16.01.2019 - 16:57 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Familienfreundlichkeit lohnt sich

Zum zweiten Mal verleiht das „Bündnis für Familie“ die Auszeichnung „Botschafter für Familienfreundlichkeit“ im Landkreis Tirschenreuth. Unter den fünf geehrten Unternehmen befinden sich drei neue und zwei Wiederholungstäter.

Die Preisträger und Vertreter der zwei Arbeitsgruppen des „Bündnis für Familie“ stellten sich zu einem gemeinsamen Bild. Von links: Oliver Schuller, Florian Rieder, Wolfgang Lang (Horn glass Industries), Evelyn Schrems, Linda Schwägerl (Schott AG), Iwona Schultes, Liselotte Kulzer, Jörg Kulzer (beide Möbelhaus Gleißner), Nicola Häuslmann, Matthias Schmeller (beide Schmeller-Installations-GmbH), Landrat Wolfgang Lippert, Miriam Hager (Wiesauplast), Karin Hauser-Dötterl, Koordinatorin Sabine Frank, Wolfgang Prebeck und Hilke Janssen.
von Josef RosnerProfil

Landrat Wolfgang Lippert und Koordinatorin Sabine Frank ehrten am Mittwoch fünf Betriebe aus dem Landkreis. Gewürdigt wurde damit deren familienbewusste Personalpolitik. Als Auszeichnung gab es das handgefertigte Qualitätssiegel und eine Urkunde.

Dem "Bündnis für Familie" gehören aktuell 45 Mitgliederorganisationen an, vertreten durch 70 Einzelpersonen. Gegründet wurde das Bündnis 2004. Lippert machte deutlich, dass die Bedürfnisse und Belange der Familie in einer Firma ein immer wichtiger werdendes Thema einnehmen. "Gelebte Familienfreundlichkeit erleichtert Unternehmen, entsprechende Fachkräfte zu finden und für ihr Unternehmen zu begeistern". Weiter betonte er, dass diese Firmen sich leichter tut, Fachkräfte zur Rückkehr in die Region zu bewegen.

"Familienfreundlichkeit ist heute ein wichtiges Mosaikstein. Ein Beruf muss sich mit der Familie vereinbaren lassen. Gerade junge Menschen legen darauf großen Wert", sagte der Landrat. Er zeigte sich überzeugt: "Unternehmen, die auf ein familienfreundliches Umfeld setzen, denen gehört die Zukunft." Denn diese hätten ein gutes Betriebsklima, längere Betriebszugehörigkeit und weniger Fluktuation.

Sieben Bewerber

Gestaltet wurde der Preis für familienfreundliche Unternehmen einst von Rudi Jäger. Schüler des Beruflichen Schulzentrums Wiesau haben den Preis umgesetzt und hergestellt. Um die Auszeichnung haben sich sieben Unternehmen beworben, fünf von ihnen wurden geehrt. Wiederholungstäter sind die Firmen Horn Glass Industries aus Plößberg und die Schott AG aus Mitterteich. Neu ausgezeichnet wurden das Möbelhaus Gleißner aus Tirschenreuth, die Schmeller Installations-GmbH aus Waldsassen und Wiesauplast aus Wiesau.

Die Preisträger stellten ihr Unternehmen und ihre Angebote für Familien vor. Für das Möbelhaus Gleißner, das mit seinen 108 Mitarbeiter jetzt Interliving Gleißner heißt, berichtete geschäftsführender Gesellschafter Jörg Kulzer über flexible Arbeitszeiten, Heimarbeitsplätze und die Aufrechterhaltung des Kontaktes auch während der Elternzeit. "Der Mensch steht bei uns Mittelpunkt unseres Unternehmens", sagte Kulzer.

Für die Firma Horn Glass Industries sprach Bereichsleiter Wolfgang Lang für die 260 Mitarbeiter in Plößberg und weltweit 350 Kollegen. Durch verschiedene Arbeitszeitmodelle probiere das Unternehmen, Familien im Betrieb zu halten. "Familienfreundliche Personalpolitik ist uns wichtig."

Matthias Schmeller und Tanja Häuslmann dankten für die Firma Schmeller für die Auszeichnung. "Bei uns arbeiten aktuell 66 Mitarbeiter in den Bereichen Heizung und Elektro", sagte Häuslmann. Sie nannte die Auszeichnung "eine Bestätigung unserer Arbeit". Mit vielerlei Maßnahmen versuche das Unternehmen seine Arbeiter im Betrieb zu halten, dazu gehören stetige Fort- und Weiterbildung, aber auch gemeinsame Ausflugsfahrten und Feiern.

Linda Schwägerl (Schott AG) berichtete von 1200 Mitarbeitern am Standort Mitterteich. Durch die Anwendung verschiedener Schichtmodellen sei es möglich, dass Mitarbeiter auch mal an Familienfeiern zu Hause teilnehmen können, obwohl sie eigentlich arbeiten müssten. Miriam Hager von Wiesauplast erklärte, dass am Standort in Wiesau aktuell 310 Mitarbeiter sind.

Beispiel für andere Firmen

Noch immer gelte: "Weltweit sind in jedem dritten Auto Kunststoffteile eingebaut, die aus Wiesau stammen." Sie verwies darauf, dass Mitarbeiter ab 58 Jahren wöchentlich bis zu vier Stunden bezahlt freibekommen, um sich ihrer Familie widmen zu können.

Landrat Wolfgang Lippert wünschte sich abschließend, dass die guten Beispiele der fünf ausgezeichneten Firmen Schule für andere Firmen machen und auch dort familienfreundliche Arbeitsmodelle mehr und mehr in den Vordergrund kommen. "Familienfreundlichkeit ist in", sagte der Landrat abschließend.

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