Schützen suchen Pächter

Die Probleme in der Gastronomie spürt auch die Schützengesellschaft 1898 Thumsenreuth. Seit November hat sie keinen Wirt mehr. Die Mitglieder suchen verzweifelt einen Nachfolger für Koch Andreas Lena.

Die Schützengesellschaft 1898 Thumsenreuth braucht einen neuen Pächter für ihre Gaststätte. Erster Vorsitzender Heinz Kraus (rechts) und Vorstandsmitglied Herbert Mattes zeigen die Terrasse, die in den Gastronomiebetrieb integriert werden kann.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

„Aktuell hat unsere Gaststätte geschlossen“, steht auf der Internetseite der Schützengesellschaft 1898 Thumsenreuth. Der Grund: Ende Oktober verließ der Pächter das Haus. Andreas Lena führte ein Jahr die Gaststätte, die im Schützenhaus integriert ist. „Er wollte sich umorientieren. Er war ein gelernter Koch aus Österreich“, erklärt Heinz Kraus, erster Vorsitzender der Schützen. „In den letzten zehn Jahren hatten wir drei Pächterwechsel.“

Die Probleme sind ähnlich wie auch bei anderen Gastronomien auf dem Land: „Viele wollen nicht aufs Dorf. Und es ist schwierig, professionelles Küchenpersonal und Bedienungen zu finden“, weiß Kraus. Zusätzlich ist es für Gastwirte schwer, Gewinn zu machen. Laut Kraus kann es aber funktionieren: „Das Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen und es sollte zuverlässig geöffnet sein. Dann kommen auch die Leute.“

Die verwaiste Wirtschaft reißt eine Lücke in den Vereinssäckel. „Wir arbeiten ja nicht gewinnorientiert, sondern versuchen unser Geld immer wieder in den Verein und in das Gebäude zu investieren“, sagt Kraus. Das Schützenhaus wurde in den 1960er Jahren gebaut. „Seither haben wir das Gebäude immer wieder erweitert und umgebaut“, betont Vorstandsmitglied Herbert Mattes. „Wir sind auch offen für Vorschläge.“ Über der Gaststätte gibt es auch eine Pächterwohnung. „Sie bietet Platz für eine kleine Familie.“ Zwar befinden sich der Gaststätten- und der Schießbetrieb im gleichen Gebäude, räumlich ist beides aber voneinander getrennt. So kommen sich Schützen und Gäste nicht in die Quere. Die Schützengesellschaft Thumsenreuth 1898 hat rund 350 Mitglieder, davon sind 120 aktiv im Verein. „Vor zwei Jahren waren wir in der Bundesliga. Heute sind 15 Mannschaften in den laufenden Wettkämpfen vertreten“, sagt Kraus.

Durch ihre sportlichen Erfolge hat sich die Schützengesellschaft national und international einen Namen gemacht. „Wir bekommen auch immer viel Lob von Besuchern, für das was wir aus unserem Schützenheim gemacht haben“, sagt Herbert Mattes. Das Lokal selbst bietet viel Platz. In der Wirtsstube und im großen Saal können bis zu 150 Personen untergebracht werden. Im Sommer lässt sich zusätzlich eine Terrasse bestuhlen. „Die Nachfrage von den Leuten ist auch da“, sagt Kraus. „Erst dieser Tage wurde ich angerufen, ob wir ein Leichbier ausführen können.“ Doch der Vorsitzende musste ablehnen.

Der Verein kann den Aufwand allein nicht stemmen. Solang es keinen Pächter gibt, kümmern sich die Vereinsmitglieder lediglich um kleinere Veranstaltungen, um den Betrieb am Leben zu erhalten: „Wir können schon mal ausschenken oder kleine Brotzeiten herrichten. Aber wir können keine Gesellschaft mit bis zu 50 Personen bekochen. Dafür brauchen wir einen Wirt.“

„In der näheren Umgebung gibt es nicht viele Speiselokale dieser Art“, sagt Mattes. Deswegen nutzt nicht nur die Schützengesellschaft das Lokal, sondern auch andere Vereine aus Thumsenreuth und Umgebung kommen regelmäßig. „Bei uns halten unter anderem die Feuerwehr, der Gesangsverein, Kapellenverein oder auch die Freien Wähler ihre Versammlungen“, sagt Herbert Mattes.

Weitere Informationen zum Verein oder der Gaststätte gibt es auf der Webseite der Schützengesellschaft.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.