17.10.2018 - 17:59 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Heiße Phase für Modernes Theater Tirschenreuth

Die Proben laufen auf Hochtouren. Damit die Schauspieler des MTT nicht nur textsicher daherkommen, sondern auch optisch was hermachen, sind neben Maskenbildnern fünf Näherinnen damit beschäftigt, die Kleidung auf Vordermann zu bringen.

Die MTT-Schauspieler proben mittlerweile auch am Samstag und Sonntag. Die Zeit drängt und es gibt noch einiges zu erarbeiten. Deshalb sind die Kostümbildnerinnen, Rita Sommer (links), Josefine Kraus (Vierte von links), Andrea Schröpf (Fünfte von links), Johanna Huber (Siebte von links) und Helga Pentner (Neunte von links) gezwungen, in den kurzen Probenpausen Maß zu nehmen.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Während auf der Kettelerhausbühne die heiße Phase der Probenarbeit für das neue Stück des Modernen Theaters Tirschenreuth (MTT), „Sein oder Nichtsein“, begonnen hat, geht es im Obergeschoss nicht minder geschäftig zu. In den beiden Räumen, in denen der Kostüm-Fundus für die MTT- und Stadtproduktionen untergebracht ist, werkeln unter der Leitung der ausgebildeten Theaterschneiderin Andrea Schröpf noch Helga Pentner aus Tirschenreuth, Rita Sommer aus Waldsassen, Johanna Huber aus Fuchsmühl und Josefine Kraus aus Waldsassen eifrig an den Nähmaschinen und an den Bügeleisen.

„Denn es gibt kein Kostüm, das einem Schauspieler auf Anhieb passt“, weiß Regisseur Manfred Grüssner. Vieles aus dem eigenen Fundus ist zu brauchen, aber damit die Nazi-Darsteller im Stück echt rüberkommen, müssen authentische Uniformen aus der Zeit her. Die gibt es in Eggenfelden beim Kostümverleih Vogl. Die Firma beliefert große Theater und auch komplette Filmsets.

Mit dem Stadtbus fuhren die betroffenen MTT-Schauspieler dorthin und ließen sich ausstatten. Auch der hauseigene Requisiteur Martin Dittmann hat alle Hände voll zu tun, bis zur Premiere am 8. November alles da ist, was benötigt wird. So war zum Beispiel ein altes schwarzes Telefon aus der Zeit der 1940er Jahre praktisch nicht aufzutreiben. Das bekam eines Tages Anton Eichinger mit, schleppte eines an und meinte: „Sucht ihr so eines?“ Es war perfekt.

Der ehemalige Kunstlehrer am Stiftland-Gymnasium zeichnet diesmal für das Bühnenbild verantwortlich und hat seine Arbeit bereits abgeschlossen. Der Titel des Theaterstücks klingt ja sehr nach Shakespeare. Aber in Tirschenreuth wird im Herbst nicht Hamlet gegeben. Nur das bekannte Zitat „Sein oder Nichtsein“ spielt eine große Rolle im Stück. Manfred Grüßner versteht das Stück als rabenschwarze Komödie und nicht ernst gemeinte Hitlerparodie. Er stellt die Frage: „Darf man über Hitler lachen?“ Und er beantwortet sie gleich selbst: „Ja, man darf.“

Termine:

Neben der Premiere am 8. November wird das Stück am 10., 16., 17. und 18. November jeweils um 19.30 Uhr aufgeführt. Karten zum Preis von 18 Euro (erster Platz) und 16 Euro (zweiter Platz) gibt es im Internet und in der Tirschenreuther Touristinfo. (tr)

Hans Zagler im Kleider-Fundus. Andrea Schröpf berät den Schauspieler bei der Auswahl und weiß, wo die passenden Stücke hängen.
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