23.05.2019 - 17:12 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Für Ernstfall in Sammelstelle gerüstet

In den vergangenen Wochen kamen immer wieder Fragen zum Katastrophenschutzplan für das Zwischenlager für radioaktive Abfälle in Mitterteich auf. Oberregierungsrätin Regina Kestel stand dazu im Kreisausschuss ausführlich Rede und Antwort.

Zum Zwischenlager für radioaktive Abfälle in Mitterteich führt auch ein Zuggleis.
von Martin Maier Kontakt Profil

In Mitterteich wird seit den 1980er Jahre schwach- bis mittelradioaktiver Abfall zwischengelagert. Betreiber ist die Sammelstelle Bayern für radioaktive Stoffe GmbH (GRB). Kürzlich wurde bekannt, dass aus dem Reaktor B des Atomkraftwerks Gundremmingen Abbruchmaterial nach Mitterteich gebracht werden soll. Dies hatte Grünen-Fraktionssprecherin Heidrun Schelzke-Deubzer im April zum Anlass genommen, sich nach einem Katastrophenschutzplan für das Zwischenlager zu erkundigen.

Kestel machte in der Mai-Sitzung des Kreisausschusses darauf aufmerksam, dass für die Sammelstelle kein externer Notfallplan nötig sei. Trotzdem habe die Kreisverwaltungsbehörde die aktuelle Diskussion zum Anlass genommen, die Gefährdungslage erneut zu überprüfen. „Insbesondere unter dem Blickwinkel, ob ein besonderer Alarm- und Einsatzplan erforderlich ist.“

Unter anderem gebe es vor Ort eine Brandschutzfachkraft und einen Stellvertreter. Die automatische Brandüberwachung erfolge durch eine aufgeschaltete Brandmeldeanlage und die Löschwasserversorgung sei durch eine Ringleitung über zwei Stunden sichergestellt. Zudem würden vor Ort drei fahrbare Leichtschaumgeneratoren und ein Zugfahrzeug ständig vorgehalten.

„Die Feuerwehr Mitterteich ist gut aufgestellt. Sie führt dort jedes Jahr mindestens zwei Übungen durch“, so Kestel. Dabei seien oft umliegende Wehren beteiligt. Außerdem seien die Mitterteicher Brandschützer für den Einsatz an strahlengefährdeten Einsatzstellen ausgebildet und ausgerüstet. Auch überprüfe der Kreisbrandrat jährlich die brandschutztechnischen Einrichtungen in der Sammelstelle. „Im Katastrophenfall wäre auf die Feuerwehr Mitterteich Verlass“, fasste Kestel zusammen.

Landrat Wolfgang Lippert stellte fest: „Unsere Bürger müssen sich keine Sorgen machen.“ CSU-Fraktionschef Toni Dutz sprach mit Blick auf einige Artikel und Pressemitteilungen von reiner „Panikmache“. Sein Parteikollege Roland Grillmeier wusste, dass dieses Thema „gewisse Ängste hervorrufe“. Allerdings habe es bei der Sammelstelle noch nie Probleme gegeben. Außerdem stellte der Mitterteicher Bürgermeister klar: „Die Anlage wird sicher nicht erweitert. Dazu gibt es überhaupt keine Möglichkeiten.“

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