Nach langen Recherchen über E-Mail, WhatsApp und mit Hilfe andere Kommunikationsmittel, war Joseph Kohl, Architekt aus Miami, sicher, den Ursprung seiner Herkunft in Thansüß gefunden zu haben. Logische Folge war ein Besuch in der Oberpfalz. Joseph Kohl und seine beiden Schwestern, Nachkommen einer typischen Auswandererfamilie, wollten wissen, wo ihre Vorfahren lebten und wie sie lebten.
Sie statteten der inzwischen weitschichtigen Verwandtschaft in Thansüß einen Besuch ab. Die Familie Müller hatte in ihren Räumlichkeiten eine Willkommensparty vorbereitet. Alle eingeladenen amerikanischen und deutschen Familien waren gekommen. Und Douglas Kramer dolmetschte, wenn nötig, perfekt die jeweiligen Erläuterungen.
Joseph Kohl, ein sehr gründlich und umfassend arbeitender Historiker, referierte am Nachmittag ausgiebig über die Geschichte der Einwanderer von 1845. Wenn man bedenkt, unter welchen Umständen seine Urahnen damals in die Staaten gezogen sind (Wegstrecke, Ungewissheiten, Land, Sprache), muss man diesen Menschen allen Respekt zollen, so die Meinung der Verwandtschaft.
In Wisconsin, so erzählte er, wurde eine kleine Ortschaft mit dem Namen "Kohlsville" gegründet. Inzwischen seien die Nachkommen aber über das ganze Land verstreut. Antonia Müller hatte mehrere Schautafeln erstellt und die Geschichte der beteiligten Thansüßer Familien aufgezeigt. Helmut Kraus aus Kaltenbrunn gesellte sich als erfahrener Ahnenforscher zur Gruppe. Es stellte sich heraus, dass man früher bei der Partnerwahl sehr überlegt vorgegangen ist, auch um die Vermögensverhältnisse möglichst sicher zu stellen.
Am Nachmittag gab es eine kleine Dorfführung zu den Gehöften und zur evangelischen Kirche. Dort spielte der langjährige Organist Heinrich Müller den Gästen ein kleines Ständchen. Damit hatte er den Nerv der Besucher getroffen. Inzwischen war auch Pfarrer Matthias Weih dazu gestoßen und konnte einiges zur Geschichte der Kirche beitragen.
Während des ganzen Abends wurden Neuigkeiten ausgetauscht, historische Bilder betrachtet, Oberpfälzer Bücher angeschaut und gegesssen. Die Besucher wurden mit einem Gästebuch und dem Freihunger Bildband verabschiedet. Sichtlich bewegt bedankte sich Joseph Kohl für die überwältigende Gastfreundschaft und drückte den Wunsch aus, dass dies nicht das Ende der gegenseitigen Besuche sein soll.













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