Auf die haben sich 25 in- und ausländische Künstler, die meisten Mitglieder des Vereins Glasheimat Bayern, im Kulturschloss Theuern eingelassen. Rund 100 Gäste kamen zur Vernissage. „Von der Kunst erwartet man durchaus, dass sie sich mit historischen Themen, gerne mit Bezug zur Gegenwart, oder mit gesellschaftskritischen Aspekten auseinandersetzt. Von der Glaskunst erwartet man dies nicht zwingend“, ist die Meinung von Kurator Hermann Ritterswürden (Zwiesel), der zusammen mit Museumsleiter Michael Ritz eine bedeutsame Ausstellung auf die Beine gestellt hat: Fenstersturz und Spiegelsaal – eine Zeitenwende. Dekorative Objekte zu schaffen ist in der Regel die Hauptaufgabe von Künstlern. Mit diesen alten Rollenzuweisungen in der bildenden Kunst wollten die Glaskünstler brechen. Entstanden sei daraus „eine Ära des sich Erinnerns, des sich Bewusstmachens, dass Kriege nie zu einer Lösung von Konflikten führen können“, sagte Elisabeth Vogl, Leiterin des Waldmuseums in Zwiesel. Sie war 13 Jahre lang Museumsleiterin in Sulzbach Rosenberg und ist ein „Urgestein der bayerischen Museumslandschaft“, wie sie selbst von sich sagt. In Theuern hielt sie das einführende Referat.
„Pura Crema“ spielte auf Glasinstrumenten. Es gab einleitend Kurzgedichte von Museumsleiter Michael Ritz zu Kriegen 1648 und 1918 . „Was bewirkt eine solche Themenvorgabe Fenstersturz und Spiegelsaal - Glas zur Zeitenwende“ bei den beteiligten Künstlern? Fordert sie die Kunstschaffenden, weist sie neue Wege in der Glasgestaltung und seiner künstlerischen Umsetzung?“ stellte Elisabeth Vogl die Frage. Das Leid der Menschen werde eindrucksvoll von den Glaskünstlern thematisiert, „die Vergänglichkeit irdischen Seins, die Reise ins Jenseits und die Verletzlichkeit und Schutzwürdigkeit der menschlichen Seele“ werden herausgestellt. So zu sehen bei Uschi Fitz oder Uschi Distler, die mit ihren Totenbetten den Umgang mit dem Tod aufzeigen wollen. „Zu Kriegszeiten lebten Frauen und Männer in getrennten Welten“, sagte dazu Alexandra Geyermann. Glas verkörpert aber auch Gegensätze wie bei den ausstellenden Künslern Saine Nein, Laurence Klein, Sivia Lobenhofer-Albrecht, Axel. T. Schmidt, Petr Stache, Susanne Wolf und Masami Hirohata. Glas könne, so bekundete Elisbeth Vogl, „ im Wortsinn das vorgegebene Thema aufgreifen“, das ist erkennbar in den Arbeiten von Luise Lang, der Sulzbacherin Marion Mack, Gusti Markefka, Hermann Ritterswürden, Olaf Schönherr, Susanne Sorg, Hubert Hödl, Jörg Kulow, Jaroslava Votrubova und Wilhelm Vernim mit seiner einzigartigen Installation der „Gartenzwerge“. Inspiration erfolgt bei Anja Listl durch epocheprägende Künstler, bei Alkie Osterland sind es die Mohnblumen als Symbol für die Gefallenen. Den Millionen Unschuldigen, die durch den Krieg vernichtet werden, hat Jutta Kulow ihr Werk gewidmet.




















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