09.07.2021 - 12:03 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Einstieg in Gesamtsanierung der Mittelschule Tirschenreuth

In mehreren Abschnitt wird in den kommenden Jahren die Mittelschule saniert. Den Auftakt wird der Bau einer Zweifachturnhalle machen. Allein dafür wird mit Baukosten von gut 8 Millionen Euro gerechnet.

Ansicht des Gesamtareals der Mittelschule mit der neuen Zweifachturnhalle (links) und dem geplanten Übergang.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Die Qualität des Bildungsstandortes Tirschenreuth lässt sich die Stadt einiges kosten. "Wir investieren hier in den kommenden Jahren gut 15 Millionen Euro", blickte Bürgermeister Franz Stahl bei der Sitzung des Ausschusses für Bau- und Umweltwesen, Stadtentwicklung und Stadtplanung auf das Vorhaben. Erster Schritt ist der Neubau der Zweifach-Turnhalle. Der Bauantrag der Stadt fand aber auch kritische Anmerkungen.

Mehrere Bauabschnitte

Bei dem Treffen am Mittwoch im Saal des Kettelerhauses bescheinigte der Bürgermeister dem Vorhaben eine besondere Bedeutung. Immerhin sei das der Einstieg in die Gesamtsanierung der Mittelschule. "Es ist ein einmaliges Bildungsareal im Landkreis", betonte Stahl. Und bei den Maßnahmen würde hier auch in die Standortsicherheit investiert. Geschehen würde dies in mehreren Abschnitten. Erster der drei Bausteine sei dabei der Neubau der Zweifachturnhalle auf dem Gelände des "roten Schulhauses", danach folge an der Stelle der bisherigen Turnhalle ein Neubau für die Ganztagesbetreuung und daran schließe sich dann die Sanierung der Schulgebäude an. Das alles werde sich aber gut sechs bis sieben Jahre hinziehen, antwortete Stahl auf eine Frage von Hans Zölch (FW).

Fertigstellung Ende 2023

Für den ersten Baustein rechnet Stahl mit Kosten in Höhe von 8,1 Millionen Euro. An Zuschüssen erwartet der Bürgermeister rund 3,7 Millionen Euro. Bevor das Vorhaben starten kann muss allerdings das "rote Schulhaus" am Friedhofweg abgebrochen werden. Im Herbst plant die Stadt mit dieser Maßnahme. Danach sollte die Ausschreibung des Turnhallenbaus erfolgen, so dass der Bau im Frühling kommenden Jahres starten kann. Mit einer Fertigstellung dieses ersten Bauabschnittes rechnet Stahl dann Ende 2023.

Dem Gremium lagen am Mittwoch mit dem Bauantrag auch Ansichten des Turnhallen-Neubaus vor. So bildet die Basis ein Untergeschoss, dass vornehmlich Platz für 23 Fahrzeuge sowie Fahrräder schaffen wird. Die Zufahrt erfolgt vom Friedhofweg. Über den Stellplätzen finden sich dann die Turnhalle sowie nach hinten, teilweise in den Hang hinein, die verschiedenen Funktionsräume. Der Hallenbereich soll so erstellt werden, dass er in zwei Räume getrennt werden kann. Der gesamte Bau wird eine Höhe von 16,3 Metern haben sowie eine Breite von 31,5 und eine Tiefe von rund 37 Metern. Später einmal wird diese Turnhalle durch einen Übergang an das neue Gebäude der Ganztagesbetreuung an die Schule angeschlossen.

Bei der Konzeption sprach Stahl von einem klar strukturierten Gebäude, das sich gut in das Gesamtbild einfügen würde. Dabei werde einmal der sanierte Altbau das "Prunkstück" der Schulanlage bilden. "Das fügt sich gut ein", bestätigte auch Huberth Rosner (CSU) und sprach dem Gesamtareal einen gewissen Charme zu. Vorteilhaft sei auch die Schaffung von Stellplätzen für Autos und Fahrräder. Besonders unterstrich Rosner die Möglichkeit, den Turnhallenbereich teilen zu können. Das erlaube es Gruppen, hier zeitgleich Sport zu treiben. Für die Gerätschaften, so teilte der Bürgermeister mit, sei Platz in den Funktionsräumen vorhanden.

Scheidler: Andere Planung finden

Mit der Sanierung war Dr. Alfred Scheidler (CSU) grundsätzlich einverstanden. "Ich sehe sehr wohl die Notwendigkeit, den Schulstandort Tirschenreuth zu stärken", betonte Scheidler. Dennoch wollte er gegen die Maßnahme stimmen - und auch erklären warum. Denn die Planung würde den Abbruch des "roten Schulhauses vorsehen, das Scheidler als "erhaltenswürdig" einstufte. "Man hätte eine andere Planung finden können!" Franz Stahl stellte heraus, dass sogar das Denkmalamt keine Bedenken gegen den Abriss vorgebracht hätte. An dem Gebäude gebe es kaum mehr Substanz aus der Ursprungszeit. "Die Situation ist ohne Alternative, wir können nur dort bauen", fasste Stahl zusammen.

Überzeugen konnte der Bürgermeister damit Alfred Scheidler aber nicht. Er stimmte als einziger gegen das Einvernehmen zum Bauantrag der Stadt.

Für den Turnhallen-Neubau muss das „rote Schulhaus“ weichen. Der Abbruch soll im Herbst erfolgen.

"Es ist ein einmaliges Bildungsareal im Landkreis."

Bürgermeister Franz Stahl

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