03.09.2021 - 12:29 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Heiße Lehrstunde für Atemschutzträger

Bei bis zu 800 Grad schwitzen 64 Atemschutzträger aus dem östliche Landkreis Tirschenreuth. Sie erleben im Übungscontainer eine heiße Lehrstunde.

Acht Feuerwehrler sitzen in vollem Atemschutz im Brandübungscontainer. Darin wird es bis zu 800 Grad heiß.
von Josef RosnerProfil

Über 600 Atemschutzträger gibt es in 34 Feuerwehren im Landkreis Tirschenreuth. Diese müssen regelmäßig ihre Übungen in der Atemschutzstrecke in Neuhaus nachweisen. Für 64 Atemschutzträger gab es nun die Möglichkeit, zusätzlich in einem Brandübungscontainer den Ernstfall zu proben. Vier Tage stand dieser auf dem Hamm-Parkplatz in Tirschenreuth. In acht Durchgängen mit jeweils acht Teilnehmern unterrichtete Stefan Müller (Firma Dräger Safety) die Atemschutzträger in Theorie und Praxis. Mit dabei waren dieses Mal die Wehren aus Tirschenreuth, Poppenreuth, Bärnau, Plößberg, Waldsassen, Bad Neualbenreuth und Wiesau.

Müller betonte, dass in den vergangenen Jahren die Brandeinsätze zurückgegangen seien. Gleichzeitig werde es dadurch für die jungen Feuerwehrkameraden immer schwieriger, die erforderliche Einsatzerfahrung zu gewinnen. „Persönliche Erfahrungen sind außerordentlich wichtig, um Fehlentscheidungen bis hin zu lebensgefährlichen Situationen zu vermeiden“, sagte Müller. Dank des feststoffbefeuerten Brandübungscontainer werde versucht, diese Lücke zu schließen.

Feuerwehrübung im Brandcontainer in Schwarzenfeld

Theorie darf nicht fehlen

Mit dem Brandübungscontainer könne eine realitätsnahe Brandbekämpfung geübt werden. Durch die Verwendung von Holz entstehe die für einen Zimmerbrand typische Hitze- und Rauchentwicklung. "Die Trainingseinheiten vermitteln unter anderem, wie Brandverläufe erkannt und die Gefahrensituationen richtig eingeschätzt werden", so Müller. Hierbei werde die gefährliche Rauchgasentzündung, auch Flash genannt, dargestellt und von den Teilnehmern bekämpft. Die vorausgehende Schulung der Strahlrohrführung sei dazu eine notwendige Hilfe. Weiter wies Müller darauf hin, dass die aktuell verbesserte Schutzkleidung den Körper vor der enormen Hitze im Container schützt.

Vor dem Einsatz am Hamm-Parkplatz mussten sich alle Teilnehmer der neunzigminütigen Theorie im Feuerwehrhaus Tirschenreuth unterziehen, ehe die Praxis anstand. Jeweils neunzig Minuten dauerte eine Einheit. Damit die Hitze im Container realitätsnah ist, wurde der dortige Ofen mit Spanplatten befüllt. So entstand eine Hitze von rund 800 Grad, der sich die Feuerwehrler stellen mussten.

Verschlossener Container

Zunächst blieb der Container offen, dann im weiteren Verlauf der Übung wurde der Container geschlossen, ehe er auf ein Zeichen des Ausbilders wieder geöffnet wurde. Während des Übungszeitraums quoll starker Rauch aus dem Container, der den Außenstehenden zeigte, dass die Ausbildung nicht ganz ungefährlich ist. Doch die erfahrenen Atemschutzträger meisterten die Übung mit Bravour, was Kreisbrandrat Andreas Wührl, Kreisbrandinspektor Lorenz Müller und Kreisbrandmeister Klaus Schicker, zuständig für die Ausbildung im Kreisfeuerwehrverband, erfreut zur Kenntnis nahmen.

Interview mit Kreisbrandrat Andras Wührl

Tirschenreuth

„Persönliche Erfahrungen sind außerordentlich wichtig, um Fehlentscheidungen bis hin zu lebensgefährlichen Situationen zu vermeiden.“

Ausbilder Stefan Müller

 

 

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