Tirschenreuth
12.04.2021 - 19:05 Uhr

Inzidenz im Landkreis Tirschenreuth endlich unter 100

Von Entwarnung kann keine Rede sein. Die niedrigste Inzidenz seit fünf Monaten ist für einen Corona-geplagten Landkreis wie Tirschenreuth allerdings schon ein Grund zur Freude. Auch beim Impfen geht es voran.

Fast 16 000 Landkreis-Bürger haben schon einen Stempel im Impfpass, was Immunisierung gegen Covid 19 betrifft. Weitere 6000 waren zwei Mal dran. Bild: as
Fast 16 000 Landkreis-Bürger haben schon einen Stempel im Impfpass, was Immunisierung gegen Covid 19 betrifft. Weitere 6000 waren zwei Mal dran.

Als die Fallzahlen ab Herbst bundesweit wieder anstiegen, lag der Landkreis Tirschenreuth lange an der Spitze einer bedenklichen Entwicklung. Anfang Februar stieg der 7-Tage-Wert, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner, sogar auf über 300. Doch nun entspannt sich die Lage etwas - im Gegensatz zu weiten Teilen der Republik und auch der Oberpfalz. Am Montag lag die 7-Tage-Inzidenz bei 97,2 und damit sogar ganz knapp unter dem Weidener Wert.

Lage weiterhin ernst

"Trotz der heutigen 7-Tage-Inzidenz von unter 100 bleibt die Corona-Situation wegen der Virus-Mutation aber weiterhin ernst", beurteilte Landratsamt-Pressesprecher Wolfgang Fenzl die Lage. In den vergangenen Wochen seien die Zahlen zwar Schritt für Schritt zurückgegangen, doch müsse man die aktuelle Entwicklung aufgrund der deutschlandweiten Steigerung mit Vorsicht betrachten. "Aufgrund der heutigen Fälle werden wir morgen wieder knapp über einer 7-Tage-Inzidenz von 100 liegen", warnte Fenzl am Montag schon mal vor.

Mit einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren begründet der Pressesprecher die rückläufige Inzidenz im Landkreis Tirschenreuth. Dazu zählt er das Angebot ausreichender Testmöglichkeiten, die Testpflicht samt Grenzkontrollen für tschechische Pendler, das Testkonzept in Betrieben, konsequente Kontaktnachverfolgung durch das Gesundheitsamt sowie Disziplin und Durchhaltevermögen der Bevölkerung. Auch die direkt angrenzenden Regionen wie Neustadt, Weiden, Wunsiedel, Bayreuth und Tschechien wiesen rückläufige Zahlen auf.

Impfquote von rund 22 Prozent

Eine große Rolle dürfte auch die relativ hohe Impfquote spielen: "Sie liegt aktuell in unserem Landkreis bereits bei etwa 22 Prozent", nennt Fenzl den Anteil der Bürger, die zumindest ihre erste Impfung schon erhalten haben. Über 22.000 Impfungen sind es bisher insgesamt. Fast 16.000 Menschen sind zumindest einmal geimpft. Die durchgehende Öffnung des Impfzentrums über Ostern hat sich positiv ausgewirkt, so dass schon bald Personen der Prioritätsgruppe 3 drankommen sollen.

„Wir haben bereits die ersten Einladungen für die Priorität 3 verschickt, was aber nicht bedeutet, dass alle Impfwilligen in Priorität 2 bereits geimpft sind“, teilt BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl mit. Er bittet alle über 70-Jährigen und alle berechtigten Personen für die Priorität 2, sich mit dem Impfzentrum in Verbindung zu setzen oder sich online zu registrieren. Das BRK selbst versuche, alle bereits registrierten berechtigten Personen telefonisch zu erreichen.

Viele noch ohne Registrierung

Landrat Roland Grillmeier ist sehr zufrieden mit dem bisherigen Impffortschritt im Landkreis. „Mein Dank geht vor allem an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sieben Tage die Woche mit vollem Einsatz dafür arbeiten, dass jeder im Landkreis ein Impfangebot erhalten kann.“ Allerdings hätten sich rund 25.000 Menschen mit Impfanspruch noch nicht registriert, was zeitnah zu Problemen führen könne.

„Es kann dann manchmal ganz schnell gehen mit einem Termin.“

Landrat Roland Grillmeier

Derzeit sei Impfstoff zwar noch knapp, aber man hoffe darauf, dass sich dies in den nächsten Wochen ändert. „Zunächst bitte ich vor allem die Personen aus der Priorität 2 darum, sich zu registrieren und Termine zu vereinbaren. Aber auch alle anderen Landkreisbewohner sind dazu aufgerufen, sich zu registrieren." Dies sei für jeden Impfwilligen online oder telefonisch möglich. "Es kann dann manchmal ganz schnell gehen mit einem Termin“, appelliert Grillmeier.

Impfberechtigung mitbringen

Während im Impfzentrum die Abläufe zuletzt optimiert wurden – zum Beispiel durch eine digitale Anzeige zu Wartezeiten und einen erweiterten Wartebereich - mussten teilweise Personen trotz Termin abgewiesen werden, bedauert das BRK-Team. Vor allem Personen in Priorität 2 und 3 müssten häufig neben dem Personalausweis und dem Impfpass auch ärztliche Nachweise oder ein Formblatt über die Impfberechtigung mitbringen. "Hier hatten wir zuletzt vermehrt den Fall, dass diese nicht vorgezeigt werden konnten. Das BRK ist dann gezwungen, die Person abzuweisen", bedauert Schedl und bittet eindringlich darum, bei einer Vorerkrankung oder anderweitigen Priorisierung die nötigen Papiere vorzulegen. Informationen dazu findet man auf der Homepage des Landkreises Tirschenreuth (www.kreis-tir.de) oder des Bayerischen Gesundheitsministeriums (www.stmgp.bayern.de/coronavirus/impfung/).

Tirschenreuth12.04.2021
 
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