14.04.2021 - 17:53 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Corona-Antikörper-Studie im Kreis Tirschenreuth: Start der dritten Runde

Über 3000 Bürger haben die vergangenen Tage Post erhalten: Die Corona-Antikörper-Studie im Landkreis Tirschenreuth geht in die dritte Runde.

Eine Mitarbeiterin des BRK nimmt bei der zweiten Runde der Corona-Antikörper-Studie im Landkreis Tirschenreuth einer Probandin Blut ab. Am Montag, 19. April, beginnt die dritte Runde.
von Martin Maier Kontakt Profil

Die Wissenschaftler und die Mitarbeiter des Roten Kreuzes sind startklar: Am Montag, 19. April, startet die dritte Runde der Corona-Antikörper-Studie im Landkreis Tirschenreuth, die offiziell unter dem Namen „Prospektive Covid-19-Kohorte Tirschenreuth“ (TiKoCo19) läuft. In den nächsten zwei Wochen wird dann über 3000 Personen zum dritten Mal Blut abgenommen. An der ersten Runde im Juli hatten 4174 und an der zweiten im November 3549 Bürger teilgenommen.

Im Vordergrund steht die Untersuchung des Bluts auf die Anwesenheit von Sars-CoV-2 spezifischen Antikörpern. Daraus leiten die Forscher die weitere Ausbreitung des Coronavirus in der Tirschenreuther Bevölkerung zwischen November 2020 und April 2021 ab. „In diesem Zusammenhang sollen auch weitere Aussagen über die Nachhaltigkeit der durch Infektion hervorgerufenen Immunantwort getroffen werden“, schreiben die Studienleiter Professor Ralf Wagner (Uniklinik Regensburg) und Professor Klaus Überla (Uniklinik Erlangen) in einer Mitteilung.

Lob für Mitarbeit der Bürger

Zum wiederholten Mal heben die beiden Forscher die bisherige Mitarbeit der Tirschenreuther Bevölkerung hervor: „Ohne deren Beteiligung wäre diese Studie nicht möglich.“ Und sie hoffen natürlich darauf, dass sich auch nun wieder viele Bürger ihr Blut für die Studie abzapfen lassen. Dies sei wichtig, um „das Bild entsprechend abrunden zu können“.

Die Ergebnisse der drei Runden sollen „weitreichende Aussagen“ für vier Themenfelder liefern:

  • Anzahl neuer Infektionen beispielsweise während der zweiten Welle, die auch Tirschenreuth wieder hart getroffen hat.
  • Langlebigkeit einer nach Corona -Infektion induzierten Antikörperantwort.
  • Häufigkeit von Zweitinfektionen nach einer ausgeheilten Erstinfektion.
  • Einfluss der Impfung.

Mit der Einladung zu der Folgeuntersuchung haben die ausgewählten Einwohner Hintergrundinformation zur Studie erhalten sowie einen Kurzfragebogen, der die Interpretation der Studienergebnisse unterstützen soll. Abgefragt werden unter anderem Alter, Geschlecht, Wohnsituation, Beruf und Lebensstil-Faktoren. Das Blut wird wieder in drei Zentren, die das Bayerische Rote Kreuz (BRK) einrichtet, zwischen 19. und 30. April abgenommen: Tirschenreuth (Turnhalle St. Peter, St.-Peter-Straße 38), Wiesau (Mittelschule Wiesau, Schulstraße 6) und Waldeck (Alte Schule Waldeck, Alte Straße).

„Wir sind vorbereitet. Die Rahmenbedingungen sind analog zum letzten Mal“, erklärte BRK-Pressesprecher Sven Lehner auf Nachfrage. Unter gewissen Voraussetzungen werden auch wieder Hausbesuche gemacht. Die Teilnahme ist wie schon in den zwei Runden zuvor freiwillig.

Pandemie besser verstehen

Landrat Roland Grillmeier appelliert direkt an die angeschriebenen Bürger, die Studie weiterhin zu unterstützten. Denn diese Personen „leisten damit einen Beitrag, die Pandemie ein Stück besser nachvollziehen und damit auch bekämpfen zu können“. Er sei aus mehreren Gründen noch immer froh und dankbar, dass der Landkreis für diese Studie ausgewählt wurde: „Zum einen konnten wir für uns Aufschluss erhalten, wie sich die Phasen der Pandemie und nun auch diese ‚Dritte Welle‘ in der Region auswirkt. Zum anderen können wir aufzeigen, wie sich nun das verstärkte Impfen in den Grenz-Landkreisen entwickelt und welchen Einfluss dies auf die Entwicklung der Antikörper hat.“

Und auch Wissenschaftsminister Bernd Sibler äußert sich in der Pressemitteilung, denn sein Haus finanziert die Untersuchung. „Studien wie TiKoCo19 leisten einen wichtigen Beitrag, um die Wirksamkeit ergriffener Maßnahmen zu überprüfen und der Pandemie begegnen zu können“, wird der CSU-Politiker zitiert.

Die Wissenschaftler der Universitätskliniken Regensburg und Erlangen haben am Mittwoch außerdem weitere Ergebnisse zur Corona-Antikörper-Studie im Landkreis Tirschenreuth vorgelegt. Dabei stand vor allem die erste Runde im Fokus. Für sie haben sie eine Schlussfolgerung gezogen und auch ein Zwischenfazit vorgelegt.

Das sind die bisherigen Ergebnisse der Corona-Antikörper-Studie

Tirschenreuth
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.