31.07.2018 - 15:16 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Badeweiher: Nur einer macht Probleme

Alle vier Wochen überprüfen Experten das Wasser der Badeweiher im Landkreis Tirschenreuth. Das Ergebnis spricht für sich: Die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Nur ein Weiher macht Probleme.

Momentan ist Baden im Rothenbürger Weiher möglich. Aber Blaualgen im Wasser bereiten immer wieder Probleme.
von Redaktion ONETZProfil

(plym) Im Land der 1000 Teiche gibt es neben Freibädern auch elf ausgeschriebene Badeweiher. Fünf davon haben sogar den Titel "EU-Badegewässer". "Das bedeutet, dass sie der EU gemeldet sind und strengen Richtlinien unterliegen. Die Badegewässerverordnung legt fest, welche Kriterien erfüllt sein müssen, um den Namen zu verdienen", erklärt Jürgen Lober, Hygienekontrolleur für die Badeweiher der Region. "Es sollten genügend Leute die Badestelle besuchen und die Logistik muss stimmen."
Zu den fünf EU-Badegewässern gehören die Wiesauer Kipp, der große Weiher in Plößberg, das Kösseinebad in Waldershof, der Erlenweiher in Thumsenreuth und der Rothenbürger Weiher bei Lengenfeld. An diesen Gewässern untersuchen Lober und seine Kollegin Nadine Tretter alle vier Wochen zwischen Mai und September die Wasserqualität. "Die EU legt genau Termine fest, wann wir die Proben nehmen sollen." Auch bei schlechtem Wetter oder Kälte werde kontrolliert.
Die Probe erfolgt dabei manuell und visuell. "Zuerst schauen wir nach groben Veränderungen wie Schaum, Öl und Algen. Anschließend entnehmen wir mit speziellem Probebesteck Wasser, packen es in sterile Flaschen und schicken es an das Landesamt für Gesundheit (LGL)", erläutert Lober. Innerhalb einer Woche liegt dann das Ergebnis vor. Bei der Messung gehe es hauptsächlich um zwei kleine Bewohnerarten.
Lober und Tretter untersuchen vornehmlich die Indikatorkeime, die verraten, ob das Wasser zum Baden geeignet ist: Der Grenzwert für Enterokokken (tierische Bakterien) liegt bei 200 pro 100 Milliliter Wasser. Escherichia Coli (menschliche Darmbakterien) dürfen bis 500 pro 100 Milliliter enthalten sein. "Der Mensch ist nicht steril. Mit jedem Badebesuch gelangen Keime ins Wasser. Trotzdem sind die Werte hervorragend. Wir messen 10 oder 20 bei den beiden Bakterienarten, die Qualität ist also ausgezeichnet", so der Hygienekontrolleur.
Auch die restlichen sechs Badegewässer werden in unregelmäßigen Zeitabständen untersucht. Dazu gehören der Moorweiher in Bärnau, das Naturbad Selingau in Ebnath, der Waldbadeweiher Fuchsmühl, der Badeweiher Konnersreuth, der Badeweiher Mähring und das Naturbad Pechbrunn. Diese weisen ebenfalls hervorragende Werte auf.
Einziges Sorgenkind dieser elf ist der Rothenbürger Weiher, auch wenn dort momentan Baden kein Problem ist. Seit zwei bis drei Jahren befinden sich Blaualgen im Wasser, die den Besuchern den Spaß am Schwimmen verderben. "Die Gründe für die Verschmutzung sind nicht monokausal erklärbar. Witterung und menschliche Faktoren hängen zusammen. Direkt neben dem Weiher liegt ein Hang mit landwirtschaftlichen Flächen. Bei Starkregen kann die Gülle in das Badegewässer geschwemmt werden und ein Nährboden für Bakterien ist geschaffen", meint Lober.
Auf diesem wachsen vor allem Ende Juli, Anfang August Cyanobakterien, die Toxine produzieren. Bei vielen Menschen kommt es bei Berührung zu Schleimhautreizungen und allergischen Reaktionen. Trotz der Tatsache, dass der Rothenbürger mikrobiologisch exzellente Werte aufweist, verhindern diese Algen unbeschwertes Badevergnügen. "Schuld ist auch die Beschaffenheit dieses Weihers: Dadurch dass er recht flach ist, kann die Sonne tief eindringen und die Wassertemperatur erhöht sich besonders nach langen Trockenperioden sehr schnell. Auch der fehlende Zulauf ist ein Problem", analysiert Lober.
Eine ähnliche Komplikation wies auch der Erlenweiher in Thumsenreuth vor einigen Jahren auf. Das Wasserwirtschaftsamt sorgte für schnelle, effektive Abhilfe: Eine biologische Reinigung mit Schilfpflanzen. Lober stellte jedoch fest: "Gegen das Algenproblem am Rothenbürger kann man allerdings nichts unternehmen."

Nachgefragt:

Hochbetrieb in Freibädern

In den Freibädern im Landkreis Tirschenreuth herrscht momentan Hochbetrieb. Waren es vergangenes Jahr im Juli 15.000 Besucher im Freibad Tirschenreuth, kamen im Juli 2017 20.000 Meschen ins Bad. Auch ins Waldsassener Egrensisbad kamen im Juli 5.000 Gäste mehr als im Vorjahresmonat, insgesamt 25.000. Dem Freibad Mitterteich bescherte der heiße Juli 17.500 Badegäste, während es ein Jahr zuvor gerademal 7.300 waren. Astrid Häring von der Stadt Mitterteich freute sich über diese Zahlen.

Hygienekontrolleur Jürgen Lober untersucht das Wasser der Wiesauer Kipp.
Hygienekontrolleur Jürgen Lober untersucht das Wasser der Wiesauer Kipp.
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