Tirschenreuth
22.03.2022 - 14:05 Uhr
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Erneut Unfall mit Rettungswagen an Kreuzung in Marktredwitz

Innerhalb von drei Monaten verunglückte am Sonntag nun schon der zweite Tirschenreuther Rettungswagen an der gleichen Ampelkreuzung in der Nähe des Marktredwitzer Krankenhauses. Was ist da los?

Die Polizei Marktredwitz schätzt den Schaden am Rettungswagen auf etwa 60.000 Euro. Bild: Polizei Marktredwitz/exb
Die Polizei Marktredwitz schätzt den Schaden am Rettungswagen auf etwa 60.000 Euro.

Es ist der Alptraum jedes Rettungsassistenten: Mitten im stressigen Einsatz mit Blaulicht und Martinshorn kollidiert der Sanka an einer roten Ampel mit einem anderen Fahrzeug. Genau das ist am Sonntagvormittag an der Ampelkreuzung Jean-Paul-Straße/Von-Gluck-Straße passiert. Der Aufprall zwischen einem VW Golf und dem Rettungswagen war auch noch sehr heftig. Das deutlich kleinere Auto hatte das massive Fahrzeug umgestoßen und die beiden Rettungskräfte waren verletzt im Auto eingeschlossen worden.

So etwas kann leider passieren. Aber dass es zweimal innerhalb von drei Monaten an der gleichen Stelle mit fast gleichem Unfallhergang zu einem solchen Zusammenstoß kommt, ist sehr selten. Das erste Mal krachte es am 25. Dezember 2021 am Nachmittag, das zweite Mal am 20. März 2022 am Vormittag. Besonderes Pech ist auch, dass in beiden Fällen Fahrzeuge des BRK-Rettungsdienstes aus dem Landkreis Tirschenreuth verunglückt sind. Sie waren im Nachbarlandkreis Wunsiedel im Einsatz.

War es reiner Zufall? Oder ist die Ecke Jean-Paul-Straße/Von-Gluck-Straße eine Unglückskreuzung mit versteckten Risiken? Max Panzer, der Verkehrssachbearbeiter der Marktredwitzer Polizei, war am Montagmorgen sofort an der Unfallstelle und hat sich die Situation vor Ort genauer angesehen. „Das ist eine ganz normale Ampelkreuzung, an der es auch immer wieder Unfälle gibt, aber nicht häufiger als an anderen Kreuzungen“, erklärt er im Gespräch mit der Frankenpost. Auf den ersten Blick gebe es nichts, was auf besondere Gefahren hinweisen würde, so der Beamte. Aber ein endgültiges Bild der Situation hat Panzer noch nicht. Er analysiert die beiden Unfälle jetzt in zwei Schritten genau. Am Montag verglich er bereits die wichtigsten Abläufe des jeweiligen Unfalls. In ein paar Wochen, wenn alle Informationen der Beteiligten vorliegen und es auch Hinweise auf die Geschwindigkeit der Fahrzeuge gibt, wird Panzer die Lage noch einmal bewerten.

Doch schon jetzt ist klar, dass es viele Parallelen gibt. Sowohl im Dezember als auch jetzt waren die Rettungswagen auf der Jean-Paul-Straße unterwegs. Beide mit Blaulicht und Martinshorn, beide fuhren bei Rot über die Kreuzung. Der einzige Unterschied: Im Dezember war das Rettungsfahrzeug mit einem Patienten an Bord Richtung Krankenhaus unterwegs, am Sonntag fuhr der Rettungswagen ohne Patient Richtung Innenstadt. Ebenfalls bei beiden Unfällen wollte ein Auto – bei grüner Ampel – die Straße von der Von-Gluck- Straße aus überqueren und rammte den Rettungswagen.

Relativ glimpflich ging der Unfall allerdings im Dezember aus. Es wurde damals niemand verletzt, weder die Retter noch die Patientin im Wagen. Und auch der Autofahrer kam mit dem Schrecken davon. Den Schaden schätzte die Polizei damals auf etwa 10.000 Euro.

Am Sonntag hatten die Beteiligten nicht so viel Glück. Der 41-jährige Fahrer des Rettungswagens wurde mit dem Hubschrauber ins Klinikum nach Bayreuth transportiert, die Beifahrerin im Klinikum Marktredwitz versorgt. „Nur gut, dass kein Patient im Wagen war“, sagt Sven Lehner erleichtert. Er ist stellvertretender Geschäftsführer des BRK in Tirschenreuth und BRK-Pressesprecher. Erleichtert ist er auch, dass die beiden Mitarbeiter nicht so schwer verletzt wurden, wie befürchtet.

Lehner geht davon aus, dass der Rettungswagen völlig kaputt ist und der Kreisverband ein komplett neues Fahrzeug benötigt; inwiefern auch die medizinischen Geräte beschädigt wurden, werde sobald wie möglich geklärt. Die Polizei schätzt den gesamten Schaden am Rettungswagen auf etwa 60.000 Euro. Der beteiligte Golf ist vermutlich ebenfalls total beschädigt (Zeitwert rund 11.000 Euro). Die fünf Insassen des Golfs, darunter zwei Kleinkinder, blieben nach Angaben der Polizei weitgehend unverletzt. Lediglich die 56-jährige Beifahrerin hatte leichte Schmerzen im Brustbereich und wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

„Das ist eine ganz normale Ampelkreuzung, an der es auch immer wieder Unfälle gibt, aber nicht häufiger als an anderen Kreuzungen.“

Verkehrssachbearbeiter Max Panzer

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