07.05.2019 - 16:39 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Bürger am Zug beim Ostbayernring

Die Planungen für den Neubau des Ostbayernrings schreiten voran: Für den Abschnitt von der Bezirksgrenze zu Oberfranken bis Etzenricht haben betroffene Eigentümer die nächsten zwei Monate die Möglichkeit, ihre Einwände einzubringen.

von Martin Maier Kontakt Profil

Um die Transportkapazitäten des Ostbayernrings deutlich zu erhöhen, baut Netzbetreiber Tennet die 185 Kilometer lange 380-kV-Stromautobahn zwischen dem oberfränkischen Redwitz und Schwandorf aus. Eingeteilt ist die Strecke in vier Abschnitte. Einer davon ist das 45 Kilometer lange Stück von der Bezirksgrenze zu Oberfranken bis zum Umspannwerk Etzenricht.

Für diesen Bereich ist nun das Planfeststellungsverfahren offiziell eröffnet. Seit Montag liegen in den Rathäusern aller berührten Kommunen die Unterlagen in elf Aktenordnern bis zum 5. Juni zur öffentlichen Einsichtnahme aus. Zudem sind die Pläne auf der Homepage der Regierung der Oberpfalz abrufbar. Bis zum 5. Juli können Bürger Einwände schriftlich vorbringen, auch die "Träger öffentlicher Belange" - also Kommunen, Behörden und Verbände - werden gehört und geben ihre Stellungnahmen ab.

Brief an Regierung

"Einwände müssen schriftliche an die Regierung der Oberpfalz erfolgen", erklärt Tennet-Bürgerreferentin Ina-Isabelle Haffke. Mit elf Kollegen ist sie am Dienstag bei einem sogenannten Informationsmarkt in Mitterteich, um den Bürgern den beantragten Leitungsverlauf, geplante Kompensationsmaßnahmen, den Ablauf des Genehmigungsverfahrens sowie Beteiligungsmöglichkeiten zu erläutern. In den nächsten zwei Tagen gibt es noch zwei weitere solche Veranstaltungen im Landkreis Neustadt/WN (Hintergrund).

Zwischen 500 und 600 Grundstückseigentümer sind in dem 45-Kilometer-Abschnitt betroffen (inklusive Rückbau). Diese Personen haben persönliche Einladungen zu den Infomärkten erhalten. Der Verlauf für den Ersatzneubau des Ostbayernrings wurde schon vereinbart. "Bei solchen Vorhaben ist es aber normal, dass es immer noch Veränderungen gibt." Daher rät Haffke Grundstückseigentümern, ihre Einwendungen detailliert auszuführen.

Besonders wichtig für die Grundstückseigentümer sind laut der Bürgerreferentin die Aktenordner 1 bis 7. Dort befinden sich unter anderem Übersichtspläne zum Neu- und Rückbau, zur Wegenutzung, zum Grunderwerb sowie zu landschaftspflegerischen Maßnahmen. Außerdem gibt es auch Längenprofile der Leitung. Sie stellen die Längsachse des Ostbayernrings und das Gelände sowie die Neigungsverhältnisse zeichnerisch dar und erläutern diese. Zudem ist in einer Liste jeder einzelne Mast aufgezeichnet.

Keine konkreten Summen

Bisher sind die Strommasten zwischen 50 und 60 Meter hoch. "Im Schnitt werden sie 5 bis 10 Meter höher", weiß Haffke. Sie geht davon aus, dass die Masten in dem Bereich zwischen der Bezirksgrenze zu Oberfranken bis nach Etzenricht im Schnitt 70 Meter in die Höhe ragen. Dies liege daran, dass an den Masten zusätzlich ein 110-kV-System verlaufe. "Es gibt aber sicher auch kleinere und größere Masten", verweist sie auf Geländeunterschiede.

Bei den Entschädigungen könne Tennet den Bürgern bisher keine genauen Zahlen nennen. Dafür fehle noch die nötige Rahmenvereinbarung mit dem Bayerischen Bauernverband. "Dort werden die Entschädigungsgrundsätze festgelegt. Die Verhandlungen dazu beginnen jetzt", so die Bürgerreferentin. Mitte des Jahres sollen diese abgeschlossen sein. Danach seien Aussagen zu konkreten Summen möglich.

Die Atmosphäre bei den bisherigen Infomärkten in Orten der anderen Abschnitte beschreibt Haffke als gut. Im Schnitt seien zu den Terminen immer rund 100 Bürger gekommen. "Es gab keine unangenehmen Gespräche oder persönliche Angriffe, auch wenn es manchmal emotional wurde", zeigt sie Verständnis für die Grundstücksbesitzer. Die Bürgerreferentin rechnet damit, "dass wir 2021 den Planfeststellungsbeschluss bekommen". Der neue Ostbayernring soll 2023 in Betrieb gehen. 2023/24 will Tennt auch die alte Leitung rückbauen.

Hintergrund:

Zwei weitere Informationsmärkte

Tennet bietet noch zwei Informationsmärkte an. Teilnehmen darf daran jeder Bürger. Angesprochen sind insbesondere betroffene Grundstückseigentümer, die normal auch eine persönliche Einladungen erhalten haben. Tennet ist am Mittwoch, 8. Mai, im Pfarrsaal St. Emmeram in Windischeschenbach. Zudem macht der Netzbetreiber am Donnerstag, 9. Mai, Halt in der Stadthalle in Neustadt/WN. Geöffnet ist jeweils von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 19 Uhr.

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