01.03.2021 - 14:09 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Baumärkte und Gärtnereien im Landkreis Tirschenreuth: Ein Hauch von Normalität

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Kollektives Aufatmen bei den Baumärkten und Gärtnereien: Seit Montag dürfen die Inhaber ihre Läden endlich wieder öffnen. Wir haben uns im Landkreis Tirschenreuth umgehört, wie der erste Tag angelaufen ist.

Auch Nicole Punzmann von Blumen Schröpf in Tirschenreuth freut sich über die Wiedereröffnung am Montag.
von Vanessa Lutz Kontakt Profil

Endlich wieder ein Stück weit Normalität – da sind sich die Inhaber der Baumärkte und Gärtnereien einig, mit denen Oberpfalz-Medien im Landkreis Tirschenreuth gesprochen haben. Seit Montag dürfen unter anderem Baumärkte und Blumenläden nach dem erneuten Lockdown wieder öffnen und Kunden vor Ort bedienen. "Wir sind sehr glücklich", sagt Hans-Joachim Schinner, der im Landkreis insgesamt fünf Gärtnereien betreibt. "Unter den Mitarbeitern herrscht eine tolle Stimmung, alle sind froh."

Am frühen Montagmorgen lässt sich noch wenig Kundschaft beobachten, sowohl bei den Baumärkten als auch bei den Gärtnereien. Doch im Laufe des Vormittags nimmt der Publikumsverkehr rege zu, die Parkplätze werden immer voller. Gerhard Bauer vom Raiffeisen-Baumarkt Tirschenreuth vermutet, dass es erst am Nachmittag "überlaufen" sein wird – dann, wenn die meisten nach der Arbeit zum Einkaufen fahren.

"Click and Collect" gut angenommen

Die Wochen davor haben sich die Baumärkte und Gärtnereien in der Region überwiegend mit dem Modell "Click & Collect" über Wasser gehalten. So konnten Kunden trotz Schließungen ihre Ware online oder telefonisch bestellen und vor Ort unter Einhaltung der Hygieneregeln abholen. "Das wurde sehr gut angenommen", erzählt Inhaberin Elisabeth Schröpf von Blumen Schröpf aus Tirschenreuth. Das bestätigt auch Anneliese Andörfer, Inhaberin von "Natürlich Blumen" aus Mitterteich. "Natürlich", sagt sie, "war das aber keinesfalls mit dem normalen Umsatz zu vergleichen."

Deutlichere Worte findet Hans-Joachim Schinner. Er sagt, das Modell habe bei ihm "nicht funktioniert". Ein hoher Aufwand sei das gewesen, der in keiner Relation zum Nutzen gestanden habe. "Wenn ich einen Blumenstrauß für 20 Euro kilometerweit ausfahre, fällt mir außerdem auch der Mitarbeiter für mindestens eine Stunde weg." Umweltverträglich sei das außerdem auch nicht gewesen. Beteiligt habe Schinner sich aber dennoch wegen der Kundenbindung, wie er sagt.

Er öffnet mit "einem lachenden und einem weinenden Auge", gibt er zu. Denn während er öffnen darf, würden viele andere Kollegen aus unterschiedlichen Branchen noch immer wie auf heißen Kohlen sitzen. Dennoch, betont er, herrsche keine Missgunst - im Gegenteil. Am Sonntag, erzählt Schinner, hätten ihm viele Kollegen aus anderen Bereichen über Whatsapp viel Glück gewünscht. "Dieses Privileg, nun mit als erste öffnen zu dürfen, nehmen wir deshalb sehr ernst."

Ausgereifte Hygienekonzepte

"Es fühlt sich allmählich wieder wie ein Hauch von Normalität an."

Elisabeth Schröpf von Blumen Schröpf aus Tirschenreuth

Um öffnen zu dürfen, sind umfangreiche Hygienekonzepte erforderlich, die alle befragten Läden in der Region umsetzen. Peter Wunsch vom Hagebaumarkt in Kemnath sagt, in seiner Filiale würde strikt auf FFP2-Masken geachtet werden. Außerdem finden Einkaufswagenkontrollen zur Personenbegrenzung statt, für die Kunden seien Desinfektionsmittel und sogar Handschuhe bereitgestellt worden. Besonders hebt Wunsch hervor, dass pro 50 Quadratmeter nur ein Kunde gestattet ist – das geht deutlich weiter als die gesetzliche Vorgabe. Im Raiffeisen-Baumarkt in Tirschenreuth dürfen sich laut Gerald Bauer im Verkaufsraum außerdem nur zwei Personen aufhalten.

Elisabeth Schröpf hat sich für ihren Blumenladen in Tirschenreuth ein Einbahnsystem überlegt, Glaswände trennen den Verkaufsraum und die Einkaufskörbe würden permanent desinfiziert werden. Auch im Blumengeschäft von Anneliese Andörfer in Mitterteich und in den Gärtnerei-Filialen von Hans-Joachim Schinner werde auf Maskenpflicht und Abstand geachtet.

"Wir sind wirklich froh, nun wieder öffnen zu dürfen", sagt Elisabeth Schröpf. "Es fühlt sich allmählich wieder wie ein Hauch von Normalität an - sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Kunden."

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