Zur 374. Wallfahrt für die Kirche begrüßte Stadtpfarrer Georg Flierl Prodekan Pfarrer Martin Besold, als Anführer. Den Gottesdienst begleiteten die Solisten Christine Kohl und Ottmar Andritzky sowie an der Orgel Wilhelm Heidtmann.
"Die Tirschenreuther Wallfahrt ist ein Glaubensereignis", begann Pfarrer Besold die Predigt. Er erinnerte die Anwesenden an den Ursprung der Tirschenreuther Wallfahrt: Das Gnadenbild der schmerzhaften Mutter Gottes wurde angefertigt von der Familie Zottmeyer als Dank für die Hilfe in einer schweren Krankheit. Diese und andere Gebetserhörungen vor dem Gnadenbild sprachen sich bald herum. Daraus entwickelte sich eine Wallfahrt, die über die Grenzen des Stiftlandes hinausgeht. Die Gebetserhörung sei Ursprung der Wallfahrt, erklärte Besold.
Nicht mehr erste Wahl
"Ein gläubiger Mensch sieht in seinem Leben in vielen Situationen Gott am Werk. Wo andere vielleicht einen Zufall oder Glück sehen, danken Gläubige dem Herrgott für diese Fügung und seine Hilfe." Auch die Lesung des Tages zeige dieses Thema auf. "Eine spektakuläre Gebetserhörung des Propheten Elija, der damit den Baalskult im Lande Israel zurückdrängt und zeigt, wer der wahre Gott ist", so der Erbendorfer Stadtpfarrer. Daraufhin schlug der Prediger die Brücke zur heutigen Zeit: Glaube, Bibel oder die Sonntagsmesse seien für viele Menschen nicht mehr die erste Wahl. "Wie gut wäre da wieder eine Ansage Gottes, wie damals auf dem Berg Karmel, damit die Menschen aufwachen und allen sichtbar wird, dass er der wahre Gott ist."
Gott nicht klein denken
Doch Gott sei anders, als wir ihn uns denken, führte der Wallfahrtsleiter aus. "Wer hat das mehr erfahren als Maria", sagte Besold. Das verdeutlichen Situationen in ihrem Leben, von der unbegreiflichen Schwangerschaft bis hin zu den schweren Stunden unter dem Kreuz, als auch sie hätte schreien können: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?" An Maria würden wir sehen, dass Gebetserhörungen oft anders seien, als wir denken und es uns wünschen würden. Der Pfarrer legte den Gottesdienstbesuchern nahe, Gott nicht klein zu denken, sondern ihn im Herzen groß zu machen und an den unbegreiflichen Gott trotzdem zu glauben. Besold führte an, dass auch der Prophet Elija Gott am Berg Horeb nicht im Feuer und im Sturm begegnete, sondern im sanften, leisen Säuseln des Windes.
Hier könne uns Maria ein Vorbild sein, wie sie dem leisen Gott in ihrem Leben die Vorfahrt lässt. "Willst du ihn hören, werde ganz still, wie Maria es war." Mit diesen Worten zitierte Pfarrer Besold ein modernes Marienlied aus dem Gotteslob (GL 873). "Maria will und wird unseren Blick immer auf Jesus lenken", betonte er abschließend. "Mit Maria sollen auch wir versuchen, im Alltag zu tun, was Jesus sagt. Vielleicht entstehen gerade dadurch die besten Gebetserhörungen", endete Prodekan Besold.





















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