21.01.2021 - 17:02 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Corona im Landkreis Tirschenreuth: "Keine Entspannung spürbar"

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Der Landkreis Tirschenreuth schafft es nicht, unter die 200er-Inzidenz-Marke zu kommen. Das Gesundheitsamt äußert sich dazu. Zudem gibt es die wöchentlichen Coronazahlen auf Gemeindeebene.

Das Landratsamt Tirschenreuth veröffentlichte wöchentlich aufsummierte Zahlen der Corona-Infektionen pro Gemeinde.
von Martin Maier Kontakt Profil

Die Coronlage im Landkreis Tirschenreuth bezeichnet das Gesundheitsamt weiterhin als ernst. "Eine Entspannung ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht spürbar", teilt die Behörde auf Anfrage von Oberpfalz-Medien mit.

Die 7-Tage-Inzidenz lag am Donnerstag weiterhin über der 200er-Marke: nämlich bei 237,3. Damit zählte Tirschenreuth zu den acht Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern, die mehr als 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern aufwiesen. Diese Grenze ist entscheidend, weil sie die sogenannte 15-Kilometer-Regel auslöst. Danach dürfen Bewohner Ausflüge nur noch in einem Umkreis von höchstens 15 Kilometern unternehmen.

Täglich über 1000 Tests

Warum aber schafft es der Landkreis Tirschenreuth nicht, unter diese Grenze zu kommen? "Die Gründe hierfür sind nicht eindeutig. Es handelt sich weiterhin um ein diffuses, über den ganzen Landkreis verstreutes Infektionsgeschehen", schreibt dazu das Gesundheitsamt. Die Infektionswege seien größtenteils nicht nachvollziehbar.

Wiederholt verweist die Behörde als möglichen Grund auf das hohe Testaufkommen im Landkreis mit derzeit über 1000 Testungen täglich in den beiden Zentren in Tirschenreuth und Waldsassen. Die Bevölkerung nehme das Testangebot weiterhin sehr gut an. "Dadurch wird ein Teil der Dunkelziffer aufgedeckt, was sich direkt auf den 7-Tage-Inzidenz-Wert auswirkt", schlussfolgert das Gesundheitsamt.

Wie aber läuft die Kontaktnachverfolgung? Gab es schon Fälle, bei denen das Gesundheitsamt herausgefunden hat, dass die positiv getestete Person falsche Angaben gemacht hat? Dazu wird mitgeteilt: "Die Mitarbeiter des Gesundheitsamts müssen den Angaben der Bevölkerung Glauben schenken. Leider sind die Angaben der positiven Personen bzw. Kontaktpersonen oft nur schwer oder überhaupt nicht durch das Gesundheitsamt nachzuprüfen." Die Behörde gehe auch Hinweisen aus der Bevölkerung zu Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz nach. Verstöße würden gegebenenfalls mit einem Bußgeld bestraft.

25 Corona-Neuinfizierte

Momentan läuft am Gesundheitsamt, wie in ganz Bayern, die Umstellung auf die neue Software Sormas. Aktuell würden die Mitarbeiter geschult, um nach und nach eine möglichst reibungslose Umstellung gewährleisten zu können. Vorteile der neuen Software sei unter anderem die vereinfachte Kommunikation mit den anderen Gesundheitsämtern direkt über die Software sowie eine verbesserte Schnittstelle zur Meldesoftware ISGA. Geplant sei zudem die Möglichkeit, dass die unter Quarantäne-gestellten Personen die täglichen Tagebucheinträge selbstständig online vornehmen können.

Das Landratsamt meldete am Donnerstag 25 Corona-Neuinfizierte (Stand: 12.30 Uhr). Davon befanden sich zehn schon in Quarantäne. Die Gesamtzahl der positiv Getesteten liegt nun bei 3084. In den vergangenen sieben Tagen waren es insgesamt 161. Besonders betroffen, im Bezug auf die Einwohnerzahl, waren Plößberg (18), Bärnau (16) und Bad Neualbenreuth (8).

Die Lage in den Alten- und Pflegeheimen im Landkreis ist laut Gesundheitsamt weiterhin stabil: "Im Laufe dieser Woche kam es zu keinen weiteren Ausbrüchen."

Weitere regionale Corona-Meldungen im Newsblog

Oberpfalz

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.