Tiefenbach im Landkreis Cham
07.08.2025 - 12:00 Uhr
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Wirtschaftsminister zu Gast bei der Waldkönigin in Tiefenbach

Hubert Aiwanger ist schwer beeindruckt, als er die Familien Vogl auf der Hammermühle besucht. Mehrere Gemeinsamkeiten haben der stellvertretende Ministerpräsident und Waldkönigin Patricia Vogl. Auch vom Wald ist der Gast angetan.

Der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Zweiter von rechts, zusammen mit der Delegation) ist beeindruckt vom Wald der Familien Vogl. Bild: Stephanie Bucher
Der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Zweiter von rechts, zusammen mit der Delegation) ist beeindruckt vom Wald der Familien Vogl.

Dienstagnachmittag, 13.30 Uhr in Tiefenbach: Es regnet. Waldkönigin Patricia Vogl wirft bange Blicke gen Himmel. „Ausgerechnet jetzt!“ Sie und ihre Familie erwarten auf der Hammermühle hohen Besuch: Hubert Aiwanger, Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie hat sich angekündigt – und lässt erst einmal auf sich warten.

Mit 15-minütiger Verspätung trifft der stellvertretende Ministerpräsident dann in Tiefenbach ein – gut gelaunt und beeindruckt. „Oje, oje – a Schuidl hams ma a no gmacht“, bemerkt er anerkennend bei der Begrüßung der Gäste – darunter Waldprinzessin Lea Wex, Bürgermeister Ludwig Prögler, Landrat Franz Löffler, MdL Julian Preidl und Bernhard Breitsameter, Präsident des bayerischen Waldbesitzerverbands. Und natürlich die Familien Vogl.

„Gratuliere zur Tochter“

„Gratuliere zur Tochter“, sagt Aiwanger in Richtung Alfons und Birgit Vogl, der Eltern der Waldkönigin, die nicht nur „ein sehr sympathisches Auftreten“ habe, sondern mit der ihn auch einiges verbinde: Beide haben in Weihenstephan studiert, beide haben den Jagdschein und beiden liegt der Wald am Herzen.

Zwar hätte Alfons Vogl, der Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV) Neunburg/Oberviechtach, dem Minister dann erst einmal gerne den Betrieb vorgestellt, Aiwanger zieht's aber gleich hinaus in den Wald. „Den schau ma uns jetzt o, bevor's wieder regnet“, sagt er und stellt damit den Programmablauf auf den Kopf.

Im Konvoi geht es also hinaus in den Hammermühlner Wald – 100 Hektar groß mit Eigenjagd. Beim ersten Halt erkennt Aiwanger sofort, worauf Patricia Vogl hinauswill: „Da sieht man den Kontrast zwischen undurchforstetem Kleinprivatwald und langjährig bewirtschaftetem bäuerlichen Dauerwald.“ Letzterer gehört den Familien Vogl. Er werde seit gut 50 Jahren intensiv durchforstet, der Schwerpunkt liege auf der Einzelstammentnahme. Die Tanne werde gefördert und Totholz stehen gelassen. Die Naturverjüngung gebe es kostenlos dazu, informiert Alfons Vogl.

Zwei-Familien-Betrieb

Daneben werde der Wald seit gut 30 Jahren intensiv bejagt. Denn die naturnahe Waldbewirtschaftung sei ein Schwerpunkt des Betriebs, den er und sein Bruder Josef als Zwei-Familien-Betrieb führen. Bei dieser Art der Bewirtschaftung könne man in 30 Jahren so viel Holz ernten, wie ansonsten bei einem Kahlschlag anfallen würde, habe aber hier wesentlich hochwertigeres Holz.

In einem anderen Waldstück sieht Aiwanger einen gelungenen Waldumbau hin zu einem vom Nadelholz geprägten klimatoleranten Zukunftswald. „So g'hört sich des g'macht.“ Und dann ist es auch schon wieder Zeit, zurück zum Hof zu fahren. Dort trägt sich Aiwanger ins Goldene Buch der Gemeinde Tiefenbach ein, der er „eine glückliche Zukunft“ wünscht.

Danach geht es weiter ins Sägewerk, in dem Lohnschnitt für andere Waldbesitzer erfolgt und eigenes Holz zur Direktvermarktung geschnitten wird. Das Sägewerk werde im Nebenerwerb geführt, erklärt Josef Vogl. „So konnten wir überleben, während andere zumachen mussten.“ Der Einschnitt erfolge überwiegend mit einer Gattersäge, davor würden die Stämme mit dem Wurzelreduzierer behandelt. „Beeindruckend“, findet Aiwanger.

Stabile Energieversorgung

Die Hammermühle ist aber auch Energieerzeuger – mit Hackschnitzelheizung, Wasserkraftwerk, Photovoltaik und eigener Speichermöglichkeit. Da die Wasserkraft in den Wintermonaten wesentlich mehr Strom erzeuge als im Sommer, sei sie für den hofeigenen, aber auch gesamtgesellschaftlichen Strommix von besonderer Bedeutung, erfährt der Energie- und Wirtschaftsminister. Sie sorge in Kombination mit der Photovoltaikanlage für eine stabile Stromversorgung des Betriebs. Neben dem Sägewerk seien auch mehrere Elektrofahrzeuge darauf angewiesen. Und an die Hackschnitzelheizung seien mittlerweile zwei Häuser, das WBV-Büro und die Werkstatt angeschlossen. Es könnten aber auch Hackschnitzel und Heu getrocknet werden.

Energieholz sei in der Region im Überfluss vorhanden und werde von der WBV Neunburg/Oberviechtach bis nach Belgien, Österreich und Norddeutschland verkauft, sagt deren Geschäftsführer Alfons Vogl. „Da dürft's stolz drauf sein!“, findet Aiwanger nach dem Rundgang. Augenscheinlich hat es dem Minister in Tiefenbach wirklich gefallen: „Da setz ma uns no a bissl her“, sagt Aiwanger, bevor es zum nächsten Termin nach Furth im Wald weitergeht.

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