06.04.2020 - 17:54 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Corona-Lage in der Nordoberpfalz: Angespannt, aber beherrschbar

Die Corona-Lage in der Nordoberpfalz bleibt ernst, ist aber im Griff. So lautet das Fazit von Elisabeth Eißner für vergangene Woche. Die Ärztliche Direktorin der Kliniken AG kann mehrere Faktoren benennen, die Grund zur Zuversicht geben.

Das Krankenhaus der Kliniken AG in Tirschenreuth.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Was tut sich in Sachen Corona in der Region? Die Bilanz der Ärztlichen Direktorin der Kliniken Nordoberpfalz AG, Elisabeth Eißner, für die vergangene Woche stimmt vorsichtig optimistisch: "Die Patientensituation in den Krankenhäusern ist relativ stabil", fasst die Medizinerin zusammen. Im Krisengebiet Tirschenreuth sei die Auslastung zwar hoch, aber beherrschbar. Inzwischen sei auch der Standort Kemnath stärker mit Corona-Patienten belegt.

Elisabeth Eißner

Zwar gibt es vonseiten des Klinikums weiter keine konkreten Zahlen. "Was wir sagen können, ist, dass wir vor allem auf den Intensivstationen weiter stark gefordert sind, und alle Kolleginnen und Kollegen, die dort tätig sind, eine herausragende Arbeit leisten." Lob hat Eißner aber auch für andere Mitarbeiter übrig: Patientenkoordination, Ärzte und Hygieneabteilung prüfen täglich die Bettenkapazitäten. "Die Reinigungskräfte sind ebenfalls vermehrt im Einsatz und sorgen rund um die Uhr für die Aufbereitung der Zimmer." Diese Arbeit im Hintergrund sei immens wichtig für das Coronamanagement.

Wichtige Antworten auf Fragen zur Lage in der Nordoberpfalz

Wichtig sei auch, dass sich die politischen Maßnahmen bemerkbar machen. Die Krankheitszahlen steigen zwar, aber nicht mehr exponentiell. "Das ist immens wichtig für uns, weil es uns ermöglicht, weiter innerhalb unserer Kapazitäten auf hohem medizinischen Niveau zu behandeln." Deshalb die Bitte an alle: "Die beste Unterstützung durch die Bevölkerung ist die Einhaltung der Regeln der Ausgangsbeschränkung, Hände waschen, Abstand halten und den Ellbogen nutzen bei Husten und Niesen."

Dazu trägt auch bei, dass bislang genügend Schutzausrüstung für Pfleger und Ärzte vorhanden ist. Dazu sorgen neben einem guten Einkauf auch Spenden von Unternehmen und Privatleuten. "In dem Fall gilt jedoch nicht weniger ist mehr, sondern mehr ist mehr. Gerade im Bereich der Schutzmasken FFP2 ist der Markt sehr angespannt", warnt Eißner. "Wir stehen in engem Kontakt mit Behörden und Lieferanten."

Damit auch genug Personal zur Verfügung steht, ist ebenfalls Flexibilität und Engagement der Mitarbeiter nötig. "Wir wenden seit Beginn der Krise viel Energie dafür auf." Das gelte auch bei der psychologischen Betreuung der Mitarbeiter. "Die körperliche wie auch psychische Belastung des Personals ist bei aller Professionalität im Umgang mit Krankheit und Tod dennoch zurzeit sehr hoch."

Hinzu kommen Ängste um die eigene Gesundheit. Die Kliniken AG habe deshalb verschiedene Angebote geschaffen. Therapeuten der Schmerzklinik stehen telefonisch zur Verfügung. Außerdem gibt es interne Hotlines, an die sich die Kollegen wenden können und ein offenes Ohr finden. Und auch für die Kinder des Personals gibt es Ansprechpartner: "Dafür sorgt unser Sozialpädiatrisches Zentrum."

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