14.02.2019 - 14:55 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Bis heute ein Vorbild

Die sozialen Missstände treiben Adolph Kolping im 19. Jahrhundert zur Gründung der Gesellenvereine. Bis heute ist das soziale Engagement der Mitglieder der Kolpingsfamilien gefordert.

Kolping-Diözesansekretär Ludwig Haindl berichtete beim Treffen im großen Pfarrsaal über das Leben Adolph Kolpings und das Kolpingswerk.
von Autor KODProfil

Was hat uns der Gesellenvater Kolping (1813-1865) heute noch zu sagen? Darüber ließen sich 25 Interessierte im großen Pfarrsaal informieren. Kolping-Diözesansekretär Ludwig Haindl tat dies mit viel hintergründigem Wissen. So ging er völlig frei sprechend auf das Leben Kolpings sowie das Kolpingswerk heute ein.

„Kolping wurde 1813 in Kerpen geboren, übte das Schusterhandwerk aus und lernte dabei die harte Realität der wandernden Gesellen im 19. Jahrhundert kennen. Dazu gehörten damals ein geringer Status als Handwerker, wenig gesellschaftliches Ansehen, eine weitgehend rechtlose berufliche Stellung oder schlechte Quartiere“, schilderte der Referent. Um diesen sozialen Missständen entgegen zu wirken, habe Adolph Kolping vor 150 Jahren die sogenannten Gesellenvereine gegründet.

Kolping begründete von Anfang an keine nationale Idee, sondern einen kirchlich-sozialen Verein. Er wurde damit zu einem der großen katholischen Sozialreformer des 19. Jahrhunderts, neben dem Sozialbischof Wilhelm Emmanuel Ketteler.“ Das Werk Kolpings entwickelte sich weiter zur heutigen generationsübergreifenden Kolpingsfamilie. „Die Kolping-Gründung hat sich im Laufe ihrer Geschichte gewandelt und ist dadurch kein Museum, sondern lebendig geblieben bis heute“, verdeutlichte Haindl. Bis heute wollen die Mitglieder auf der Grundlage des Glaubens sich in Kirche und Gesellschaft einbringen.

Kolping sei in seinem Leben den mühsamen Weg vom Schuhmachergesellen über ein Theologiestudium hin zum Gesellenpfarrer, Schriftsteller und Sozialreformer gegangen. Bis heute gebe es weltweit etwa 4500 Kolpingsfamilien in über 60 Ländern.

Bereits 1884 hat sich der Tirschenreuther Gesellenverein gegründet und entwickelte sich dann zur Kolpingsfamilie. Sie könne also 2019 auf das 135-jährige Bestehen zurückblicken. Für soziale Aufgaben und internationale Hilfsprojekte, etwa in Brasilien oder Peru und vielen anderen Ländern, leiste die jährliche Altkleidersammlung einen wertvollen Beitrag. „Der 1991 selige gesprochene Adolph Kolping bleibt bis heute ein Vorbild für viele Menschen weltweit.“ Ludwig Zapf, seit über 60 Jahren Kolpingmitglied, schilderte seine unvergesslichen Eindrücke bei der Ehrenwache am Grab Kolpings in der Minoritenkirche in Köln. In guter Erinnerung bleibe auch der „Böhm-Vater“, der aus Kleinkonreuth stammende frühere Diözesanpräses Karl Böhm, verstorben 1977.

Elmar Pilz als Vorsitzender der Kolpingsfamilie dankte dem Referenten aus Regensburg für die großartige Information. Derzeit stelle sich die Frage, ob die Kolpingidee in Tirschenreuth weiterhin lebendig bleibt, denn es fehlt an Nachwuchs bei den Mitgliedern und im Vorstand. Personelle Erneuerung und Unterstützung seien dringend notwendig, bittet der Vorsitzende.

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