11.02.2019 - 15:27 Uhr
Theuern bei KümmersbruckOberpfalz

Lärm auf der A6: Kümmersbruck misst selbst

Das Thema ist eins, seit es die Autobahn A6 gibt. So lang schon klagen die Anwohner in Theuern (Kümmersbruck) über Lärmbelästigung. Die Gemeinde will es jetzt genau wissen: Sie plant eine Lärm-Messung.

Die Theuerner Autobahn-Brücke: Oben donnert der Verkehr drüber, drunter stöhnen die Anwohner über den Lärm. Ob es wirklich zu laut ist, soll nun eine Messung zeigen. Die Autobahndirektion sieht keinen Handlungsbedarf, die Gemeinde Kümmersbruck will es jetzt genau wissen und veranlasst selbst eine Lärm-Messung.
von Klaus HöglProfil
Blick von unten auf die Lärmquelle - die Autobahnbrücke bei Theuern.

Das Thema zieht sich schon bald 20 Jahre hin. Doch "ein konkretes Ergebnis hat es noch nicht gegeben", klagt der Theuerner Gemeinderat Herbert Breitkopf (SPD). Der Lärm auf der A 6 beschäftigt die Einwohner des Kümmersbrucker Ortsteils Theuern, der unter einer der A 6-Brücken liegt. Die Bürger dort sind der Meinung, dass der im Dorf gefühlte oder besser gesagt gehörte Schallpegel durch die Beschaffenheit der Fahrbahn einfach zu hoch ist. Viel zu hoch, sind sich die Anwohner sicher. Jetzt kam das Thema im Kümmersbrucker Gemeinderat zur Sprache. Wieder einmal.

Kein Grund zum Handeln

Der Autobahndirektion wurden die Beschwerden über den Autobahn-Lärm bei Theuern schon wiederholt vorgetragen. Gleichwohl sieht man dort nach Messungen und Hochrechnungen keinen Grund zum Handeln.

Obwohl der Verkehr auf der A 6 stark zugenommen hat, überschreitet der durch die Brücke verursachte Lärm nach Messungen der Autobahndirektion den zulässigen Pegel angeblich nicht: Das aber glauben die Theuerner nicht. Zwar ist eine Verkehrszählung für 2020 angekündigt, die Ergebnisse sollen dann 2021 bekanntgegeben werden - doch das dauert den Betroffenen zu lang. Die Autobahndirektion lehnt eine grundsätzliche Sanierung der Brücke als nicht erforderlich ab. Nun will die Gemeinde selbst tätig werden. Im Mai soll ein Ingenieurbüro den Lärm messen. Dabei soll nur die Lautstärke ermittelt werden, hieß es. Das dürfe dann aber nicht an Wochenenden gemacht werden, forderten die Theuerner Gemeinderäte - weil Samstag und Sonntag der Durchgangsverkehr nicht so stark sei wie unter der Woche. Montag und Freitag wären die besten Tage, findet Hans Graf (CSU).

Am besten eine Woche

Nicht nur eins, sondern mehrere Messgeräte müssten im Wohngebiet an verschiedenen Punkte aufgestellt werden, verlangt Thomas Pronath (CSU). Am besten wär's die ganze Woche, war die Meinung der Runde.

Nicht ganz billig

Es gebe computerberechnete Punkte, um den höchsten Wert festzustellen, berichtete Richard Gaßner (SPD). Freilich kostet das auch: Für eine Lautstärke-Messung von 24 Stunden sind rund 5000 Euro fällig. Drei Tage würden die Gemeinde wohl zwischen 5000 und 6000 Euro kosten, bei einer ganzen Woche gehe es an die 10 000 Euro ließ Erster Bürgermeister Roland Strehl wissen. Aber das müsse der Gemeinde die Sache schon wert sein, fand Markus Graf, (CSU), um endlich belastbare Ergebnisse zu haben.

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