Tirschenreuth
04.08.2026 - 15:53 Uhr

Bayernwerk prüft Standorte für neue Stromleitung im Landkreis Tirschenreuth

Zwischen den Umspannwerken Tirschenreuth, Wiesau und Mitterteich untersucht die Bayernwerk Netz GmbH den Baugrund für eine neue 110-kV-Leitung in der Oberpfalz. Die Ergebnisse sind entscheidend für die Planung der 26 Mastfundamente.

Bei Baugrunduntersuchungen erfassen Fachleute die Bodenbeschaffenheit entlang der bestehenden Hochspannungsleitung (Beispielbild). Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die weitere Planung des Ersatzneubaus. Bild: Wolfgang Geyer
Bei Baugrunduntersuchungen erfassen Fachleute die Bodenbeschaffenheit entlang der bestehenden Hochspannungsleitung (Beispielbild). Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die weitere Planung des Ersatzneubaus.

Die Bayernwerk Netz GmbH untersucht von Ende August bis voraussichtlich Ende September den Baugrund entlang der 110-Kilovolt-Leitungen zwischen den Umspannwerken Tirschenreuth, Wiesau und Mitterteich. Zwei Partnerfirmen prüfen den Untergrund an insgesamt 26 Maststandorten, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Ergebnisse sollen wichtige Daten für die Planung der künftigen Mastfundamente liefern. Das Projekt wird in drei Abschnitte gegliedert, insgesamt wendet der Netzbetreiber für die Modernisierungen rund 43 Millionen Euro auf.

Die Erneuerung der Hochspannungsleitungen soll die Versorgungssicherheit in der Region stärken und zusätzliche Kapazitäten für die Aufnahme und Verteilung erneuerbarer Energien schaffen. „Eine erfolgreiche Energiewende benötigt ein Verteilnetz, das den zukünftigen Anforderungen gerecht wird“, erklärt Christopher Knauer, Genehmigungsmanager bei der Bayernwerk Netz. „Die Erkenntnisse aus den Baugrunduntersuchungen sind eine wesentliche Grundlage für unsere Planung zum Ersatzneubau der Hochspannungsleitungen. Sie bilden eine wichtige Basis für die zuverlässige Umsetzung des Vorhabens", äußert er sich in der Mitteilung.

Fit für die Energiewende

Die bestehenden Freileitungen wurden überwiegend zwischen 1963 und 1981 errichtet. In den kommenden Jahrzehnten erwartet der Netzbetreiber einen Anstieg des Strombedarfs in der Region, unter anderem durch Elektromobilität und den verstärkten Einsatz von Wärmepumpen. Zudem speisen immer mehr dezentrale Erzeugungsanlagen erneuerbare Energie in das regionale Verteilnetz ein. Deshalb plant die Bayernwerk Netz, die Stromleitungen zwischen Tirschenreuth, Wiesau und Mitterteich zu erneuern. Insgesamt plant die Bayernwerk Netz den Ersatzneubau von 35 Masten auf einer Länge von rund 13 Kilometern. Davon entfallen 30 Masten auf den Abschnitt bei Tirschenreuth, drei Masten auf den Abschnitt bei Wiesau und zwei Masten auf den Abschnitt bei Mitterteich.

Die modernisierten Leitungen werden künftig an den neuen Ostbayernring angeschlossen, der seit Juli 2026 in Betrieb ist. Der Ersatzneubau erfolgt weitgehend entlang des bestehenden Leitungsverlaufs. Dort, wo der neue Ostbayernring von seinem bisherigen Verlauf abweicht, verlängert die Bayernwerk Netz die angeschlossenen 110-kV-Leitungen oder baut nicht mehr benötigte Leitungsabschnitte zurück.

10 Meter in die Tiefe

Die beauftragten Fachfirmen Dr.-Ing. Spotka und Partner GmbH und Jena-Geos-Ingenieurbüro GmbH untersuchen die geologischen und hydrologischen Verhältnisse des Untergrunds in den drei Leitungsabschnitten. Dazu bohren die Fachkräfte an den vorgesehenen Standorten bis in eine Tiefe von rund zehn Metern. Die Bohrlöcher haben einen Durchmesser von etwa sechs bis acht Zentimetern und werden nach der Probenentnahme wieder verfüllt. Anhand der Bodenproben der 26 Maststandorte analysiert die Bayernwerk Netz, welche Anforderungen des Untergrunds für die neuen Mastfundamente berücksichtigt werden müssen.

Im Projektabschnitt zwischen dem Umspannwerk Tirschenreuth und dem Anschluss an den Ostbayernring bei Falkenberg (O28B) untersuchen die Partnerfirmen 23 geplante Maststandorte. Im Projektabschnitt zwischen dem Umspannwerk Wiesau und dem Anschluss an den Ostbayernring bei Schönhaid (O28C) wird ein bestehender Maststandort geprüft. Im Projektabschnitt zwischen dem Umspannwerk Mitterteich und dem Anschluss an den Ostbayernring (O28D) untersuchen die Fachleute zwei bestehende Maststandorte.

Nächste Schritte

Im Jahr 2027 möchte die Bayernwerk Netz den Antrag auf Planfeststellung bei der Regierung der Oberpfalz einreichen. Mit dem Planfeststellungsbeschluss rechnet der Verteilnetzbetreiber 2028. Der Baubeginn ist für 2029 geplant. Die modernisierten Leitungen sollen 2030 in Betrieb gehen.

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