16.07.2021 - 14:25 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

BRK-Kreisverband Tirschenreuth: Vom Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter

BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl und BRK-Rettungsdienstleiter Klaus Dvorak im Gespräch mit Helmut Zeitler (von rechts), einem der beiden ersten vom Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter nachqualifizierten Mitarbeiter des Kreisverbandes Tirschenreuth im BRK. Im Rettungswagen checkt Denis Hauptfleisch, derzeit Auszubildender zum Notfallsanitäter, mit seinem Praxisanleiter Markus Gleißner (von links) den Medikamentenschrank.
von Externer BeitragProfil

Vor gut sieben Jahren wurden mit dem Notfallsanitätergesetz die Rahmenbedingungen für die Fachkräfte im Rettungsdienst neu geregelt. Der Notfallsanitäter wurde dabei als Heilberuf definiert, welcher über eine duale dreijährige Berufsausbildung erreicht wird und den Rettungsassistenten als bisherige Fachkraftqualifikation ablöst.

Rettungsassistenten die nach 2023 weiterhin als Fachkraft im Rettungsdienst tätig sein wollen, müssen sich bis dahin nachqualifizieren. Als 2013 das Gesetz in Kraft getreten ist, waren beim Kreisverband Tirschenreuth im Bayerischen Roten Kreuz (BRK) als Durchführenden im öffentlicher-rechtlichen Rettungsdienst 29 Rettungsassistenten tätig. Bereits jetzt konnte die Nachqualifikation abgeschlossen werden, schreibt der BRK-Kreisverband in einer Pressemitteilung.

Notfallsanitäter dürfen mitunter heilkundliche Maßnahmen, die vom Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) bei bestimmten notfallmedizinischen Zustandsbildern und -situationen standardmäßig vorgegeben, überprüft und verantwortet werden, eigenständig durchführen. Die Notfallsanitäter des BRK-Kreisverbands dürfen so nach Freigabe von ÄRLD Dr. Gudrun Graf beispielsweise bei einem Diabetiker mit Unterzucker bei Bedarf eigenständig einen intravenösen Zugang legen und die nötige Glucoselösung verabreichen.

Um die nötige Qualifikation zu erreichen, konnten die Rettungsassistenten des BRK-Kreisverbandes an der BRK-Berufsfachschule für Notfallsanitäter in Bayreuth eine Ergänzungsprüfung ablegen. Mitarbeiter mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung konnten diese direkt absolvieren und dafür freiwillig ein Vorbereitungsseminar besuchen. Bei mehr als 3 Jahren Berufserfahrung war zuvor eine 480-stündige Ausbildung nötig und bei weniger als 3 Jahren sogar 960 Stunden. Die Ergänzungsprüfung haben nunmehr laut Mitteilung 26 Rettungsassistenten erfolgreich absolviert.

Die beiden ersten waren im Juni 2016 die Lehrrettungsassistenten Richard Wagner (stellvertretender Rettungsdienstleiter) und Helmut Zeitler (Rettungswache Mitterteich). Mitarbeiter, die bis zum Ende der Übergangsfrist 2023 in Altersrente gehen, hätten auf die Prüfung verzichtet. Rettungsassistenten, die sich nicht nachqualifizieren, könnten ab 2024 als Fahrer von Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeugen, sowie als Fachkraft am Krankentransportwagen eingesetzt werden. „An unseren sechs BRK-Rettungsdienststandorten im Landkreis mit rund 90 hauptamtlich Beschäftigten sind damit bereits 35 haupt- und nebenamtliche Notfallsanitäter tätig“, wird Rettungsdienstleiter Klaus Dvorak zitiert.

Neben den ehemaligen Rettungsassistenten sind unter den Notfallsanitätern auch die eigenen Auszubildenden. Der Kreisverband Tirschenreuth im BRK hat seit 2015 insgesamt 21 Ausbildungsstellen mit angehenden Notfallsanitätern besetzt. Für deren Berufsausbildung an den Lehrrettungswachen Erbendorf, Kemnath, Mitterteich und Tirschenreuth sind vier eigens qualifizierte Praxisanleiter verantwortlich.

 

 

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