Alles dreht sich um den Kirchenpatron

In Bayern ist es alte Tradition, dass Altar und Wirtshaus, also auch Kirchen- und Bierbänke, ganz nahe beieinander stehen. Ein früherer Regensburger Bischof prägte den Satz: „Zuerst die Mess‘, dann die Mass.“

Kirchweihbetrieb neben dem Pfarrheim, im Hintergrund der Kirchturm der Pfarrkirche.
von Redaktion ONETZProfil

Diese Weisheit hat auch in der Pfarrei Thurndorf ihre Gültigkeit, wie sich einmal mehr bei der Kirchweih zeigte. In den von Ruhestandspfarrer Andreas Straub und Pater Samuel Patton zelebrierten Gottesdiensten war der Apostel Jakobus, der Kirchenpatron, das beherrschende Thema der Predigten.

Die Heiligen, dargestellt als Statuen oder auf Gemälden, präsentierten sich perfekt und als "allzeit fromme Vorbilder für uns alle", sagte Pater Samuel in seinen Ausführungen. Jakobus, gleichzeitig erster Martyrer unter den Aposteln, sei ein sehr impulsiver Mensch gewesen, der sehr energisch das Wort Jesu verkündet habe.

Ruhestandspfarrer Andreas Straub hob die Rolle von Jakobus als Pilger hervor. Dieser wird stets mit einem Wander- beziehungsweise Pilgerstab dargestellt mit einer Muschel im Hintergrund. Aufgrund seiner Verkündigung der christlichen Lehre erlitt er den Martyertod durch das Schwert.

So wie er im Leben viel unterwegs war, so erging es auch seinen sterblichen Überesten. Nach der Eroberung von Jerusalem durch die Römer wurden Jakobus' Gebeine auf die Insel Sinai gebracht. Nach den Eroberungen der Sarazenen gelangten sie an ihren endgültigen Bestimmungsort nach Spanien. Pfarrer Straub hatte zur Untermalung eine kleine Jakobus-Glocke mitgebracht, "damit seine Worte uns innen und außen läuten und leuchten mögen".

Als Kontrast zu den medizinischen Ratschlägen heutiger Tage, wonach Bewegung alles sei, lud Straub die Gläubigen zur Begegnung auf der Kirchweih ein. Nach dem sich dem Gottesdienst am Sonntag anschließenden Frühschoppen wurden traditionell Schweine- und Sauerbraten serviert. Nachmittags wurden Kaffee und Kuchen gereicht. Neben den Speisen vom Grill waren auch frisch gebackene Pizzen im Angebot.

Die Katholische Landjugend führte beim "Bayerischen Abend" am Montag Regie. Neben konventionellen Rippchen mit Kartoffelsalat sowie Stadtwurst mit Musik fanden auch Kräuterbaguettes mit Tomate-Mozarella-Spieß ihre Abnehmer. Analog der "verlängerten Werkbank" in der Industrie gab es in Thurndorf als Kirchweih-Abschluss eben die "verlängerte Wirtshausbank".

Die Apostel-Jakobus-Glocke soll nach den Worten von Ruhestandspfarrer Andreas Straub die Menschen innen und außen zum Läuten und Leuchten bringen.

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