Gottesdienst des KAB-Kreisverbandes Pegnitz mit Pfarrer Peter Klamt

Normalerweise findet die Veranstaltung in Neuzirkendorf statt. Doch heuer feiert der KAB-Kreisverband Pegnitz, zu dem auch der Ortsverband Thurndorf gehört, seinen alljährlichen Gottesdienst in Pegnitz.

KAB-Präses Peter Klamt bei der Messfeier in der Pegnitzer Herz-Jesu-Kirche.
von Redaktion ONETZProfil

„Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt?“ So heißt es im Markus-Evangelium, aus dem im Gottesdienst des Pegnitzer KAB-Kreisverbandes in der dortigen Pfarrkirche Herz Jesu vorgelesen wurde: gut passend zum einen für die Aufgabenstellung der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und auch thematisch für die Predigt von Pfarrer Peter Klamt.

Der Ort des Geschehens war aus organisatorischen Gründen von der Neuzirkendorfer Wallfahrtskirche St. Laurentius nach Pegnitz verlegt worden. Peter Klamt, zugleich Präses der KAB, berichtete von einem Indien-Reisenden, der sich dort gelegentlich von Schneidern Kleidung anfertigen ließ, die ihm dort im Vergleich zu Europa, trotz eines großzügigen Trinkgeldes, wesentlich günstiger gekommen sei.

Also hätten alle ein Geschäft gemacht: der Schneider und Tuchhändler sowie der europäische Reisende. "Aber so einfach ist das nicht", erklärte Klamt. Gerade in diesen Ländern würden Menschen 14 bis 16 Stunden täglich für einen Hungerlohn arbeiten. Und die dort gefertigte Kleidung werde dann in Europa und anderswo für ein Vielfaches verkauft.

"Indirekt ist es eine Ausbeutung, die wir betreiben", machte der KAB-Präses deutlich. "Unsere Wirtschaft ist doch einzig und allein auf Profit ausgerichtet. Große Gesellschaften, deren Gewinn geringer sei als im vergangenen Jahr, würden das als Verlust bezeichnen. „Geld, Geld, Geld – gibt es denn wirklich nichts anderes?“, zitierte der Prediger einen Ausruf. „Wo bleibt da eigentlich der Mensch?“

"Wir sollten uns daher den Kernsatz des heutigen Evangeliums zu Herzen nehmen", regte Klamt an. Dabei sei Geld eigentlich ein „Entgelt“, damit man durch seine geleistete Arbeit sein Leben bestreiten könne. „Warum können viele Menschen von ihrem Lohn nicht leben, während andere im Überfluss leben?“, fragte er.

Bei diesem Thema müssten wir nicht unbedingt nach Afrika oder andere Länder schauen. Das gebe es auch in Deutschland, "wo Saisonarbeiter aus Osteuropa für wenig Geld viel arbeiten, damit wir billig zu Spargel und Erdbeeren kommen". Und diese Menschen müssten auch noch in menschenunwürdigen Unterkünften hausen.

Die KAB kämpfe neben anderen Organisationen für ein Lieferkettengesetz, das für die nötigen Mindeststandards sorgen solle. Die Unternehmer wehren sich dagegen, weil ja alles viel zu teuer werde. "Unser Beitrag hierzu kann sein, etwas bewusster einzukaufen und außerdem Druck auf die Politik auszuüben, die für diese Gesetze sorgen soll", erklärte der KAB-Präses. Und wenn anderswo Leute von ihrem Lohn leben könnten, hätten sie weniger Grund auszuwandern.

Klamt beschloss seine Predigt mit dem eingangs genannten Kernsatz des Evangeliums. Auch die Fürbitten drehten sich um Menschen, die Probleme haben, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Am Ende des Gottesdienstes war "Fivoy" noch ein Thema. Hierbei handelt es sich eine Dachorganisation für Selbsthilfeprojekte von Frauen auf Madagaskar, einer Insel im Indischen Ozean. Diese kümmern sich um den Kampf gegen Hunger und Armut, bessere Familienplanung, Erziehung und Ausbildung der Kinder und vieles mehr.

Maria Gerstner, vormals KAB-Diözesansekretärin, berichtete von einem Informationsbesuch auf Madagaskar und dem erfolgreichen Fortgang der von "Fivoy" geförderten Projekte. „Der Einsatz dort auf der Insel und hier vor Ort hat sich gelohnt“, freute sie sich. „Es wächst das Einkommen, es wächst die Bildung.“ Die Gottesdienstbesucher konnten beim Verlassen der Kirche für diese Projekte spenden.

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