Nackte Haut und Handschellen auf der Tiefenbacher Theaterbühne

Das Stück, das die Theatergruppe Tiefenbach heuer auf die Bühne bringt, hat’s in sich. Und obwohl es darin jede Menge nackter Haut zu sehen gibt, heißt es am Ende: „Außer Spesen nichts gewesen.“

Ein besonderes Verwirrspiel bekommen die Zuschauer der Theatergruppe Tiefenbach beim Dreiakter "Außer Spesen nichts gewesen" zu sehen.
von Externer BeitragProfil

Das ist auch der Titel des Dreiakters aus der Feder von Bernd Gombold, den die Theatergruppe Tiefenbach aufführt. Bei der Premiere bescherten die zehn Darsteller den Besuchern im „Spaßettl“ kurzweilige Unterhaltung. Die Zuschauer lachten Tränen und amüsierten sich prächtig.

„Außer Spesen nichts gewesen“ ist quasi Tiefenbachs Antwort auf den Kinofilm „Eine ganz heiße Nummer 2.0“. In dem Dreiakter wird deutlich, dass Alter vor Torheit nicht schützt und amouröse Abenteuer sehr schweißtreibend sein können. Jedenfalls ging es in dem auf der Bühne aufgebauten Wohnzimmer der Familie Müller drunter und drüber. Dort spielten sich in den folgenden zweieinhalb Stunden teils leidenschaftliche Szenen ab.

In der Handlung begegnen die Zuschauer der Familie Müller, die im Reisestress ist: Mutter Elisabeth (Anita Rohrmüller) fährt zur Kur, Tochter Sabrina (Chrissi Wachter) will zu einer Rucksacktour nach Tibet aufbrechen, Opa Gustav (Ludwig Pregler) zur Seniorenwallfahrt nach Rom und Vater Gottfried (Axel Gräfe) packt die Tasche für eine berufliche Fortbildung. Für Verwunderung, dass Postbote Martin (Martin Voith) ständig Pakete mit kompromittierendem Inhalt bringt. Ob sie Vater Gottfried oder doch Opa Gustav bestellt hat? Denn beide setzen alles daran, dass alle Familienmitglieder wie geplant verreisen.

So ist Gottfrieds Fortbildung nur erfunden. Er will sich in der „sturmfreien Zeit“ lieber mit Russin Natascha (Ramona Pregler) vergnügen. Und auch Opa Gustav und sein Freund Max (Markus Klier) haben die Rom-Wallfahrt sausen lassen, weil sie viel lieber den „Gipfel der Lust“ erklimmen wollen. Doch zunächst durchkreuzen die aufdringliche Nachbarin Henneliese (Ingrid Fersch) und Schwiegermutter Frida (Christa Bucher) die amourösen Pläne der drei Männer.

Damit ihre Absichten nicht auffliegen, muss nicht nur Paketbote Martin herhalten. Bis der weiß, wie’s ihm geschieht, findet er sich mit Handschellen und heruntergelassener Hose an der Strip-Stange wieder. Und kassiert dafür auch noch eine Watsch’n nach der anderen. Und auch Frida ist plötzlich Teil des Verwirrspiels, haben ihr doch Max und Gustav eine extra große Portion „Torrero, der Duft der Sie zum Wahnsinn bringt“ unter die Nase gesprüht. Doch just als es im Wohnzimmer so richtig heiß her geht, kommt Mutter Elisabeth nach Hause. Sie hat ihre Kur nicht angetreten und will sich lieber daheim vom charmanten Heiler Yogi (Jonas Betz) behandeln lassen. Doch das sollen die anderen nicht wissen. Als auch Tochter Sabrina vorzeitig von ihrem Himalaya-Trip zurückkehrt, ist das Chaos perfekt. Ob Opa Gustav die Leistungen der rassigen Russin bei der Pflegekasse abrechnen kann und ob der Haussegen bei den Müllers am Ende wieder gerade hängt, wird hier nicht verraten. Nur so viel: Es geht am Ende noch mal heiß her.

Die Akteure auf der Bühne durften sich ebenso über langanhaltenden Applaus freuen wie die „guten Geister“ hinter den Kulissen: Souffleuse Lydia Bücherl, das Schminkteam Lissi Lintl und Chrissy Wachter sowie die Techniker Andreas Babl und Christian Bock. Weitere Aufführungen sind am 22. und 23. November um 19.30 Uhr sowie am 24. November um 18 Uhr. Infos zum Kartenvorkauf unter Telefon 01 63 / 438 29 13.

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