17.01.2019 - 14:15 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Beratung zum Menschen bringen

Der Bezirk Oberpfalz ist nun sowohl für die ambulanten als auch stationären Hilfen für Pflege zuständig. Deshalb wird am Landratsamt Tirschenreuth eine neue Beratungsstelle installiert. Zum erweiterten Angebot gehören auch Hausbesuche.

Für Menschen mit Behinderung oder Pflegebedarf gibt es vom Bezirk Oberpfalz eine neue Beratungsstelle. Dafür werben Landrat Wolfgang Lippert (Dritter von links), das Sachgebiet Sozialwesen und die Sozialverwaltung des Bezirks Oberpfalz. Berater für den Landkreis Tirschenreuth ist Ekkehard Gauglitz (Dritter von rechts).
von Lena Schulze Kontakt Profil

Mit dem neuen bayerischen Teilhabegesetz ist der Bezirk Oberpfalz neben der stationären auch für die ambulante Hilfe zur Pflege zuständig und gewährt so alle Hilfen aus einer Hand. Dafür werden innerhalb der Landkreise Beratungsstellen geschaffen. "Da hatte der Gesetzgeber tatsächlich eine geniale Idee", informiert erklärt Dr. Benedikt Schreiner, Leiter der Bezirkssozialverwaltung. Mit den bisherigen unterschiedlichen Zuständigkeiten - Landkreis für stationäre, der Bezirk für ambulante Hilfe - habe sich oft ein Verschiebebankett ergeben, einen Fall auf die andere Stelle abzuwälzen. Diese Problematik sei so gelöst. Die Fälle seien schon erfolgreich übergeben.

Für eine gute und frühzeitige Beratung sei insbesondere der persönliche Kontakt wichtig. Auch weil die Versorgungsstrukturen recht komplex sind. "Außerdem geht's meist schnell", weiß Schreiner. Meist gerät man ganz unvorbereitet in die Situation, dass man sich mit ambulanter oder stationärer Pflege beschäftigen muss. Wenn etwa ältere Familienangehörige nach einem Unfall ins Krankenhaus müssen und danach zu Hause nicht mehr alleine zurecht kommen. "Uns ist bei der Einrichtung der Beratungsstrukturen am Landratsamt wichtig, dass wir vor Ort sind und zu den Leuten gehen. Wir wollen kein zusätzliches Angebot schaffen, sondern uns vernetzen, mit dem was schon da ist", betont Schreiner.

Beratungen und Vorträge

In Tirschenreuth gibt es ab Ende Januar klassische Sprechstunden mit Erstberatungen mit dem Schwerpunkt Hilfe zur Pflege, aber auch Hausbesuche, wenn Pflegebedürftige oder Behinderte Menschen nicht mobil sind. Zudem planen die Berater Vorträge in Altenheimen und Gespräche mit Senioren- und Behindertenbeauftragten. Neu ist auch die Beratung über Angebote für Menschen mit Behinderung. Die Eingliederungshilfe umfasst Leistungen für Kleinkinder bis Senioren, von der Frühförderung über Hilfen in der Arbeitswelt bis zum Wohnen im Alter.

Nadine Gerl, Carolin Hecht und Ekkehard Gauglitz sind die drei hauptamtlichen Mitarbeiter der Beratungsstelle. Gerl kümmert sich um organisatorisches, wie die Terminvergabe und Teile der Öffentlichkeitsarbeit. Ab Ende Januar berät der 54-jährige Ekkehard Gauglitz, Fachkraft der Sozialverwaltung des Bezirks, am Landratsamt Tirschenreuth. Er ist ursprünglich aus Neuwied in der Nähe von Koblenz, seit drei Jahren arbeitet er beim Bezirk Oberpfalz.

Er hat beide Seiten im Blick: "Als Sachbearbeiter, weiß ich, wenn etwa Unterlagen fehlen. Auf der anderen Seite habe ich einen Fall in der Familie betreut und kann die Fragen und Sorgen, die man als Betroffener hat, nachvollziehen." Neben dem Landkreis Tirschenreuth ist Gauglitz für die Landkreise Schwandorf, Neustadt/WN und Cham zuständig. Dort gibt es die Beratungsstelle seit zwei Monaten. Mit drei bis fünf Terminen pro Beratungstag ist er bereits gut ausgelastet. "Es ist zeitintensiv, aber es ist wichtig, dass das Angebot zu den Menschen kommt."

Großer Gesprächsbedarf

Auch seine Kollegin Carolin Hecht, die Beraterin für Amberg, Weiden sowie die Landkreise Regensburg, Neumarkt und Amberg-Sulzbach ist, weiß wie wichtig die Infogespräche sind. "Es gibt viel Bedarf." Sie sieht das Angebot des Bezirks als Vorteil für ländliche Regionen.

Auch Wolfgang Jäger, Sachgebietsleiter Sozialwesen am Landratsamt, sieht einen Vorteil, wenn die Beratungstelle in Tirschenreuth ist. "Im persönlichen Gespräch ist vieles besser klärbar, als am Telefon", findet er und denkt, dass das Angebot gut ankommt und angenommen wird.

Info: :

Beratungstermine:

In der Anfangszeit steht Ekkehard Gauglitz von der Bezirkssozialverwaltung einmal im Monat, jeweils dienstags von 9 bis 12 Uhr für Beratungstermine im Landratsamt Tirschenreuth, Foyer Amtsgebäude/Anbau, 1. Stock, Zimmer 123 zur Verfügung. Termine: 22. Januar, 5. Februar, 26. März, 16. April. Ab Mai gibt es monatlich zwei Beratungstermine: 7. und 21. Mai, 4. und 25. Juni. Terminvereinbarung bei Nadine Gerl, Telefon 0941/9100 21 52 oder per E-Mail beratungsstelle[at]bezirk-oberpfalz[dot]de .

Ekkehard Gauglitz ist der neue Berater des Bezirk Oberpfalz für Fragen zur ambulanten oder stationären Hilfe zur Pflege am Landratsamt Tirschenreuth.
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