanzprogramm unter musikalischer Begleitung der Hohlweglauerer fand Riesenbeifall. Beim Walzer hatten Patrick Pushard und Julia Luber den Blumenstrauß in der Hand, als die Musik stoppte. Somit waren sie zum neuen Oberkirwapaar gekürt. Zu Vizeehren kamen Isabel Fischer und Jonas Dozon.

Im vollen Schützensaal gingen selbst gebackene Köstlichkeiten zu Kaffee und Tee reißend weg. Auch das gehört zur Thansiassa Kirwa. Die Kirwaburschen marschierten mit ihren Partnerinnen zum Stand und hängten ihnen ein Lebkuchenherz um.

Der Kirwamontag, für die Einheimischen ein Feiertag, begann mit dem Frühschoppen. Bereits zum Mittagessen war der Saal voll. Der evangelische Frauenkreis und die Bayerwald-Wanderer aus Kaltenbrunn stießen am Nachmittag hinzu. Drei Stunden lang trieben die Kirwaleit trieben den Bären durchs Dorf. Dieser tanzte mit der Hausfrau und danach gab es eine Runde Schnaps. Zum Endspurt brachte Musiker Thomas noch einmal Stimmung in die Bude. Bei der Verlosung gewann Valentin Wisgickl aus Massenricht den Kirwabaum und der Thansüßer Martin Stangl 100 Euro.

Bereits fest verbandelt ist das neue Oberkirwapaar Patrick Pushard und Julia Luber, beide 23 Jahre jung.

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