02.10.2019 - 11:29 Uhr
TheisseilOberpfalz

Freie Wähler wollen ins Rathaus

Die Freien Wähler unternehmen einen zweiten Anlauf, das Rathaus zu erobern. Am 10. Oktober werden sie einen Bürgermeisterkandidaten nominieren. Mit MdL Tobias Gotthardt haben sie vorab Themen der Gemeinde und darüber hinaus diskutiert.

Die Freien Wähler diskutieren mit MdL Tobias Gotthardt (rechts) und Gästen lokale und überregionale Themen.
von Gabi EichlProfil

Die Freien Wähler unternehmen einen zweiten Anlauf, das Rathaus in Theisseil zu erobern. Am 10. Oktober werden sie einen Bürgermeisterkandidaten nominieren. Mit Landtagsabgeordnetem Tobias Gotthardt diskutierten sie vorab über Süd-Ost-Link, erneuerbare Energien, Lehrermangel und Flächenfraß.

Dabei gibt auch Theisseil kein gutes Bild ab. Die Gemeinde verzichtet nämlich (obwohl einst anders beschlossen) auf einen Bauzwang. Es würden neue Bauplätze ausgewiesen, so Gemeinderat Oswald Lingl, aber nicht bebaut, sondern dienten als Spekulationsobjekte. Zugleich sinke die Bevölkerungszahl. Den Bauzwang hätten Bürgermeisterin und Verwaltung nie umgesetzt.

Der Süd-Ost-Link ist im Ortsteil Edeldorf Dauerthema, denn fast jeder Landwirt, auch Gemeinderat Thomas Bodensteiner, ist von der Trasse betroffen. Gotthardt versicherte, die Position der Freien Wähler habe sich auch in der Regierungsverantwortung nicht geändert: "Wir sind gegen den Bau der Stromtrasse".

"Knabbern an der CSU"

An die Adresse der Kollegen im Bundestag sagt er: "Warum habt´s denn net den Mumm, zu sagen, es hat sich einfach geändert." Die Rahmenbedingungen seien inzwischen ganz andere als zum Zeitpunkt des Bundestagsbeschlusses zum Bau der Trasse. Gotthardt zeigt sich zuversichtlich: "Die Zeit spielt uns in die Hände." Der Netzbetrieb sei schon auf das Jahr 2030 verschoben. Die unter anderem von Landrat Andreas Meier favorisierte Verlegung der Trasse an die Autobahn bezeichnet Gotthardt als "Fantasie".

Auf die Frage nach den Windkraft-Plänen von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sagt Gotthardt: "Wir knabbern noch an der CSU." Knackpunkt sei die bayerische 10-H-Regelung, für die auch die Befürworter keine stichhaltigen Argumente hätten. Die Windkraftanlagen würden immer höher, die Rotoren immer größer, und diese drehten sich auch immer langsamer, entsprechend geringer seien die Emissionen in Bezug auf Lärm und Schattenwurf. Experten gingen davon aus, dass eine 3-H-Regelung für die modernen Anlagen der 10-H-Regelung für ältere Anlagen entspreche. Gotthardt hält Aiwangers Ziel, 300 neue Anlagen bauen zu lassen, für realistisch.

Favorit ist Solarenergie

Das Hauptaugenmerk liege aber nach wie vor auf der Solarenergie. Aus der Zuhörerschaft kommt der Vorschlag, Solaranlagen verpflichtend auf allen öffentlichen Gebäuden zu installieren. Gotthardt erklärt, sympathischer sei ihm die Vorstellung, Solaranlagen zunehmend finanziell interessanter zu machen, aber nicht verpflichtend. Die öffentliche Hand sei ohnehin schon relativ weit: Auf vielen öffentlichen Gebäuden gebe es Solaranlagen.

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