03.04.2020 - 15:25 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Vom Grill in die Heimküche

Dass man aktiv zur Bewältigung der Corona-Situation beitragen kann, zeigen zwei Stiftlandgriller: Sie unterstützen das Küchenteam im BRK Seniorenheim Haus Mühlbühl.

Karsten Heßing, Kassier der Stiftlandgriller, unterstützt während der Coronakrise das Küchenteam des BRK-Seniorenheims Haus Mühlbühl in Tirschenreuth.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Auf den Hilferuf des BRK Tirschenreuth meldeten sich die beiden Stiftlandgriller Markus Brunner und Karsten Heßing. "Wir haben unsere Hilfe angeboten und dachten, vielleicht könnten wir mal für die Helfer der Teststation grillen", erzählt Karsten Heßing. Vorsitzender Markus Brunner klärte mit BRK-Verwaltungsleiter Sven Lehner die Möglichkeiten ab.

Wenige Tage später kam dann der Anruf, allerdings mit einer ganz anderen Bitte: "Wir wurden gefragt, ob wir im Seniorenheim Haus Mühlbühl einspringen können." Dort fielen im Küchenteam einige Köche aus. Das übriggebliebene Küchenpersonal ist deshalb ohne Pause im Dauereinsatz. Die Tirschenreuther sagten zu. Heßing arbeitet mittlerweile zwar als Beamter beim Amt für ländliche Entwicklung, ist aber eigentlich Koch. Der 48-Jährige und Markus Brunner - beide mit Faible für gutes Essen - sind am Grill ein eingespieltes Duo. Warum auch nicht in einer Heimküche?

"Es dauerte ein paar Tage, bis die ganze Aktion bürokratisch abgeklärt war", sagt Heßing. Er wurde vorerst für zwei Wochen von seiner Arbeit für die Hilfsaktion freigestellt. Brunner, der als Sozialversicherungskaufmann arbeitet, nahm sich kurzfristig Urlaub.

Am Montag begann dann ihr erster Arbeitstag in der Seniorenheim-Küche. Weniger die 120 bis 150 Essen, die tägliche zubereitet werden müssen, sind die Herausforderung. "Große Mengen sind wir gewohnt", sagt der 48-jährige Tirschenreuther und lacht.

Allerdings sei die Organisation im Hintergrund sehr anspruchsvoll. Wo steht was? Was ist bestellt? Wie viel Essen müssen auf welche Station? Eine menge Informationen, die sich die Grillprofis merken müssen. Bei der Einarbeitung bekommen sie Unterstützung vom zwei Küchenmitarbeitern. "Die sind total froh, dass wir da sind", berichtet Heßing. "Wir sind stolz, helfen zu können."

Um 6 Uhr startet der Arbeitstag. Zunächst bereitet das Team das Frühstück vor, kocht Kaffee und Tee. Danach bereiten die Stiftlandgriller gemeinsam mit den Köchen des Seniorenheims das Mittagessen vor. Bei Normalbetrieb gibt es drei Menüs zur Auswahl, in Coronazeiten wird nur ein Essen angeboten. Nachdem die Wagen für die Stationen vorbereitet sind, denkt das Küchenteam schon an den nächsten Tag und arbeitet für die nächste Mahlzeit vor.

"Markus und ich sind ja eigentlich Bürotäter", sagt Heßing. "Man merkt plötzlich, dass acht Stunden in der Küche stehen etwas ganz anderes ist, als acht Stunden am Schreibtisch zu sitzen." Obwohl die Lage sehr belastend für das ganze Personal sei, sei die Stimmung trotzdem noch gut: "Die geben alle alles und haben trotzdem noch Zeit für ein freundliches Wort." Vorerst unterstützen die beiden Stiftlandgriller das Küchenteam des Seniorenheims bis zum Wochenende. "Wie es danach weitergeht, werden wir sehen."

Auch Markus Brunner packt in der Seniorenheimküche mit an.

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