18.03.2020 - 19:02 Uhr
TheisseilOberpfalz

Corona: Oberpfälzer auf Irrfahrt im Pazifik

Reiseerfahren sind Eva und Reinhard Döllner. Von ihrem Urlaub in Südamerika werden sie aber ganz besondere Eindrücke mitbringen. Wenn sie irgendwann heimkommen. Seit Tagen warten sie auf einem Kreuzfahrtschiff darauf, wie es weitergeht.

Eva und Reinhard Döllner harren an Bord der "Oceania Marina" aus. Das Kreuzfahrtschiff lag am Mittwoch im Pazifik vor dem Panamakanal und wartete auf Durchfahrt.
von Stefan Zaruba Kontakt Profil

Eine Traumreise rund um Südamerika ist für ein Ehepaar aus Theisseil zur Irrfahrt geworden. Im Pazifik, so berichten die Urlauber, fand das Schiff tagelang keinen Hafen mehr zum Einlaufen. Auch nicht in Santiago de Chile, einer der geplanten Anlaufpunkte auf dem Weg nach Süden. "Den ganzen Tag fuhren wir Richtung Santiago bis 20 Uhr", schreibt Eva Döllner in die Oberpfalz. "Dann begann das Schiff zu drehen und fuhr nach Norden weiter. Wir dürfen nicht in Santiago anlegen!" Die 65-Jährige hatte sich mit ihrem Mann Reinhard (67), der auf Youtube erfolgreich einen Reisekanal unterhält, nach einem Flug nach Brasilien auf der "Oceania Marina" eingeschifft und war zu einer Kreuzfahrt zunächst rund um Südamerika bis Lima aufgebrochen.

Im Pazifik wurde das Kreuzfahrtschiff dann Spielball der Behörden inmitten der Coronapandemie. Sowohl Peru als auch Chile hätten die Häfen für Kreuzfahrtschiffe gesperrt. "Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Wahrscheinlich sind wir tatsächlich bei den letzten Schiffen dabei, die auf den Meeren rumschippern", textete die Oberpfälzerin danach von Bord. "Aber uns geht's gut. Wir versuchen, alles mit Humor zu nehmen." Auch weil auf dem Dampfer Hamsterkäufe kein Problem sind: "Jedenfalls haben wir laut unserem Kreuzfahrt-Direktor mehr Essen und Klopapier an Bord wie die ganze Welt." Das Leben auf dem Schiff laufe in normalen Bahnen. "Wir haben ja keinen Virus an Bord, das heißt, wir alle bewegen uns frei auf dem ganzen Schiff herum."

Genervt habe, "dass man uns von Seiten Perus ins Ungewisse hat fahren lassen". Eigentlich sollte Pisco ein Ziel sein, wo ein Ausflug geplant war. Doch es ging in Richtung Lima. "Kurz vor Lima haben wir das Anlegeverbot für Gesamt-Peru bekommen." Dann die Durchsage, dass auch Chile alle Häfen gesperrt habe. "Die ganze Sache ist deshalb ärgerlich, weil in den letzten Tagen alle versucht haben, ihre Rückflüge umzubuchen, nur wenige kamen aber bei den einzelnen Agenturen durch, aber es war ja alles seit gestern hinfällig. Alles musste wiederum storniert werden." Somit ging es wieder nach Norden in Richtung Panama-Kanal. Schnell sprach sich herum: "Die Schiffe stehen dort Schlange." Am Mittwoch dümpelte die "Oceania Marina" vor dem Kanal. "Momentan werden wir betankt", schreibt Eva Döllner in der jüngsten Nachricht von Bord. "Ankunftszeit in Miami noch vollkommen ungewiss. Ebenso wie die Heimflüge."

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Neustadt an der Waldnaab
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