25.09.2018 - 17:24 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

„Sein oder nicht Sein“ oder „Heil Hamlet“

"Sein oder Nichtsein" spielt das Moderne Theater Tirschenreuth (MTT) im Herbst. Die Proben im Kettelerhaus laufen auf vollen Touren. Regie führt Manfred Grüssner. Dementsprechend trägt die Inszenierung seine unverkennbare Handschrift.

Voll im Gang sind die Proben des MTT zu "Sein oder Nichtsein" im Kettelerhaus.
von Norbert Grüner Kontakt Profil
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Neben der Premiere am 8. November wird das Stück am 10., 16., 17. und 18. November jeweils um 19.30 Uhr aufgeführt. Karten zum Preis von 18 Euro (erster Platz) und 16 Euro (zweiter Platz) gibt es im Internet und in der Tirschenreuther Touristinfo. (tr)

Der Stoff basiert auf einem Stück von Nick Whitby nach dem Film "Sein oder Nichtsein - Heil Hamlet!" von Ernst Lubitsch aus dem Jahr 1942. Lilly Melzer alias Eva Zagateweska setzt ihre ganze Kraft ein, um Joseph Tura (Florian Winklmüller) den Revolver aus den Händen zu reißen. Was die Schauspieler vom Modernen Theater Tirschenreuth da auf der Bühne abliefern sieht schon sehr gut aus. Seit Anfang September wird geprobt, agieren die Akteure fast täglich auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

Ständiger Auf- und Abbau

Mit Unterbrechungen, denn bereits gebuchte Veranstaltungen zwingen das Ensemble immer wieder, die Bühne ab- und anschließend wieder aufzubauen. Das kostet wertvolle Zeit. Dennoch sind Regisseur Manfred Grüssner und Regieassistentin Stefanie Ohle guter Dinge, dass bis zur Premiere am 8. November alles so läuft, wie sich das auch der Produktionsleiter Florian Winklmüller vorstellt - dass "Sein oder Nichtsein" ein toller Erfolg wird.

Das Stück ist vor allem für Grüssner eine Herzensangelegenheit. Damit will er nach zwei Musiktheatern, "Cash" und "Servus Elvis", die für die breite Masse gemacht waren, wieder zurück zu den Wurzeln des MTT - zum intimen Kammerspiel im engeren Kreis. Das ist schon daran zu erkennen, dass diesmal pro Aufführung nur 260 Stühle im Zuschauerraum stehen. Einer in der vordersten Reihe bleibt bei jeder der fünf Vorstellungen frei. Er gehört zur Inszenierung. Die musikalische Untermalung arrangiert Franka Plößner. Die Musikerin selbst spielt dabei Klezmer-Klarinette. Begleitinstrumente sind Klavier- und Gitarre. Für die künstlerische Gestaltung des Bühnenraums konnte diesmal Toni Eichinger, ehemaliger Kunstlehrer am Stiftland-Gymnasium, gewonnen werden. Teile des Outfits wurden beim Kostümverleih Eggenfelden ausgeliehen. In der Hauptsache geht es dabei um die Naziuniformen, die möglichst authentisch sein sollen.

Mit Nadel und Faden

Andrea Schröpf ist gelernte Theaterschneiderin und legt Nadel und Faden an, wenn es gilt, etwas zu ändern oder auf die Schnelle anzufertigen. Für die Maske ist in bewährter Weise Hedy Berner mit ihrem Team verantwortlich. Technik, Ton und Licht liegen in den Händen von Karl und Tobias Schwägerl. Anton Beer und Günther Kraus sind für den Bühnenbau verantwortlich.

Das Stück gliedert sich in zwei Akte. Im ersten (45 Minuten) gehen neun Szenen über die Bühne, im zweiten 10 in 50 Minuten. Inklusive Pause erwarten den Zuschauer zwei Stunden Kunstgenuss. www.theater-tirschenreuth.de

Zum Inhalt:

Warschau 1939, kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Das Theaterensemble um Joseph Tura (Florian Winklmüller) und seine Frau Maria (Petra Sommer-Stark) muss auf Druck der polnischen Regierung ein antifaschistisches Stück absetzen - stattdessen steht nun Hamlet auf dem Spielplan. Joseph Tura ist total empört, dass sich ein Zuschauer während seines Monologs aus dem Saal entfernt. Was er nicht weiß: Es handelt sich um Sobinski (Stefan Malzer), einen Bomberpiloten, der sich unsterblich in Maria, seine Frau, verliebt hat. Diese lässt ihren jungen Verehrer jedoch abblitzen. Wenig später bricht der Zweite Weltkrieg aus. Warschau wird bombardiert und nichts ist mehr, wie es war. Sobinski wird nach England berufen und deckt dort Ungeheuerliches auf: Professor Siletsky (Herbert Kreuzer), der vorgibt, für die Piloten Kontakt in die Heimat halten zu können, ist in Wahrheit ein Spion, der mit den Deutschen kollaboriert, um eine Widerstandsgruppe hochgehen zu lassen. Von Sobinski gewarnt, hecken die Turas einen Plan aus, der von den Akteuren mehr denn je großes schauspielerisches Talent erfordert. (tr)

Voll im Gang sind die Proben des MTT zu "Sein oder Nichtsein" im Kettelerhaus.
Maria und Joseph Tura alisa Petra Sommer-Stark und Florian Winklmüller.
Am Regiepult halten Manfred Grüssner und Stefanie Ohle alle Fäden in der Hand.
Eva Zagatewska (Lilli Melzer)setzt ihre ganze Kraft ein, um Joseph Tura (Florian Winklmüller) den Revolver aus den Händen zu reißen..
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