Die Stadt Tirschenreuth hätte den kulturellen Herbst nicht besser einläuten können: Mit Swing, Blues, Rock ’n’ Roll und Soul von „The Ballroomshakers“ eröffnete das Theater- und Konzertprogramm im Kettelerhaus. Die Veranstaltung war gut besucht. Die abwechslungsreiche Musik bot einen gelungenen Kontrast zum mediterranen Sommer mit viel italienischer Open-Air-Musik.
„The Ballroomshakers“ sind seit über zwei Jahrzehnten mit Musik der 40er- und 50er-Jahre unterwegs. Kein Wunder, dass es beim Rock ’n’ Roll oder gepflegtem Soul manchen Senior beinahe vom Hocker riss. Die jüngeren Gäste wurden an diesem Abend beschwingt und auf hohem Niveau in die Musik der Nachkriegsjahre ihrer Eltern oder Großeltern eingeführt.
Die vier Musiker, darunter Harry Hirschmann, der langjährige Bassist von Kevin Coyne, boten keine kitschige Retro-Darbietung. Hier rockte die Profiklasse der Entertainer aus einer Musikepoche, die mehr als nur „laute Musik“ war. In den 40er- und 50er-Jahren ging es um Aufbruch, Neuanfang sowie Lebenslust und Spaß – und diese Aufbruchstimmung schwappte im Kettelerhaus über.
Die männlichen Bandmitglieder hielten sich jedoch meist im Hintergrund, es sei denn, sie glänzten mit Solos an ihren Instrumenten. Die Hauptacts waren Roberta Collins mit ihrer beeindruckenden amerikanischen Stimmgewalt und Angelika Traurig, die ihr Saxofon spielte, als wäre es ihre lebenslange Liebschaft. Das Publikum sparte nicht mit Zwischenapplaus und klatschte fast immer mit. Die Solisten mussten nicht um anerkennende Zurufe aus den Zuschauerreihen bitten.
Bürgermeister Schärl vermutete eingangs richtig, dass sich die musikalische Qualität im Laufe des Abends steigern würde. „The Ballroomshakers“ boten auf der Kettelerhausbühne die besten Stücke ihres Repertoires dar. Am Ende wurden sie mit viel Applaus für diesen gelungenen Einstiegsabend ins Herbstkulturprogramm belohnt.















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