Tirschenreuth
15.06.2018 - 13:14 Uhr

Dienst an der Heimat

Der Landkreis Tirschenreuth ehrte zehn Persönlichkeiten mit der Johann-Andreas-Schmeller-Medaille in Silber. Diese setzten sich seit Jahrzehnten für ihre Gemeinden ein.

Der Landkreis ehrt zehn Persönlichkeiten mit der Johann-Andreas-Schmeller-Medaille in Silber. In der ersten Reihe sind die Preisträger: (von links) mit Meinhard Köstler, Karl Busch, Gerald Härtl, Michael Hamann, Olga Luft, Robert Schön, Werner Rodler, Herbert Ponnath, Robert Eisenmann und Josef Schmid. Ihnen gratulieren (hintere Reihe, von links) die Bürgermeister Klaus Meyer, Gisela Kastner, Max Bindl, Landrat Wolfgang Lippert, Josef Hecht, Werner Nickl und Bernd Sommer. jr
Der Landkreis ehrt zehn Persönlichkeiten mit der Johann-Andreas-Schmeller-Medaille in Silber. In der ersten Reihe sind die Preisträger: (von links) mit Meinhard Köstler, Karl Busch, Gerald Härtl, Michael Hamann, Olga Luft, Robert Schön, Werner Rodler, Herbert Ponnath, Robert Eisenmann und Josef Schmid. Ihnen gratulieren (hintere Reihe, von links) die Bürgermeister Klaus Meyer, Gisela Kastner, Max Bindl, Landrat Wolfgang Lippert, Josef Hecht, Werner Nickl und Bernd Sommer.

(jr) "Ohne ihre Bereitschaft, mehr zu tun als unbedingt notwendig, Verantwortung zu übernehmen und anzupacken, wäre es um unser Gemeinwesen schlecht bestellt. Und nicht nur das, unser Gemeinwesen würde mit Sicherheit Schaden nehmen", sagte Landrat Wolfgang Lippert am Mittwochabend im Landratsamt in seiner Laudatio. "Menschen wie Sie prägen unsere Gemeinschaft. Ihr Engagement ist spürbar", sprach er die Ausgezeichneten direkt an.

Der Landrat bescheinigte ihnen, dass sie eine Vorbildfunktion inne hätten und zu Vorbildern gerade für die Jugend geworden seien. "Sie haben deutlich gemacht, was es heißt, sich Ziele zu setzen. Sie haben auch gezeigt, was durch Engagement alles erreicht werden kann und zwar nicht für sich selber, sondern in erster Linie für ihre Mitmenschen."

Lippert machte deutlich, dass ihr Dienst ein Dienst an der Heimat sei. Es sei zudem der Ausdruck einer lebendigen, lebens- und liebenswerten Bürgergesellschaft. Mittlerweile sei es heute längst nicht mehr selbstverständlich, sich für andere einzusetzen, seine Zeit und Kraft einer ideellen Aufgabe zu widmen.

Daher müssten solche Menschen für ihre Leistungen öffentlich gewürdigt werden. Dabei wusste der Landrat: "Ehrenamtlich tätige Menschen wollen kein Aufheben um ihre Arbeit. Sie sehen wo Hilfe notwendig ist und packen an. Diese Arbeit darf aber nicht im Verborgenen bleiben." Abschließend dankte Lippert für die Leistungen und verlieh an zehn Personen die Schmeller-Medaille in Silber. "Wir brauchen Sie weiter", erklärte der Landkreis-Chef. Musikalisch wurde die Feier von Simeon Franz (Kreismusikschule) mit seinem Akkordeon umrahmt.

Die Ausgezeichneten:



  • Josef Schmid: Seit 1964 gehört der Waldsassener als aktives Mitglied dem Volks- und Gebirgstrachtenverein "Stamm" an. Seit dieser Zeit ist Schmid im Vorstand und führt den Verein als Vorsitzender seit 2007. Darüber hinaus gehört sein Engagement der Wasserwacht, der Feuerwehr, war Gründungsmitglied des Sportkegelclubs "Bavaria" und war 12 Jahre Kassierer der Soldatenkameradschaft Waldsassen. Von 1971 bis 1998 war der Waldsassener Vorstandsmitglied des Kreisverbandes im Hotel- und Gaststättenverband, davon 9 Jahre auch Kreisvorsitzender. Mit dieser Fülle von Ehrenämtern habe er ein Beispiel gegeben, was mit Einsatzbereitschaft alles zu erreichen sei.
  • Robert Eisenmann: Sein ehrenamtliches Wirken galt und gilt dem Fischereiverein Stiftland, dem er seit 1964 angehört. Seit 1970 ist er in Vorstand. Von 2014 bis 2018 war Eisenmann Vorsitzender des über 700 Mitglieder zählenden Vereins und zuvor über 20 Jahre Verwalter der Vereinsfinanzen. Großen Wert habe er stets auf eine fundierte Jugendarbeit gelegt, die sich heute auszahle. Darüber hinaus engagiert sich der Tirschenreuther als Kassenprüfer im Fischereiverband Oberpfalz sowie als Mitglied des Naturschutzbeirates des Landkreises Tirschenreuth.
  • Gerald Härtl: In einer Vielzahl von Konnersreuther Vereinen ist er Mitglied und übernahm dort auch Verantwortung. So führte er von 1982 bis 2000 den SPD-Ortsverein und gehörte 10 Jahre dem Marktrat an. Mitglied in den Vorstandschaften war der Konnersreuther zudem bei der Arbeiterwohlfahrt im Kreisverband und im Kaninchenzuchtverein auf Orts- und Kreisebene. Große Verdienste habe er sich um den TSV-Sportpool erworben, dem er von 1994 bis 2000 und seit 2010 wieder vorsteht. Ihm sei es hauptsächlich zu verdanken, dass der TSV sportlich wie gesellschaftlich "so gut dasteht". Letztes Werk war die unermüdliche Mitarbeit bei der Erstellung des neuen Konnersreuther Chronik.
  • Werner Rodler: Von 1993 bis 2009 war der Kemnather Leiter der Jugendblaskapelle Kemnath. Mit viel persönlichem Engagement habe er den musikalischen Nachwuchs geleitet. Es sei ihm immer ein Anliegen gewesen, die Jugend an die Blasmusik heranzuführen. Seit der Gründung der Kemnather Stadtkapelle im Jahr 1984 ist er zudem Vorsitzender. Er sei mit verantwortlich, dass die Stadtkapelle stets traditionelle bayerische und böhmische Blasmusik spiele und so das kulturelle Leben der Stadt maßgeblich bereichere.
  • Herbert Ponnath: Seit 1982 führt der Kemnather die Liedertafel Kemnath als Vorsitzender, der Vorstandschaft gehört er seit 1964 an. Vor seiner Vorstandstätigkeit war er 13 Jahre lang Kassierer. Zudem stärkt er seit 55 Jahren den Chor mit seiner Stimme. Ein derartig langer über Jahrzehnte andauernder Einsatz sei bewundernswert und heute nicht mehr selbstverständlich. Ponnath habe in all den Jahrzehnten die Liedertafel Kemnath maßgeblich geprägt.
  • Robert Schön: Der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis Kemnath und Umgebung wurde 1979 ins Leben gerufen. Bereits zwei Jahre später kam erstmals die Jahresschrift "Kemnather Heimatbote" heraus. Seit 1991 betreut der Immenreuther Robert Schön dieses regionalgeschichtliche Jahrbuch. Seiner Arbeit als Schriftleiter sei es zu verdanken, das Jahr für Jahr neue spannende Beiträge zur Kemnather Geschichte verfasst werden. Seit 1998 engagiert er sich zudem als ehrenamtlicher Archivpfleger im westlichen Landkreis. Er berät die Gemeinden in allen Fragen des kommunalen Archivwesens.
  • Michael Hamann: 20 Jahre lang leitete der ehemalige Konnersreuther Bürgermeister als Vorsitzender die Geschicke des Förderkreis der Mädchenrealschule Waldsassen. Ab der Gründung 1997 bis zum 21. November 2017 war er Vorsitzender. Es war ihm immer ein Anliegen, die Mädchenrealschule bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und Ziele zu unterstützen. Heute zählt der Förderverein 65 Mitglieder. Seinem Engagement sei es zu verdanken, dass die Wünsche der Lehrer und Schüler nahzu immer erfüllt wurden.
  • Karl Busch: Große Verdienste erwarb sich der zweite Bürgermeister der Stadt Waldershof beim Roten Kreuz in Poppenreuth, dem er seit 1966 ehrenamtlich angehört. Von 1982 bis 2006 war er dort Bereitschaftsleiter. Seit 2002 gehört Busch dem Waldershofer Stadtrat an. Von 2007 bis Ende 2017 war er Seniorenbeauftragter der Stadt. Jährlich engagierte er sich in dieser Zeit über 700 Stunden ehrenamtlich für die Senioren.
  • Meinhard Köstler: Seit Jahrzehnten befasst sich Köstler mit der Aufarbeitung der Neualbenreuther Geschichte. In dieser Zeit hat er zahlreiche Publikationen herausgebracht. 1985 initiierte er die Wiederherstellung der Granitsäule am Mittelpunkt Europas. Seit 1979 ist der Neualbenreuther Mitglied im Oberpfälzer Waldverein und hat seit dieser Zeit nahezu alle verantwortlichen Positionen durchlaufen. Köstler setze sich seit Jahrzehnten für die Heimat ein und habe sich hier bleibende Verdienste erworben.
  • Olga Luft: Die gebürtige Neudorferin (Markt Konnersreuth) engagiert sich seit Jahrzehnten in der Pfarrei, Politik und den Vereinen in Tirschenreuth. 20 Jahre lang führte sie den Katholischen Frauenbund Tirschenreuth als Vorsitzende, seit über 30 Jahren ist sie in der Seniorenarbeit der Stadt und Pfarrei tätig. Seit 2008 ist sie Mitglied im Stadtrat und gehört seit 2014 dem Kreistag an. Sechs Jahre lang war sie Behindertenbeauftragte in Tirschenreuth. Seit 1977 ist Luft Mitarbeiterin bei der Caritas, seit 1995 Lektorin in der Pfarrei.
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