Die Freien Wähler Tirschenreuth wollen die Kommunalwahl als Sprungbrett nutzen, um im Kreistag stärker zu werden. Mit einer großen Liste von 50 Kandidaten setzten sie am Freitag ein Zeichen, um ihr Ziel zu erreichen. Entscheidend sei der Wille der Wähler, die man überzeugen und für sich gewinnen möchte, sagte Kreisvorsitzender Hubert Schicker aus Pechtnersreuth bei Waldsassen.
Im Tirschenreuther Stadtteil Ziegelhütte trafen sich am vergangenen Freitagabend die Freien Wähler aus vielen Kommunen des Landkreises Tirschenreuth im Restaurant „Hoanfbartl“. „Ich glaube, wir hatten nie so eine starke Liste“, freute sich Kreisvorsitzender Hubert Schicker. Er möchte Landrat werden und leitete die mehrstündige Versammlung.
„Dreißig Prozent Frauen“, fügte er voller Zufriedenheit hinzu, „ist eine wirklich super Sache.“ Die Kandidaten bezeichnete Schicker als „Leute, die maßgeblich den Landkreis Tirschenreuth mitgestalten werden.“ Daher sei es seiner Aussage nach „auch wichtig, dass wir mit Besonnenheit, sachlich und ideenreich an die Sache herangehen.“ Zudem stehe niemand auf dieser Liste, „der in irgendeiner Form nicht im Ehrenamt tätig ist.“
Einstimmiges Votum
Die 50 Kandidaten, einschließlich der beiden Ersatzleute, stellten sich in einer längeren Vorstellungsrunde nach und nach vor. Der Erste Bürgermeister der Marktgemeinde Konnersreuth, Max Bindl, leitete die anschließende geheime Wahl. Nach der Auszählung wurde deutlich: Die Kandidaten und auch die Ersatzleute wurden einstimmig gewählt. Wahlleiter Max Bindl gratulierte allen Nominierten und wünschte den Kandidaten aus dem Landkreis Tirschenreuth „einen fairen Wahlkampf“.
Erneut lobte Hubert Schicker, der als Versammlungsleiter wieder das Wort übernahm: „Was für eine tolle Liste mit tollen Kandidaten, die sehr rasch gefunden und heute einstimmig gewählt wurden.“ Zudem freute sich Schicker über den vorderen, aber nicht ersten Platz auf den Stimmzetteln für die Kommunalwahl im März kommenden Jahres. In seiner Schlussansprache ging Schicker auf einige „kommunalpolitische Akzente“ ein, wie er betonte. Zu den Kernthemen gehörten die Wirtschaft in der Region und die Probleme bei der Gesundheitsvorsorge, laut Schicker „eine der schwersten Aufgaben“, sowie die Sorgen um den Krankenhausstandort im Landkreis Tirschenreuth.
Der Kreisvorsitzende lenkte das Thema auf den Personennahverkehr und später auf das Wohnen und Wohlfühlen in der Region. Er sagte: „Nur mit einem attraktiven Landkreis, in dem man gerne lebt, kann man die Abwanderung junger Leute verhindern.“ Schicker mutmaßte weiter: „Dann kommen wieder Ärzte hierher.“ Er schloss mit Blick auf die Kommunalwahlen im März 2025: „Packen wir es an, glauben wir daran.“ Ziel sei es, so Schicker, die 11 Mandate im Kreistag zu halten – vielleicht sogar „die Mehrheit der CSU zu brechen“.
50 Bewerber
Für den Kreistag bewerben sich: Hubert Schicker, Ely Eibisch, Gisela Kastner, Hans Klupp, Bernhard Schmidt, Mario Franz, Bernhard Lux, Hermann Schraml, Manfred Zölch, Markus Schäffler, Johann Burger, Manuela von Podewils, Petra Schuster, Jürgen Steinhauser, Monika Grötsch, Thomas Beer, Birgit Grünbauer, Daniela Wild, Reinhard Stummreiter, Andrea Schwägerl, Winfried Neubauer, Christian Wallner, Klaus Schuller, Andreas Schuller, Philipp Lippert, Johann Wurm, Ingrid Kastl, Thomas Streber, Ute Barde, Anna Klupp, Melanie Gmeiner, Erni Bühl, Robert Bayer, Carmen Roose, Andrea Sertl, Harald Gleißner, Wolfgang Stangl, Stephan Ott, Josef Schmidkonz, Hermann Prölß, Markus Schmidt, Stefan Siller, Martin Burger, Hans Kühn, Bettina Krapfl, Herbert Seitz, Werner Prucker, Daniel Stich, Johannes Saalfrank und Oskar Schuster. Ersatzleute sind Martin Sertl und Rainer Schwingshandl.
Der Kreistag in Tirscheneuth
- Vorsitz: Landrat Roland Grillmeier
- CSU: 21 Mandate
- Freie Wähler: 11 Mandate
- SPD: 7 Mandate
- Zukunft Landkreis Tirschenreuth: 5 Mandate
- Grüne: 4 Mandate
- FDP: 1 Mandat
- Parteilos: 1 Mandat















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