19.07.2019 - 20:45 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kewog Tirschenreuth glänzt mit Rekordumsatz

Diesmal gibt es für Bernd Büsching sogar Applaus bei der Gesellschafterversammlung. Die Kewog wartete mit sehr, sehr guten Zahlen auf. Und auch der Bau des neuen Bürogebäudes in Tirschenreuth ist in trockenen Tüchern.

Neben dem Trafohäuschen soll die neue Niederlassimg der Kewog gebaut werden. Die Planung befindet sich in der Endphase.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Die Kommunale Entwicklungs- und Wohnungsbaugesellschaft (Kewog) Tirschenreuth segelt derzeit auf Erfolgskurs. "Wir hatten 2018 den höchsten Umsatz und den höchsten Eigenkapitalstand in der Geschichte der Gesellschaft", freut sich Landrat Wolfgang Lippert am Donnerstag beim Pressegespräch nach der Gesellschafterversammlung im "Seenario". Der Landrat führt dies auf das weitsichtige Agieren der Gesellschaft zurück.

Über 70 Prozent mehr

Rund 20,5 Millionen Euro betrug der Umsatz 2018. Das war gegenüber dem Vorjahr eine satte Steigerung um 71,2 Prozent. Der Jahresüberschuss erhöhte sich um 43,3 Prozent auf rund 1 Million Euro. Das Eigenkapital konnte um 6,8 Prozent aufknapp 16 Millionen Euro gesteigert werden. "Gerade die Eigenkapitalsituation ist hinsichtlich unseres Geschäftsmodells sehr wichtig, um bei den Banken ein entsprechend positives Rating zu erhalten", hebt Büsching den Wert dieser Zahlen hervor.

Das abgelaufene Wirtschaftsjahr war dabei vor allem durch erfolgreiche Projektentwicklungsmaßnahmen in der Metropolregion Nürnberg geprägt Beigetragen hat ebenfalls das stabile Geschäftsfeld Städtebau in den neuen Bundesländern, bei dem die Kewog über 30 Städte und Gemeinden mit dem Schwerpunkt Stadt- und Regionalplanung betreut.

Eine positive Entwicklung ergibt sich ebenfalls im Geschäftsbereich Energie, obwohl die Energiewende in Bayern quasi zum Stillstand gekommen ist. "Hier konzentrieren wir uns maßgeblich auf das Thema Planung und Projektierung von Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen, insbesondere bei Schulneubau und Sanierungen", erläutert Geschäftsführer Büsching.

Ebenfalls gut entwickelt hat sich nach Angaben des Krummennaabers die Vermietungsquote im Landkreis Tirschenreuth. Die Leerstandsquote beträgt nur noch 1,5 Prozent. "Das ist quasi Vollbelegung." Problematisch sei nach wie vor die Miethöhe, die in der Region einfach zu niedrig sei, um viel Geld in Instandhaltungsmaßnahmen investieren zu können. Viele Maßnahmen könnten aufgrund der fehlenden Wirtschaftlichkeit nicht oder nur bedingt durchgeführt werden. Der regionale Wohnungsbestand bleibe damit weiterhin eine Herausforderung und es werde schwierig, die älteren Gebäude auf einem adäquaten vermietbaren Niveau zu halten. Die Kewog stehe als Unternehmen weiter vor der Herausforderung, wirtschaftlich erfolgreich zu sein und gleichzeitig kommunale Aufgaben zu übernehmen.

Büsching weiter: "Die Region benötigt dringend Neubauten im Geschosswohnungsbau mit moderner Architektur, um jungen Menschen neben attraktiven Arbeitsplätzen auch adäquate Wohnungen anbieten zu können. Dies stellt eine große Herausforderung für die Kommunen in den nächsten Jahren dar."

Die Region habe sich ungemein gut entwickelt. Die Städte und Gemeinden dürften jetzt nicht mehr nur an Altenwohnungen und Betreutes Wohnen denken, sondern müssten auch in anderen Bereichen "richtig Gas geben". Zu den tollen Firmen in der Region müssten jetzt auch tolle Wohnungen kommen. Es gelte vorhandene Fördermodelle zu nutzen. In diesem Bereich führe die Kewog mit einigen Städten im Landkreis bereits recht vielversprechende Gespräche, ließ der Krummennaaber wissen.

Um den Wohnungsbestand auf einem angemessenen Vermietungsniveau zu halten, habe sich die Kewog entschieden, sich selektiv von Wohnungen zu trennen, um sich auf den Kernbestand konzentrieren zu können. Es wurden bereits etliche Häuser verkauft. So gab die Kewog zum Beispiel Gebäude in Wiesau, Mitterteich und Coburg ab. Derzeit ist die Kewog noch im Besitz von rund 1000 Wohnungen.

Wohnanlage in Franken

Großes Potenzial sieht Büsching in der Realisation des Themas Serviced Apartments mit dem ersten Projekt in Herzogenaurach. Dieses Marktsegment entwickelt sich vor allem in Ballungsräumen extrem positiv. Wegen der steigenden Baukosten hätten sich zwar Verzögerungen bei der Ausführung in Herzogenaurach ergeben. Doch mittlerweile werde gebaut. Büsching rechnet mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme Ende 2020.

In Planung seien derzeit zwölf Eigentumswohnungen in der Nähe des Flughafens in Nürnberg. Die Grundstücke dafür seien bereits im Besitz der Kewog. In der Entwicklungsphase befinde sich zudem der Neubau von Serviced Apartments im Schwendengarten Nürnberg-Ziegelstein. Fertiggestellt habe die Kewog 2018 ein Wohn- und Geschäftshaus in Nürnberg an der Ostendstraße.

Die nächsten Jahre werde die Kewog vor allem Projektentwicklungsmaßnahmen in Ballungsräumen umsetzen und in Betrieb nehmen bzw. veräußern. Dies gebe eine langfristige wirtschaftliche Stabilität.

In Nürnberg-Ziegelstein plant die Kewog eine Wohnanlage mit zwölf Eigentumswohnungen. Gesamtkosten: rund fünf Millionen Euro.
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