02.03.2020 - 19:15 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Coronavirus: Schlechter Scherz

Es gibt sicherlich bessere Scherze. Am Montag macht in sozialen Netzwerken ein Foto die Runde, das die Kliniken Nordoberpfalz AG zu einer ungewöhnlichen Reaktion zwingt.

Dieses Bild machte in den sozialen Medien die Runde.
von Susanne Forster Kontakt Profil

(wb/sfo) Für Aufregung in den sozialen Netzwerken sorgte am Montag ein manipuliertes Foto vom Krankenhaus in Tirschenreuth. Die Fotomontage zeigte drei Personen mit Schutzanzügen und einem Rot-Kreuz-Zelt vor dem Haupteingang des Tirschenreuther Krankenhauses „Eine Falschmeldung“, betont Michael Reindl, Leiter des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit und Patientenbelange bei der Kliniken Nordoberpfalz AG. „Natürlich sind wir nicht froh drüber, wir wissen auch nicht, wo das Bild herkommt. Jemand wollte sich wohl einen Scherz erlauben. Bei uns herrscht in allen Häusern normaler Betrieb. Keiner unserer Patienten ist mit dem Coronavirus infiziert“, betont Reindl.

Das Krankenhaus hat auf die Meldung ungewöhnlich reagiert: Die Kliniken AG sorgte selbst für die weitere Verbreitung der Fotomontage, allerdings mit dem Zusatz „Fake“. Reindl: „Die Leute haben gut darauf reagiert und uns geholfen, dieses Bild in Umlauf zu bringen. Bis zum späten Montagnachmittag war das Foto mit dem Fake-Stempel schon knapp 300 Mal geteilt.

Coronavirus in Marktredwitz

Etwas später gab es dann doch die Meldung, dass die Krankheit in der Region angekommen ist: Auf Anfrage der Frankenpost teilte des Unternehmen Markgraf mit, dass sich ein Mitarbeiter am Standort Marktredwitz im privaten Umfeld infiziert hat. Der Betroffene befinde sich seit vergangener Woche in häuslicher Isolation. Acht mögliche Kontaktpersonen sind ebenfalls isoliert worden.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit empfiehlt häufiges Händewaschen, um sich vor dem Corona-Virus zu schützen.

Kein Grund zur Sorge an den Schulen

Stellvertretender Leiter des Stiftland Gymnasium Tirschenreuth Matthias Weiser berichtet, dass wegen des Coronavirus momentan „nichts Zusätzliches gemacht“ in der Schule gemacht worden sei. Desinfektionsmittel, so Weiser, sei ohnehin immer in den Schultoiletten vorhanden. Auch, dass seines Wissens nach niemand der Schüler oder Lehrer sich in den Ferien in einem Risikogebiet aufgehalten habe, sagt er. Dementsprechend sei am Montag auch niemand dem Unterricht fern geblieben. Der Schulbetrieb laufe laut dem stellvertretenden Schulleiter normal.

Kerstin Reiter leitet die Mädchenrealschule in Waldsassen. Sie ist froh, dass wegen des Coronavirus „keine Entschuldigungen“ – weder von Schülern, noch von Lehrern – bei ihr eingegangen sind. Niemand aus der Schulfamilie habe sich in den Ferien laut ihr in einem Risikogebiet aufgehalten. Schulausflüge müssen laut Reiter keine abgesagt werden, denn in nächster Zeit seien keine geplant. „Hoffentlich hat sich die Lage bis dahin beruhigt“, kündigt die Schulleiterin eine gemeinsame England-Fahrt der achten und neunten Klassen der Mädchen- und Knabenrealschule im Stiftland in den Osterferien und eine Berlin-Fahrt der neunten Klassen nach den Osterferien an. Die Schulleiterin erklärt, dass die Seifenspender in den Klassenräumen und Toiletten sowieso vorhanden und täglich auf genügend Inhalt überprüft werden. „In so einem Fall prüfen wir die Seifenspender noch einmal zusätzlich“, so Reiter über Maßnahmen wegen des Coronavirus.

Auch das Onetz ist von Fake-Meldungen zum Coronavirus betroffen

Oberpfalz

Skiausflüge finden statt

Schulleiter der Knabenrealschule Waldsassen Stephan Drexler meldet am Montag, dass es „niemanden gibt, der vom Unterricht wegblieb“. Auch sei kein Schulausflug „abgesagt worden“. Das geplante Skilager, das kommende Woche für die sechsten Klassen stattfindet, sehe er nicht in Gefahr. Laut Drexler sei das Ziel in Wildschönau in Österreich, das laut dem Kultusministerium kein Risikogebiet sei. Gibt es seitens des Kultusministeriums in den kommenden Tagen eine Reisewarnung für Österreich, so könne die Situation natürlich wieder ganz anders aussehen, sagt er. „Die Hygienevorschriften in der Schule stehen an oberster Stelle“, versichert Drexler. „Sämtliche Hygieneartikel“ seien vorhanden. Desinfektionsmittel-Spender stehen in den Klassenräumen und Toiletten zur Benutzung, sagt Drexler. Zusätzlich, sagt er, habe man sich um einen Vorrat der Hygiene-Spender gekümmert. Denn, so Drexler, seien Hygieneartikel bereits mancherorts ausverkauft. Laut dem Schulleiter informiert in dieser Woche der zuständige Lehrer für Ernährung und Gesundheit die Schüler im Unterricht über Hygienemaßnahmen zum Vorbeugen und über Anzeichen des Coronavirus.

German Helgert ist Schulleiter an der Realschule Kemnath. Er meldet „aktuell weniger Krankheitsfälle, als noch vor den Ferien“. Niemand aus der Schulfamilie habe sich in den Ferien in einem Risikogebiet aufgehalten und dementsprechend sei deswegen auch keiner dem Unterricht fern geblieben. Zwei achte Klassen seien am Montag in das Skilager nach Wildschönau in Österreich aufgebrochen. Es bestehe kein Grund zur Sorge, denn das Skigebiet sei keine Risikoregion, so Helgert. Auch im Schulbetrieb laufe „alles im grünen Bereich“. Seit Januar gebe es im Schulgebäude „extra Behälter mit Desinfektionsmittel“. Diese seien laut ihm aber keine zusätzliche Maßnahme wegen des Coronavirus, sondern damals zur Prävention von Erkältungen aufgestellt worden.

Im Blickpunkt:

Eltern können sich über die Homepage des Kultusministeriums unter www.km.bayern.de unter der Rubrik "Eltern - Coronavirus: Alle Informationen für Schulen auf einen Blick" informieren. Der Link ist auch auf den Web-Seiten der genannten Schulen aufrufbar. (sfo)

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.