Bei strahlendem Sonnenschein hatte am Samstag der Zusammenschluss "TIR-direkt" zu seinem traditionellen Bauernmarkt am oberen Marktplatz eingeladen. An 18 Ständen gab es ein reichhaltiges Sortiment. Viele Lebensmittel aus der Region durften gleich vor Ort verkostet werden. So bot der Obst- und Gartenbauverein Kürbissuppe und Brotaufstriche an. An anderen Ständen warteten geräucherte Forellen und selbst gebackene Küchel auf die Marktbesucher.
Das Amt für Landwirtschaft informierte über die Aktion "Zu gut für die Tonne", denn laut einer Studie werden in Bayern pro Einwohner und Jahr 65 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen, die eigentlich noch verzehrt werden könnten.
Stefan Schlötzer, Kreisvorsitzender des Direktvermarktervereins, hieß zur Eröffnung viele Ehrengäste willkommen. "Bauern sind ein Stück Heimat", sagte stellvertretender Landrat Alfred Scheidler. Umso wichtiger sei es, regionale Produkte zu kaufen. Dies sei auch eine Wertschätzung der heimischen Landwirtschaft. Auch Tirschenreuths zweiter Bürgermeister Peter Gold appellierte ab die Verbraucher, wieder vermehrt auf heimische Produkte zu setzen. Äpfel aus Australien (16000 Kilometer entfernt), Rindfleisch aus Argentinien (12000 Kilometer) oder Eier aus den Niederlanden (600 Kilometer) zu kaufen, sei auch aus Umweltschutzgründen nicht nachvollziehbar. Gold forderte deshalb eine noch bessere Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln.
Doris Eckl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ging auf die Lebensmittelverschwendung ein. Nach ihren Worten werde jedes achte gekaufte Produkt nicht konsumiert. In Bayern werfe jede Person in der Woche 1,3 Kilogramm Lebensmittel weg. Das Meiste davon lande in der Restmülltonne, denn kaum jemand habe Schweine, Fische oder Hühner zu Hause, die übrig gebliebene Produkte fressen würden. Eckl forderte eine bessere Wertschätzung der Lebensmittel. "Was jemand selbst produziert hat, wirft er nicht so leicht weg", sagte die Leiterin der Hauswirtschaftsschule. Deshalb würden in ländlichen Regionen Lebensmittel noch mehr geachtet als in Städten.
Die Hauswirtschaftsdirektorin gab Tipps, wie aus Resten ein vollwertiges Gericht gezaubert wird. So entstand aus alten Semmeln mit Milch, Eiern und geraspelten Gemüseresten ein Waffelteig. Am Stand waren leckere Kostproben zu haben. Beim Bauernmarkt gab es nicht nur heimische Produkte, sondern auch Hintergrundinformationen, etwa zum Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum bei Lebensmitteln. Der Arbeitskreis Historisches Handwerk demonstrierte unter anderem das Binden von Reisigbesen.


















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