09.04.2019 - 17:22 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kein Klimaschutz-Beauftragter für den Landkreis Tirschenreuth

Gerne hätten die Grünen einen Klimaschutz-Beauftragten für den Landkreis Tirschenreuth. Daher stellen sie im Kreisausschuss einen entsprechenden Antrag. Der stößt aber bei den anderen Fraktion auf wenig Gegenliebe.

Den Antrag der Grünen (im Bild Fraktionssprecherin Heidrun Schelzke-Deubzer) auf Einrichtung einer Stelle eines Klimaschutz-Beauftragten am Landratsamt Tirschenreuth hat der Kreisausschuss abgelehnt.
von Martin Maier Kontakt Profil

Bereits im 2010 erstellten Klimaschutzkonzept des Landkreises wird die Bestellung eine Klimaschutz-Beauftragten vorgeschlagen. "Bis heute wurde dies immer noch nicht umgesetzte", schreibt Grünen-Fraktionssprecherin Heidrun Schelzke-Deubzer in dem Antrag. Zudem habe der Kreis viele Handlungsfelder des Konzepts noch nicht angepackt und die Aufspaltung der Zuständigkeiten im Bereich Klimaschutz am Landratsamt erschwere ein zielführendes Arbeiten. Als weitere Argumente für die Einführung eines Beauftragten führt die Rätin die "Fridays for Future"-Bewegung an und verweist auf viele andere bayerische Landkreise, die eine solche Stelle schon geschaffen haben.

"Wir haben seit der Erstellung des Klimaschutzkonzepts durchaus etwas getan", nannte Landrat Wolfgang Lippert im Kreisausschuss unter anderem die Gründung der Bürgerenergiegenossenschaft, die Schaffung einer Ladeinfrastruktur und die Zusammenarbeit mit der OTH. Ansprechpartner für Klimaschutz und Energie sei am Landratsamt Regionalmanager Florian Rüth.

Um eine Förderung für den geforderten Beauftragten zu erhalten, müsse der Kreis ein neues Klimaschutzkonzept erstellen lassen. "Ich glaube aber nicht, dass wir das brauchen. Wir haben das alte schon gut abgearbeitet." Lippert schlug daher vor, sich zusammenzusetzen und eine Analyse zu machen, welche Bereiche der Landkreis schon abdeckt und welche nicht. Er konnte sich vorstellen, zusätzliche Aufgaben bei der Bauabteilung (Sachgebiet 42) anzusiedeln, da diese möglicherweise mehr Personal bekommt. Es gehe darum, bestehende Strukturen auszubauen und zu stärken.

"Wir verschließen uns diesem Thema nicht, aber ich glaube, wir sind beim Klimaschutz gut aufgestellt", betonte CSU-Fraktionsvorsitzender Toni Dutz. Für einen solchen Beauftragten sei eine Kosten-Nutzen-Analyse nötig. Letztendlich unterstützen auch Freie Wähler, SPD und Zukunftsliste den "pragmatischen Ansatz" des Landrats.

Hintergrund:

Katastrophenschutzplan vorhanden

Aus dem Reaktor B des Atomkraftwerks Gundremmingen soll Abbruchmaterial ins Zwischenlager nach Mitterteich gebracht werden (www.onetz.de/2675953). Die Wunsiedler Grünen-Kreisrätin Brigitte Artmann hatte in diesem Zusammenhang bemängelt, dass es keinen Katastrophenschutzplan für einen Vollbrand des Atommülllagers gebe. Daher erkundigte sich Grünen-Fraktionssprecherin Heidrun Schelzke-Deubzer im Kreisausschuss nach dem Sachstand. CSU-Kreisrat und Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier verwies darauf, dass der Landkreis für den Katastrophenschutzplan zuständig sei, aber natürlich gebe es ein entsprechendes Konzept, "sonst hätte es ja nie eine Baugenehmigung gegeben". Der Rathauschef stellte auch klar, dass es keine Erweiterung des Zwischenlagers gebe. Dieses sei höchstens früher komplett belegt als angedacht.

Im Blickpunkt:

Geld für Schulen und Turnhalle

Der Kreisausschuss hat in seiner nichtöffentlichen März-Sitzung einige Aufträge an Firmen vergeben. Für Arbeiten am Beruflichen Schulzentrum erhielt Metallbau Schißlbauer aus Schwandorf für knapp 30.000 Euro den Zuschlag für Metallbauarbeiten im Bestandstrakt der EDV-Schule. Zudem führt die Lugert Hoch und Tiefbau GmbH aus Oelsnitz Baumeisterarbeiten für 94.000 Euro durch.

Für den Neubau der Dreifachturnhalle am Stiftland-Gymnasium hat der Ausschuss Aufträge für Planungsleistungen vergeben: Den Bereich Heizung/Lüftung/Sanitär deckt das Büro Christian Flessa aus Irchenrieth (119.000 Euro) ab, den Bereich Elektro das Büro Poepperl-Ing. aus Eschenbach (68.000 Euro) und den Bereich Tragwerksplanung das Büro Wittmann Strukturmechanik AG aus Marktredwitz (121.000 Euro). Zudem erteilte das Gremium die Zustimmung zur Nachtragsvergabe für die Machbarkeitsstudie des Neubaus der Realschule Kemnath an das Planungsbüro Fischer GmbH aus Marktredwitz (27.000 Euro).

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.