18.06.2019 - 15:16 Uhr
Theuern bei KümmersbruckOberpfalz

Ausstellung in Theuern: Barock riechen, anfassen, anprobieren

Die Ausstellung "Barock erleben" im Schloss Theuern bringt Interessierten den Barock wirklich ganz nah. Hier heißt es nicht "bitte nicht berühren". Ganz im Gegenteil: Anfassen ist ausdrücklich erwünscht.

Projektion barocker Klöster und Kleidung des Barock.
von Klaus HöglProfil

"Barock erleben" ("Za barokem"!) heißt diese ungewöhnliche Ausstellung in Theuern (noch bis Sonntag, 4. August), die am Sonntag eröffnet wurde. Keine klassische Ausstellung mit ursprünglichen barocken Werken oder Überresten, wie sie sonst in Museen oder Galerien zu sehen sind. Kurarotrin Kristyna Jiratova formuliert es so: "Wir wollen das Barock auf spielerische Weise rüberbringen, es erlebbar machen und auch diejenigen für das Barock begeistern, die bisher noch nicht so viel drüber wissen." So können die Besucher in Theuern Teil werden des barocken Erbes, das sowohl in Böhmen als auch in Bayern sehr reich ist.

Das tschechische Sedlacek-Quartett begleitete die Vernissage in dem Barockschloss stilecht mit Werken von Haydn, Mozart und Schubert. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Union, des Freistaats Bayern und der Tschechischen Republik. Bis Mai war sie in Pilsen zu sehen. Kuratorin Kristyna Jiratova und Veronika Krizkova (Centrum Bavaria Bohemia/CeBB) sowie Tobias Friedrich (DEPO 2015 Pilsen) betonten, sie sei insbesondere für die Jugend konzipiert. Die Schau soll nicht nur Inspiration für Ausflüge zum barocken Kulturerbe zwischen Böhmen und Bayern sein, sondern auch eine spielerische Reise, um zu entdecken, was sich alles hinter dem Begriff Barock verbirgt. Unter den vielen Eröffnungsgästen war auch Landrat Richard Reisinger: Er blickte auf die Verbundenheit von Böhmen und Bayern zurück, mit einem Faible für die tschechischen Nachbarn, beginnend bei der Goldenen Straße nach Prag über den Barock als Geisteshaltung bis zu seiner Vita mit Wurzeln in Tschechien.

Das tschechische Sedlacek-Quartett begleitete die Vernissage.
Info:

Im Blickpunkt

Der Besucher von „Barock erleben“ wird zum Architekten, baut ein barockes Schloss oder Kloster. Er wird zum Komponisten, lässt barocke Instrumente erklingen. Für die Kleinsten gibt es ein Karussell – wie es zur Barockzeit war. Man kann an den Düften der Epoche schnuppern und probiert aus, wie man selbst in einem Gewand jener Zeit ausgesehen hätte. Interaktive Exponate bereichern die Ausstellung. Es gibt ein Kladrauer Archifon, eine Kopie des Kladrauer Altars, den Besucher mit Tablets zum Leuchten und Klingen bringen können. Mit 3D-Brillen gelangt man ins Innere von drei Barock-Denkmälern: Schloss Manetin, Kloster Choresov und Kloster Waldsassen. Der Rundgang beginnt mit der Projektion einer Szene, in der ein Abt einen Novizen in das Klosterleben einführt.

Barocke Passionsuhr aus 1734 von Elias Dollhopf, ein westböhmischer Maler.
Veronika Krizkova.
Kuratorin Kristyna Jirartova.
Viele Gäste kamen zur Vernissage nach Theuern.
Projektion auf der Kopie des Gemäldes Taufe Christi von Peter Brandl., ein Werk des tschechischen Hochbarocks. Das Original ist in der Kirche St. Johannes der Täufer in Manetin (Tschechien) zu7 sehen, in Theuern ist steht Kopie , die mit einer HÖhe von drei Metern fast so groß ist wie das Original
Spielen auf barocken Musikinstrumenten: Querflöte, Violine, Cello und Cembalo (hier sitzt Kuratorin Kristyna Jiratova). Dazu eingespielt wird die Sonate in G Dur von Johann Sebastian Bach.

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