14.09.2018 - 17:34 Uhr
Theuern bei KümmersbruckOberpfalz

Gelöbnis der Bundeswehr in Theuern

Der Große Saal im Schloss Theuern hat sich als Stätte rauschender Feste und anderer Veranstaltungen bewährt. Ein Gelöbnis der Bundeswehr hingegen ist Premiere in der jahrzehntelangen Vita des Saales - für das Bataillon übrigens auch.

Alle 15 Rekruten sprechen im Großen Saal im Theuerner Schloss die Eidesformel.
von Klaus HöglProfil

Ein Gelöbnis nicht wie üblich am Appellplatz mit Heeresmusikkorps, Pauken und Trompeten, Waffen, Ehrenformationen. Nein, dieses Gelöbnis im Saale war ein Stück intimer, familiärer. Sicher aber genauso feierlich, ehrenvoll und unvergesslich für die Rekruten. Eine gemeinsame Andacht in der Kirche St. Nikolaus in Theuern ging voraus.

Vor Bataillonskommandeur Oberstleutnant Alexander Kolb legten elf Rekruten der 1. Kompanie des Logistikbataillons 472 aus der Schweppermannkaserne ihr Gelöbnis ab. Es war ihr Höhepunkt der allgemeinen Grundausbildung, die die jungen Männer und Frauen seit dem 2. Juli absolvierten. Die 1. Kompanie wurde am 1. Oktober 2003 in Dienst gestellt und hat seit 1. Juli 2016 den Auftrag, die Grundausbildung für die Rekruten der Logistiktruppe durchzuführen. In der Gelöbnisaufstellung im Großen Saal wirkten neben den Rekruten auch die Abordnungen der Kompanien des Bataillons, die Truppenfahnen und Embleme sowie das Ensemble des Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim unter der Leitung von Hauptfeldwebel Valerie Henning mit.

Auch Angehörige der Rekruten waren zum feierlichen Gelöbnis gekommen. Die jungen Soldaten stammen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die weiteste Anreise hatten Rita und Waldemar Pfeifer aus dem 626 Kilometer entfernten Ritterhude in Niedersachsen. Sie sind die Großeltern von Rekrutensprecherin Schütze Sarah Pfeifer, die in einer humorigen Rede die Grundausbildung aus Sicht der Rekruten beschrieb.

Bataillonskommandeur Alexander Kolb ging in seiner Gelöbnisrede "an diesem außergewöhnlichen Ort" auf die "Einzigartigkeit dieses ganz besonderen Gelöbnisses" ein. Lediglich elf Rekruten legten ihr Gelöbnis ab. Kolb erklärte warum: "Es ist die Attraktivität der Bundeswehr." Wenn sich ein junger Mensch für den Dienst bei den Logistikverbänden der Bundeswehr entscheide, könne er sich den Ort, an dem er seine Grundausbildung durchlaufe, unter allen Grundausbildungsstandorten auswählen. "Um nun zu vermeiden, dass die daraus resultierende Zusage kurz vor Ausbildungsbeginn zurückgezogen wird, werden also auch Grundausbildungen in Gruppenstärke durchgeführt", erläuterte der Kommandeur. Gleichwohl sei dies kein Trend nach unten: Im nächsten Quartal sind es Kolb zufolge wieder 48 junge Soldaten.

Das öffentliche Gelöbnis sei als fester Bestandteil der Bundeswehrtradition zu sehen, desgleichen auch die Verbundenheit mit der Gesellschaft. Für die hatten stellvertretender Landrat Hans Kummert und sozusagen als Standort-Bürgermeister Roland Strehl aus Kümmersbruck die entsprechenden Grußworte parat. Strehl sagte für die Garnisonsgemeinde Kümmersbruck Dankeschön für "ihre Entscheidung zu einem ganz besonderen Dienst für Deutschland" und bekundete Respekt vor den Leistungen der Rekruten.

Als Höhepunkt des Tages legten die Rekruten die Gelöbnisformel in der angetretenen Formation ab. Dabei gelobten die Soldaten öffentlich, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Das Bayernlied und die Deutsche Nationalhymne beendeten den offiziellen Teil, dem sich ein gemeinsamer Empfang anschloss.

Zitate:

"Die heutige Gelöbnisfeier ist in vielfacher Hinsicht eine Stunde der Versprechen. Der eigentliche Anlass ist ihr Versprechen gegenüber unserem Land, sie werden geloben, ihm treu zu dienen. Es ist ein gegenseitiges Versprechen, das wir heute erneuern bzw. bekräftigen wollen." - Oberstleutnant Alexander Kolb

"Rückblickend kann ich sagen, dass es eine sehr lehrreiche und unvergessliche Zeit war. Ich wünsche euch viel Soldatenglück in der Zukunft." - Rekrutensprecherin Schütze Sarah Pfeifer

Egal aus welchen Beweggründen Sie sich für diesen Dienst entschieden haben, das Ergebnis bleibt immer das gleiche: Sie dienen damit ihrem Heimatland.

Bürgermeister Roland Strehl an die Rekruten

Schütze und Rekrutensprecherin Sarah Pfeifer.
Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl bei seinen Grußworten.
Oberstleutnant Alexander Kolb, Kommandeur Logistikbataillon 472.
Das Ensemble des Heeresmusikkorps Veitshöchheim spielte unter der Leitung von Hauptfeldwebel Valerie Henning (links).
Beim Gelöbnis.
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