Thumsenreuther Schlossgarten ein Schmuckstück

Rund um das Schloss Thumsenreuth gedeiht ein von Natur geschaffenes und von privater Hand gepflegtes Kleinod. So war der prächtige Garten eine Station auf der Denkmaltour von Autorin, Historikerin und Politikerin Dr. Sabine Weigand.

Man muss gar nicht lange suchen: Im Garten des Thumsenreuther Schlosses findet man zahlreiche idyllische und immer gepflegte Orte.
von Werner RoblProfil

So klein die nur rund 300 Einwohner zählende Ortschaft Thumsenreuth auch ist, umso größer ist ihr Wahrzeichen. Der Krummennaaber Gemeindeteil besitzt ein anmutiges Schloss und einen prächtigen, dazugehörigen Garten. Erstmals erwähnt wurde das historische Anwesen 1259 in einer Urkunde. Seit 1661 ist das Gebäude im Privatbesitz der Familie von Lindenfels, die es auch heute noch bewohnt. Der Erhalt kostet die Familie jährlich eine erhebliche Summe. Viel Geld fließt auch in die Pflege des Gartens. Den derzeitigen Besitzern ist es zu verdanken, dass der gesamte Komplex ein Schmuckstück der Region bleibt.

Besondere Gartendenkmale

Dieses Schmuckstück wollte sich auch Dr. Sabine Weigand aus Mittelfranken bei ihrer Denkmaltour durch den Freistaat genauer ansehen. Unter dem Stichwort "DenkMal - Herausforderung und Chance" besichtigt die 60-jährige Autorin, Historikerin und Grünen-Landtagsabgeordnete aktuell vorrangig Gartendenkmale, die den Herausforderungen des Klimawandels gegenüberstehen. In die Reiseroute habe sie - so Weigand im Gespräch mit Oberpfalz-Medien - auch passende Orte eingebunden, um diese aus dem Blickwinkel des Jubiläumsjahres "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" näher zu beleuchten.

Am Vorplatz des Anwesens inmitten der Gemeinde Thumsenreuth begrüßte Freifrau Elvira von Lindenfels gemeinsam mit ihrer Tochter Victoria, Sprecherin für Denkmalschutz der Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag, den Gast. Zum Rundgang durch den Schlossgarten eingeladen waren zudem Grünen-Landtagsabgeordnete Anna Schwamberger aus Bärnau, Krummennaabs Zweiter Bürgermeister Herbert Mattes und Josef Schmidt aus Grenzmühle bei Erbendorf, Grünen-Fraktionschef im Kreistag, sowie der zuständige Referent im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Raimund Karl. Ziel der Besucher war der Garten im westlichen Bereich des Schloss-Areals.

Pflege eine Herausforderung

Die Pflege des Schlosses und des Gartens sei eine Herausforderung, kommentierte Elvira von Lindenfels die Mühen. Aber ohne diese wäre es nicht möglich, den Erhalt des Anwesens zu sichern. Freifrau von Lindenfels nannte ein Beispiel: "Der Platz, wo wir derzeit stehen, war vor der Sanierung ein Lehmbrei", sagt sie zu dem nun sauber gepflasterten Vorplatz, in dessen Nähe ein idyllisch gelegener kleiner Brunnen steht. Wo vorher ein dunkler Fichtenwald dominierte, entstand ein vielfältiger und bunter Garten. "Er ist mein Faible", gestand Freifrau Elvira von Lindenfels. Der Garten wurde dank der Initiative der Besitzer und mit viel Liebe zum Detail hergerichtet. Zum Stichwort Klimawandel betonte die Hausherrin: "Der Borkenkäfer ist auch bei uns kein Unbekannter." Kein Problemthema sei - so die Besitzerin auf Anfrage von Oberpfalz-Medien - die Bewässerung der Anlagen.

Austausch im Pavillon

Zu den ausgesuchten Zielen des von Elvira von Lindenfels und Tochter Victoria geführten Garten-Rundganges gehörten unter anderem auch der 1847 errichtete Obelisk und der Springbrunnen am Rondell. In dessen unmittelbarer Nähe steht ein Gartenhäuschen mit einer kleinen Treppe. Das Vorbild für diesen Bau findet man - bekannt als Goethes Gartenhaus - im Thüringischen Weimar. Mit Blick auf das Vorhandene betonte Tochter Victoria von Lindenfels: "Wichtig ist das Engagement und das nicht zu ersetzende Feuer des Einzelnen für die Sache." Nur so könne man das Erhaltenswerte erhalten.

Die gemütliche Kaffee- und Kuchenpause im Pavillon nutzen die Besucher und die Gastgeberinnen, für einen fachlichen Austausch. Entlang von Blumen, Bäumen und Buchssträuchern wanderte die Gruppe danach zum heute anderweitig genutzten Pferdestall. Nicht fehlen durfte ein Abstecher zur Ägidienkirche und zum alten Schulhaus im Ort, das auf seine Revitalisierung wartet. "Thumsenreuth und das Schloss sind eine Einheit", merkte Zweiter Bürgermeister Herbert Mattes aus Thumsenreuth an. Er erinnerte an die 750-Jahr-Feier der Gemeinde, die vor zwölf Jahren im Hof des historischen Anwesens stattgefunden hatte. "Das ist unvergessen." Abschließend bezeichnete Dr. Sabine Weigand das Schloss Thumsenreuth als einen "Leuchtturm" in der Bayerischen Kulturlandschaft.

Hobbygärtnerin Cornelia Roth aus Thumsenreuth kommt im Garten ganz ohne Pestizide aus

Thumsenreuth bei Krummennaab
Eines der Ziele beim Gartenspaziergang war der Obelisk im Westen des Thumsenreuther Schlosses. Im Bild: (von links) Elvira Freifrau von Lindenfels, Raimund Karl, Anna Schwamberger, Josef Schmidt, Sabine Weigand, Victoria von Lindenfels und Herbert Mattes.
Hintergrund:

Zum Schloss Thumsenreuth

  • Erstmals erwähnt 1259: Seitdem thront das imposante Gebäude über dem Krummennaaber Ortsteil Thumsenreuth.
  • Das Schloss befindet sich seit dem Jahr 1661 im Besitz der Familie von Lindenfels.
  • Von 1992 bis 1994 wurde der historische Komplex saniert und strahlt seitdem in neuem Glanz.
  • Prächtiges Gebäude war ausschlaggebender Punktelieferant beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ 2008. Thumsenreuth vertrat den Landkreis beim Bezirksentscheid.
  • Hoher Schaden bei einem Brand im Dezember 2015: In einem Nebengebäude überhitzte ein Blockheizkraftwerk.

 

 

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