Tirschenreuth
19.05.2021 - 14:18 Uhr

Kindergartenkinder in Tirschenreuth pflanzen jetzt ihr eigenes Essen an

Der katholische Kindergarten darf sich "Acker-Kita" nennen. Im Rahmen des neuen Dauerprojekts werden die Kinder ein Feld bestellen und im Herbst ihr eigenes Gemüse ernten.

Die vier kleinen Gemüsebauern haben sich neue Pflänzchen geholt zum Bepflanzen der Beete. Die Buben und Mädchen sind mit viel Freude an der Arbeit. Bild: ubb
Die vier kleinen Gemüsebauern haben sich neue Pflänzchen geholt zum Bepflanzen der Beete. Die Buben und Mädchen sind mit viel Freude an der Arbeit.

Der katholische Kindergarten darf sich "Acker-Kita" nennen. Bei einem neuen Dauerprojekt werden die Kinder ein Feld bestellen und im Herbst ihr Gemüse ernten. Die Erzieherinnen sind jetzt auch ausgebildete Gemüsegärtnerinnen. Diese kostenlose und recht praktische Zusatzausbildung haben sie der "GemüseAkademie" am Kindergarten zu verdanken.

Was hinter dieser "Acker-Kita" steckt, macht den Buben und Mädchen richtig viel Spaß: Der Katholische Kindergarten "Unsere liebe Frau" hat sich einen eigenen Gemüsegarten gleich im angrenzenden Grundstück angelegt. Zwar startete das Projekt "Acker-Kita" am Dienstag bei wiederholten Regenschauern, was den kleinen Gemüsebauern aber nichts machte. Begleitet von den zwei Acker-Coaches, Kerstin Manner aus Schwandorf und Alina Beigang aus Bayreuth, durften die Kinder einen 0,5 mal zwei Meter großen Acker mit verschiedenen Pflanzen und Saatgut bestellen.

Oft kein Bezug zur Gartenarbeit

Warum die Fachfrauen dafür extra gekommen sind, erklärt Kindergartenleiterin Monika Zeitler. Sie habe die "GemüseAkademie" für Kindergärten und Schulen aus Berlin in Facebook entdeckt und sich dafür beworben. "Und wir haben den Zuschlag bekommen", freut sie sich. Nun sollten Kinder auf dem Land in der Oberpfalz eigentlich doch wissen, was "Ackerbau und Viehzucht" ist. Dem ist aber nicht so. Monika Zeitler berichtet von mehreren Kindern, die keinen Bezug zur Gartenarbeit haben, weil die Eltern daheim keinen haben oder keine Zeit ist für Gartenarbeit. "Sie denken, der Salat kommt aus dem Supermarkt", so Zeitler. Diese falsche Denkweise soll im Katholischen Kindergarten ausgeräumt werden.

Altbewährte, robuste Sorten

Von den Erzieherinnen und den Fachfrauen angeleitet, arbeiten die Kinder mit eifrigem Ernst, sind wissbegierig und neugierig bei der Sache. Am ersten Tag werden Kohlrabi, Kartoffeln, Zucchini, Rote Bete und Zuckermais gepflanzt. "Alles altbewährte, robuste Sorten", erklärt Monika Zeitler. Im Juli wird nachgepflanzt. Der erste Pflanztag ist gleichzeitig eine Schlammschlacht. Doch die Kinder haben ihren Spaß auch im Regen. Sie stampfen fröhlich durch den Schlamm, bald von oben bis unten damit bedeckt.

"Wir haben einen Gartenschlauch", lachte Monika Zeitler auf die Frage, ob die Kinder in "diesem Zustand" überhaupt zurück in den Kindergarten dürfen. Die Acker-Kita ist natürlich keine Eintagsfliege. Der Gemüseacker wird von den Kindern den ganzen Sommer über betreut.

Der kleine Luis erklärt stolz, dass er jetzt einen Kohlrabi pflanzen wird. Bild: ubb
Der kleine Luis erklärt stolz, dass er jetzt einen Kohlrabi pflanzen wird.
Martina Zeitler (vorne rechts) ist sehr stolz auf ihre Kinder, die schon am ersten Pflanztag mit eifrigem Ernst bei der Sache sind. Bild: ubb
Martina Zeitler (vorne rechts) ist sehr stolz auf ihre Kinder, die schon am ersten Pflanztag mit eifrigem Ernst bei der Sache sind.
Sorgsam werden die Pflänzchen in die Erde gesteckt. Bild: ubb
Sorgsam werden die Pflänzchen in die Erde gesteckt.
Vor dem Pflanzen erklären die Fachberaterinnen, um welches Gemüse es sich handelt. Bild: ubb
Vor dem Pflanzen erklären die Fachberaterinnen, um welches Gemüse es sich handelt.
Hintergrund:

Lernen, woher die Nahrung kommt

  • Die "GemüseAkademie" ist ein vielfach ausgezeichnetes Bildungsprogramm für Kitas und Schulen aus Berlin. In der Acker-Kita lernen die Kinder von klein an, woher die Nahrungsmittel kommen und wie sie nachhaltig produziert werden. Damit einher geht das Lernen, wie gesunde Ernährung funktioniert sowie die Achtung vor demWertstoff "Lebensmittel" und die Wertschätzung der Natur.
  • Die Kinder im Kindergarten "Unsere liebe Frau" pflegen etwa 25 Gemüsesorten.
  • Die "GemüseAkademie" wird von unterschiedlichen Partnern gefördert wie zum Beispiel von der AOK. In der Kreisstadt hat der Katholische Kindergarten auch regionale Unterstützung bei einigen Organisationen für das Projekt bekommen.
 
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