05.02.2020 - 15:33 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

"Unsere Familien sind unsere Zukunft"

Der Verein "Stiftland-Sternenkinder" engagiert sich für Familien mit chronisch oder lebensverkürzend erkrankten Kindern. Für ihre Hilfe bekommen die Ehrenamtlichen kein Geld. Die Firma Netzsch ist von der Arbeit begeistert – und hilft.

Die Geschäftsleitung der Firma Netzsch spendet 2000 Euro an die Stiftland-Sternenkinder. Werksleiter in Tirschenreuth Robert Meißner (von links) mit stellvertretendem Werksleiter Martin Werner, René Körner vom Betriebsrat sowie Michael Mickisch und Beatrix Kempf vom Verein Stiftland-Sternenkinder.
von Susanne Forster Kontakt Profil

"Die Tombola der Weihnachtsfeier der Firma Netzsch brachte einen Erlös von 890 Euro", sagt Robert Meißner, der Netzsch-Werksleiter in Tirschenreuth. Den Erlös verdoppelte die Geschäftsleitung und rundete den Betrag auf 2000 Euro auf. Diese Summe wurde nun an den Verein "Stiftland-Sternenkinder" aus Mitterteich gespendet. Erste Vorsitzende Beatrix Kempf besuchte mit Schriftführer Michael Mickisch die Firma für Feinmahltechnik in den Tirschenreuther Geschäftsräumen.

Präventiv arbeiten

"Das Geld verbleibt momentan bei den Familien", so Kempf. Die Krankenschwester schilderte eindrücklich ihre Arbeit im Verein, in dem "nur examinierte Pflegekräfte dabei sind". Sie und ihr Team unterstützen Familien mit Kindern, die chronisch oder lebensverkürzend erkrankt sind, erklärt sie. Und sagt, dass sie vor allem in bürokratischen Belangen, wie etwa Behördengängen, den Familien unter die Arme greift. "Die Familien wissen oft nicht, was ihnen zusteht. Sie haben keine Zeit, sich zu informieren", sagt auch Mickisch. "Die Gesundheitsprävention vor Ort ist wichtig", betont Kempf, die im Gespräch immer wieder von ihren Hausbesuchen bei den Betroffenen erzählt.

"Umso eher man in den Familien involviert ist, desto besser kann man helfen", beschreibt die Krankenschwester. Sie meint damit nicht nur das Kümmern um die erkrankten Kinder. Kempf weist darauf hin, dass es im Verein auch darum gehe, präventiv zu arbeiten, wenn "Kinder einen belastenden Weg vor sich haben". "Die Geschwisterkinder nehmen viel mit", sagt sie. Deshalb gibt es auch für sie spezielle Angebote, etwa ein "Geschwisterkinder-Wochenende".

In Gesundheit investieren

"Inklusion ist an der Grenze der Haustür vorbei", meint die Vereinsvorsitzende. Oftmals seien die erkrankten Kinder sozial nicht integriert, und das, obwohl einige sogar ein Fernstudium abgeschlossen haben, erklärt sie. Dass sie mit Leidenschaft bei der Sache ist, merkt man der Vorsitzenden an. Und auch Robert Meißner zeigte sich beeindruckt von der Arbeit der "Stiftland-Sternenkinder e.V.".

"Hut ab", sagt er, als Kempf davon erzählt, dass die Pflegekräfte unentgeltlich für den Verein arbeiten. "Nur Kilometergeld wird bezahlt", sagt sie. "Unsere Familien sind unsere Zukunft", so Kempf. Sie plädiert dafür, "in die Gesundheit zu investieren". Das sieht auch Meißner so. Er sagt, das "Geld ist gut angelegt" und lobt auch stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden René Körner. Er lieferte die Idee, an den Verein "Stiftland-Sternenkinder" zu spenden.

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