07.04.2020 - 16:11 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

"Faire Lösung" für Hamm-Kurzarbeiter

Beim Walzenbauer wird die Aufzahlung auf Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent verankert. "Das ist eine faire Lösung", findet IG-Metall-Bevollmächtigter Horst Ott.

Seit 23. März herrscht bei der Hamm AG in Tirschenreuth Kurzarbeit.
von Externer BeitragProfil

Die Firma Hamm war eines der ersten Unternehmen in der Region, das aufgrund der Corona-Pandemie Kurzarbeit anmelden musste. Seit 23. März steht die Produktion weitgehend still, weil durch die Auswirkungen der Pandemie die Materialversorgung nicht mehr gewährleistet werden konnte. Bis 17. April soll das erst mal so bleiben.

Auch zum Schutz der Beschäftigten, denn der Landkreis Tirschenreuth ist ein sogenannter Hotspot der Pandemie. "Gesundheit geht vor, aber auch finanzielle Sicherheit ist für die Beschäftigten wichtig", betont Horst Ott, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Amberg. "Deshalb war es uns wichtig, eine Aufzahlung auf das Kurzarbeitergeld zu regeln." In der Betriebsvereinbarung zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung ist eine Aufzahlung auf 80 Prozent verankert. Damit gibt das Unternehmen einen Teil der Entlastung, die es durch den Erlass der Sozialabgaben erfährt, an seine Belegschaft weiter. "Das ist eine faire Lösung", findet Horst Ott.

In den Bereichen, in denen weiterhin gearbeitet wird, wie Finanz- und Personalwesen, Einkauf, aber auch Ersatzteileversand, Logistik und Maschinenversand, wurden vielfältige Schutzmaßnahmen umgesetzt. Um die Kontakte zu verringern wurde beispielsweise der Abstand zwischen Schreibtischen vergrößert. Wo möglich, arbeiten die Mitarbeiter von zu Hause aus.

All diese Regelungen sind mitbestimmungspflichtig, der Betriebsrat muss also bei der Erarbeitung von Lösungen eingebunden werden. "Die Verhandlungen und auch die übrige Zusammenarbeit während der Krise finden auf Augenhöhe statt", lobt der Betriebsratsvorsitzende Günther Fiedler. Er ist guter Dinge, dass sich die Lage entspannen wird und die Produktion dann wieder hochgefahren werden kann.

Eine Herausforderung sowohl für die Geschäftsleitung als auch den Betriebsrat ist, Informationen weiterzugeben, da viele Beschäftigte schlicht nicht vor Ort in der Firma sind. Hier hat der Betriebsrat die Initiative ergriffen und informiert die Belegschaft stets zeitnah per Videobotschaft über aktuelle Entwicklungen.

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