27.08.2021 - 15:26 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Ab Sonntag gilt im Kreis Tirschenreuth die 3G-Regel

Corona breitet sich in Deutschland wieder stark aus. Im Landkreis Tirschenreuth überschritt die Inzidenz am Freitag den dritten Tag in Folge den Wert 35. Die Folge: Ab Sonntag gilt in vielen Bereichen die 3G-Regelung.

Während in vielen Landkreisen die 3G-Regelung schon länger in Kraft getreten ist, gilt sie im Landkreis Tirschenreuth ab Sonntag. So ist zum Beispiel ein Besuch in einer Gaststätte nur mehr für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete möglich.
von Armin Eger Kontakt Profil

Auf neue Corona-Vorgaben müssen sich die Bewohner des Landkreises Tirschenreuth ab Sonntag, 29. August, 0.00 Uhr einstellen. Dann tritt die 3G-Regelung in Kraft. Denn wie erwartet lag die 7-Tage-Inzidenz am Freitag mit 37,7 den dritten Tag in Folge über dem Schwellenwert von 35.

Mit 3G ist vieles, vor allem in Innenräumen, nur noch dann uneingeschränkt möglich, wenn man geimpft, genesen oder negativ getestet ist. Vorzuzeigen ist das negative Ergebnis eines Antigen-Schnelltests, der nicht älter als 24 Stunden ist, oder das negative Ergebnis eines PCR-Tests, der nicht älter als 48 Stunden ist. Keinerlei Einschränkungen haben die vollständig Geimpften. In Deutschland haben inzwischen 59,9 Prozent die zweite Dosis erhalten, im Landkreis Tirschenreuth sind es über 55 Prozent. Beschäftigte dürfen übrigens ohne 3G-Nachweis arbeiten.

In der Stadt Weiden gilt die 3G-Regelung bereits seit über einer Woche, im Landkreis Neustadt/WN seit Mittwoch. Die Sieben-Tage-Inzidenz in den Nachbarlandkreisen Wunsiedel und Bayreuth lag am Freitag knapp unter der 35er-Marke. So wirkt sich die 3G-Regel ab Sonntag im Landkreis Tirschenreuth im Alltag aus:

Hotels und Gastronomie

Die 3G-Regelung wird sich vor allem in Restaurants bemerkbar machen. Um Zutritt zur Innengastronomie zu bekommen, wird ein negativer Corona-Test für Ungeimpfte zur Pflicht. Zudem gibt es Änderungen für Hotels, Pensionen und Jugendherbergen. Menschen ohne Impfung müssen nun bei der Ankunft und alle 72 Stunden ein neues Testergebnis vorlegen. "Es wird sich zeigen, wie das alles läuft", sagt Harald Bruischütz, Direktor im Aribo-Hotel Erbendorf. "Wir sind von den anderen Corona-Maßnahmen schon erprobt."

Einen zusätzlichen großen Aufwand, die Nachweise zu kontrollieren, sehe er nicht, da die Impfquote schon hoch sei und ein Blick auf die Bestätigung reiche. Tests vor Ort könne er im Hotel und auch im Restaurant nicht anbieten. "Die Tests anzuschauen geht schnell, aber wenn ich Tests vor Ort anbieten würde, bräuchte ich einen zusätzlichen Mitarbeiter." Jemanden dafür 10 bis 15 Minuten abzustellen, sei nicht möglich.

Seit der Betrieb im Mai wieder geöffnet hat, musste er niemanden wegschicken, da die Vorgaben in der Gesellschaft angekommen seien. Auch über die Auslastung in den vergangenen Monaten könne er sich nicht beschweren. "Die 3G-Regelung wird uns nicht das Genick brechen", ist er überzeugt und er hofft, dass im anstehenden Herbst und Winter alles einigermaßen im Rahmen bleibt.

Fitnessstudios und andere Freizeiteinrichtungen

"Ganz klar ist die 3G-Kontrolle ein Mehraufwand", ist Bettina Lindner vom Gym-2000-Fitnessstudio in Mitterteich sicher. Ein Problem sei, dass sich mit der neuen Verordnung für einige Mitglieder einiges ändern werde. "Geimpfte und Genesene können ihren Zutrittschip zum Studio behalten, die anderen müssen ihn abgeben. Wir können nur zu unseren Betreuungszeiten kontrollieren, aber wir haben länger, nämlich von 6 bis 22 Uhr geöffnet", erklärt sie. Das sei mit Ärger verbunden und es wollten Leute schon deswegen ihren Vertrag kündigen. Sie bietet Tests unter Kontrolle einer ihrer neun Mitarbeiter vor dem Studio an, damit der Einlass wenigstens an diesem Tag gesichert sei.

Es sei insgesamt eine schwierige Zeit, da ihre Branche stark betroffen sei. Sieben Monate Lockdown hätten Spuren hinterlassen. "Ich hoffe, dass die Leute trotz allem zu uns stehen. Wir testen lieber, als dass wir wieder zusperren müssen", sagt Lindner. Der Betrieb müsse auf jeden Fall aufrecht erhalten werden. "Vielleicht bekommen wir einige Neukunden", wünscht sie sich.

Altenheime und Krankenhäuser

Für ungeimpfte Besucher von Alten- und Pflegeheimen sowie von Behinderteneinrichtungen gilt weiter eine inzidenzunabhängige Testpflicht. Zwar würde die 3G-Regel Besuchern den Zugang zu Krankenhäusern verschärfen, in den Häusern der Kliniken Nordoberpfalz AG benötigen Ungeimpfte bereits seit Anfang Juni einen negativen Testnachweis, also auch in den Häusern in Tirschenreuth, Kemnath und Erbendorf.

Friseure und körpernahe Dienstleistungen

Die Testpflicht für Menschen ohne Impfschutz gilt ab einer Inzidenz ab 35 auch für Friseurbesuche, den Aufenthalt in Massagestudios und andere körpernahe Dienstleistungen.

Schüler

Von der Testpflicht ausgenommen sind weiterhin Geimpfte, Genesene, Kinder bis zum 6. Geburtstag und Schüler, die im Rahmen des Unterrichts regelmäßig getestet werden. Die Ausnahme für Schüler gilt auch in den Ferien. Kinder und Jugendliche müssen für eine Befreiung von der 3G-Regel ein Dokument vorlegen, das den Schulbesuch beweist - zum Beispiel einen Schülerausweis oder ein Schülerticket.

Einkaufen/ Einzelhandel

Keine Änderungen gibt es beim Einkaufen in Supermärkten oder Geschäften, da diese von der 3G-Regelung nicht betroffen sind.

So geht es weiter

Unterschreitet der Landkreis Tirschenreuth an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die 7-Tages-Inzidenz von 35 wieder, erfolgt eine erneute Bekanntmachung des Landkreises. Die 3G-Einschränkungen treten nach aktueller Rechtslage dann am übernächsten Tag (Tag 7) wieder außer Kraft. Allerdings hat das Landratsamt in der Pressemitteilung am Freitag noch einmal explizit drauf hingewiesen, dass Ministerpräsident Markus Söder für nächste Woche neue Vorschriften mit inzidenzunabhängigen Regelungen angekündigt hat.

Der Landkreis Tirschenreuth rüstet sich für vierte Welle

Tirschenreuth

„Die 3G-Regelung wir uns nicht das Genick brechen.“

Harald Bruischütz, Direktor im Aribo-Hotel Erbendorf

"Ich hoffe, dass die Leute trotz allem zu uns stehen. Wir testen lieber, als dass wir wieder zusperren müssen.“

Bettina Lindner vom Gym-2000-Fitnessstudio in Mitterteich

 

 

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